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Abschied von der Farm und neue Reifen für Troopy

Entgegen unseren Erwartungen gingen die letzten beiden Wochen auf unserer Milchfarm dann doch noch recht langsam vorbei. Die Vorfreude auf das Weiterreisen war im Endeffekt größer als der Abschiedsschmerz. Eine große Rolle spielte dabei auch das Wetter, denn in den letzten Wochen wurde es empfindlich kalt. Bei 0°C hat man noch weniger Lust nachts um 3 aufzustehen, wir wollen jetzt unbedingt wieder ins Warme! Ein kaltes Australien fühlt sich irgendwie falsch an. Am 14. Mai war unser letzter Arbeitstag und wir verabschiedeten uns von allen, was schon ein ziemlich komisches Gefühl war.

Am folgenden Morgen sagen wir Blighty ade und es geht ein letztes Mal ab nach Deniliquin, wo wir Einkaufen gehen und Troopy frisches Öl bekommt ($180). Zwei neue Hinterreifen brauchen wir auch noch, was nicht billig werden wird (All-Terrain Reifen sind teuer). In der Werkstatt will man uns nur Reifen der Marke Bluestreak (pro Reifen $180) geben. Nach kurzer Internet-Recherche lehnen wir ab, wir möchten keine Noname-Reifen. Da es nun ins Outback geht geben wir lieber mehr aus als einen Platten wegen schlechten Reifen zu riskieren. Auf der Weiterfahrt fällt uns mal wieder auf dass sich die Gegend hier seit dem Sommer (in 2 Wochen ist Winter) in 4,5 Monaten überhaupt nicht verändert hat. Man erkennt an der Landschaft nicht, dass mittlerweile Herbst ist. Das Gras ist immer noch gelb und vertrocknet und die Eukalyptusbäume sehen sowieso immer gleich aus – was eine öde Gegend. Wenn man vier Jahreszeiten gewöhnt ist, ist das schon recht komisch.

Die Fahrt führt uns nach Balranald, wo wir auf einer Rest Area schlafen und dann weiter zum Mungo National Park. An den Abbruchkanten des ausgetrockneten Lake Mungo hat sich dort ein fotogener Dünenhalbkreis gebildet, welcher Walls of China genannt wird. Nach einem kurzen Check im Internet, ob die Straßen zum Park geöffnet sind (diese sind nicht asphaltiert), geht es am nächsten Morgen los. Nördlich von Balranald biegen wir links ab und fahren 100 km über eine recht gute Schotterpiste zum Park – kein einziges Auto kommt uns entgegen. Dort erfahren wir, dass der Mungo Loop (70 km Rundfahrt durch den Park) momentan aufgrund der letzten Regenfälle geschlossen ist – na spitze (Schotterstraßen werden nach starkem Regen meist geschlossen, da ansonsten zuviel Schaden an der Straße entsteht). Die ersten 11 km zu den Walls of China sind jedoch offen und so fahren wir wenigstens dort hin. Es folgt erneut Ernüchterung.

Man kann gar nicht direkt in die Felsen hineinlaufen, sondern nur auf einem Boardwalk bis kurz davor. Das bringt zum Fotografieren gar nichts und so ziehen wir etwas enttäuscht wieder von dannen. Zu allem Überfluss haben wir wieder mal kein Bargeld dabei und können somit auch die Übernachtungsgebühr auf dem Campground nicht bezahlen. Wir beschließen heute noch die weiteren 100 km nach Mildura zu fahren, wo wir morgen nach neuen Reifen schauen möchten. Auf dem Weg nach Mildura sehen wir zum ersten Mal seit Monaten wieder Kängurus und Emus. Sogar ein Echidna rennt ca. 100 Meter vor uns über die Straße. Kurz nach Sonnenuntergang kommen wir in Mildura an und quartieren uns in Buronga auf dem Caravan Park Buronga Riverside ein. Dieser ist sehr schön und sauber, kostet $22 pro Nacht und liegt direkt am Murray River, dem mit 2375 km zweitlängsten Fluß von Australien. Hundehalter sind hier auch willkommen, denn es gibt eine eigene Waschmaschine für Hundezeugs und sogar ein dog bath, eine Badewanne, in der man seinen Hund waschen kann. Sehr lustig :-D

Am nächsten Morgen fahren wir in die Stadt (die erste große seit 5 Monaten, Mildura hat 30.000 Einwohner) und suchen nach Reifen. Zuerst schauen wir bei Kmart Auto & Tyres vorbei, welche jedoch gar keine All-Terrain Reifen auf Lager haben. Aha, aber „Tyres“ im Namen haben. Als nächstes geht es zu Beaurepaires. Dort bietet man uns wieder einen billigen Chinareifen an ($260 pro Stück) und Goodyear Wrangler ($380 pro Stück). Patrik frägt, ob die Chinareifen denn was taugen. „Ne, die sind Mist“, meint der Typ im Laden. Aha, wieso verkaufen sie die denn dann überhaupt? Die Goodyear sind uns zu teuer und wir fahren einen Block weiter zum Bridgestone Reifenhändler. Dort gibt es Firestone Reifen ($240 pro Stück) und Bridgestone Dueler ($280 pro Stück mit Handeln). Die Dueler sind im Gegensatz zu den anderen kevlarverstärkt und wir schlagen zu. Nach 20 Minuten hat Troopy zwei glänzende brandneue Schlappen und unser Bankkonto ist um $560 leichter.

Gegen Mittag verlassen wir Mildura und fahren auf dem Sturt Highway nach Renmark in South Australia. Dort biegen wir rechts ab und fahren nach Nordosten durch eine absolut öde Landschaft nach Burra (rechts und links Gumtrees, man kommt sich vor wie in einem 90 km langen Tunnel). Einige Kilometer nach Burra schlafen wir in Mount Bryan auf einem Rastplatz. Die Nacht ist EISIG kalt. Wir schlafen mit unseren Schlafsäcken, welche bis 9°C ausgelegt sind, unserer Bettdecke und mit Mützen auf dem Kopf! Am nächsten Morgen sehen wir im Internet, dass Mount Bryan auf 550 Metern liegt und es nur 2°C hatte, brrrrrr. Australien zeigt uns jetzt wirklich seine kalte Schulter ;-)

Auf der Fahrt nach Peterborough am nächsten Tag ist die Landschaft plötzlich wie ausgewechselt. Wir fahren durch sanft geschwungene baumlose Hügel, überall grasen Schafe und auf den Wiesen stehen vereinzelt Steinruinen alter Hütten. Wir kommen uns vor wie Irland oder England, nur das Grün ist nicht so satt. In Peterborough knallen wir beide Tanks voll, denn es ist der letzte Ort, in dem es noch Diesel zu normalen Preisen gibt ($1,55/Liter). Nördlich Richtung Flinders Ranges wird es nun immer teurer. Zudem ist Peterborough die letzte größere Ortschaft (1.700 Einwohner) auf den nächsten 800 km. Unsere geplante Route führt uns zunächst durch den Flinders Ranges National Park, dann weiter nach Leigh Creek und ab Lyndhurst auf einer Schotterstraße nach Marree. Dort startet der bekannte Oodnadatta Track, eine Schotterpiste durch das Outback von South Australia, dem wir bis zum Roadhouse William Creek folgen und dort dann nach Coober Pedy abbiegen. Insgesamt erwarten uns rund 400 km Schotter, das längste Stück bis jetzt. Handyempfang werden wir auf der gesamten Strecke keinen mehr haben. Auf ins Abenteuer!

  • Abschied von Blighty

    Abschied von Blighty
    mungo_01_abschied

  • Auf dem Weg zum Mungo Nationalpark

    Auf dem Weg zum Mungo Nationalpark
    mungo_02_to_mungo

  • Walls of China im Mungo Nationalpark

    Walls of China im Mungo Nationalpark
    mungo_03_walls_of_china

  • Troopy und seine neuen Schlappen

    Troopy und seine neuen Schlappen
    mungo_04_neue_reifen

  • Die neuen Schlappen haben ordentlich Profil

    Die neuen Schlappen haben ordentlich Profil
    mungo_05_reifenprofil

  • Passend: Am Arsch der Welt liegt der Worlds End Hwy

    Passend: Am Arsch der Welt liegt der Worlds End Hwy
    mungo_06_worlds_end_hwy

  • In Peterborough dreht sich alles um die Eisenbahn

    In Peterborough dreht sich alles um die Eisenbahn
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  • Peterborough

    Peterborough
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  • Schicke Hauswand in Peterborough

    Schicke Hauswand in Peterborough
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  • Patrik und Troopy

    Patrik und Troopy
    mungo_10_patrik_und_troopy

Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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1 Kommentar

  • Juni 1, 2013 8:01 pmvor 4 Jahren
    Petra

    Hi ihr Lieben,
    da haben wir vier Tage nichts von euch gehört und euch schon vermisst! So ist das im globalen Zeitalter, wo man dank Internet jeden Tag von euch hören kann. Und endlich wieder eine Reisebericht und neue Bilder! Man wird ja direkt süchtig danach! :-) Bleibt gesund und munter!
    Eure euch liebende Mama

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