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Australien-Krokodil, Windjana Gorge Nationalpark

Gibb River Road: Quer durch Australiens Kimberley

Nach einigen Bersorgungen in Derby geht es ab auf die Gibb River Road. Die Gibb River Road gilt als eine der schönsten Schotterpisten Australiens. Sie führt im Nordwesten Australiens quer durch die Region Kimberley und wurde ursprünglich um 1960 als sogenannte beef road angelegt – also um Rinder von den entlegenen Farmen nach Derby zu transportieren. Die Gibb River Road ist ca. 660 Kilometer lang, also etwas länger als die Hälfte der rund 1.150 Kilometer langen Great Central Road.

Bis kurz davor sind wir uns immer noch nicht sicher ob wir sie komplett fahren sollen oder nicht, denn auf eine weitere gravel road in unterirdischem Zustand haben wir nach den Erfahrungen der letzten Wochen absolut keine Lust. Nach gut 25.000 Kilometern durch Australien bezweifeln wir zudem, dass es nun gerade hier landschaftlich abwechslungsreicher werden soll und wir sind uns demnach nicht sicher, ob sich die Fahrt lohnt. Auch im Internet finden wir keine hilfreichen Informationen. Lobhudelei wohin man klickt, aber keine kritischen Erfahrungsberichte. Die Schönheit einer Landschaft ist eben subjektiv und es kommt maßgebend darauf an, was man auf seinen vorigen Reisen schon alles gesehen hat. Da schwärmt einem dann schon mal der ein oder andere Australier das Blaue vom Himmel und wenn man dann selbst dort ist, ist man eher enttäuscht. Aber wir werden sehen…

Sollen wir die Gibb River Road komplett fahren oder nicht?

Nach rund 150 asphaltierten Kilometern übernachten wir auf einem schön gelegenen Rastplatz 300 Meter nach dem Abzweig zur Windjana Gorge. Wir parken auf einer kleinen Anhöhe und haben einen schönen Ausblick auf einen Fluss, welcher sich ca. 15 Meter unter uns durch die Landschaft schlängelt. In der Kimberley sind sowohl Süßwasser- als auch die gefährlichen Salzwasserkrokodile sehr verbreitet – aus einem erfrischenden Bad wird deshalb leider nichts. Abends fragen wir zwei Australier, welche gerade von der Gibb River Road kommen und ebenfalls hier übernachten nach dem Zustand der Straße. Zunächst verstehen sie unsere Frage irgendwie gar nicht, denn wir haben ja einen 4WD und sollten sowieso keine Probleme haben. Dass Troopy mit der Straße keine Probleme haben wird ist uns schon klar, es geht ja auch eher um unsere Nerven, nicht um die des gutmütigen Troopys. Jedenfalls sei die Straße in einem sehr guten Zustand, meinen sie, gegen Ende kommen wohl ca. 30 ziemlich steinige Kilometer (Es soll allerdings anders kommen: 30!! Na klar! Jeden einzelnen Stein auf den rund 100 Kilometern sollte man euch hinterherwerfen!!).

Aufgrund der Aussage der Australier entschließen wir uns dazu die Gibb River Road komplett zu fahren. Am nächsten Morgen machen wir zunächst einen Abstecher zum Windjana Gorge Nationalpark. Gelesen haben wir im Vorfeld nichts über die Gorge (Schlucht), irgendwo stand aber mal, dass sie wohl sehenswert sei. Am Eingang zur Schlucht empfängt uns ein Schild mit einem Warnhinweis, dass hier Süßwasserkrokodile leben, und diese, falls man ihnen zu nahe kommt oder sie stört, aggressiv werden können. Na dann mal auf ins Getümmel! Warnschilder, die einen auf irgendwelche gefährlichen Tiere hinweisen sieht man in Australien oft, meist jedoch bekommt man diese dann aber nicht zu Gesicht. Anders jedoch in der Windjana Gorge – schon nach wenigen Minuten erblicken wir auf der anderen Seiten des Flusses ein Krokodil. Wir sind entzückt! Nach einigen Fotos geht es weiter und wir sehen noch ein Krokodil, und noch eins, und noch eins, und noch viele viele mehr! Rund 50 Krokodile liegen am Wasser und auf einer Sandbank und fläzen sich in der Sonne. Eine uns entgegenkommende Frau erzählt uns, dass es weiter vorne auch Krokodile auf dieser Seite des Flusses gibt. We’re not sure if we want them on this side, entgegnen wir, und laufen lachend weiter in unser Verderben ;-)

Gibb River Road: Das Mittagessen muss nur noch hineinlaufen…

Krokodile, Krokodile überall

Kurze Zeit später können wir die Aussage der Frau bestätigen, denn rund 10 Meter unterhalb des Wanderweges liegt eines am Wasser. Gut, dass unser Teleobjektiv bis 400 mm geht, denn eine formatfüllende Weitwinkelaufnahme wäre wohl nicht anzuraten. Die bis zu drei Meter langen Süßwasserkrokodile fressen einen im Gegensatz zu ihren bis zu rund sechs Meter langen Salzwasserkollegen zwar nicht direkt auf, aber wenn man so ein monströses Urzeit-Vieh zum ersten Mal in freier Wildnis sieht, hat man doch gehörigen Respekt! Einige hundert Meter weiter laufen wir auf einer breiten Sandbank an noch mehr Krokodilen vorbei und machen einige tolle Fotos. Unbeweglich liegen sie mit offenen Mäulern am Wasser und wenn sie nicht ab und zu einmal zwinkern würden könnte man sie für Statuen oder Skulpturen halten. Später lesen wir, dass die Windjana Gorge einer der besten Orte ist, um Krokodile in freier Natur zu sehen – da wurden wir ja mal positiv überrascht. Manchmal ist es doch besser, wenn man ohne jegliche Erwartungen einen bestimmten Ort besucht.

Panorama in der Windjana Gorge

Ab in den Untergrund: Tunnel Creek

Nach der Windjana Gorge geht es weiter zum Tunnel Creek Nationalpark. Auch über diesen lesen wir im Vorfeld nichts, werden allerdings nicht so positiv überrascht wie zuvor. Im Prinzip handelt es sich um eine 750 Meter lange Höhle, welche der Tunnel Creek in vielen Jahrtausenden in den Fels gegraben hat. Mit einer Taschenlampe bewaffnet laufen wir durch die teils stockdunkle Höhle, waten durch den Bach und erspähen jede Menge bizarrer Felsformationen und viele Stalagmiten und Stalaktiten. Ganz nett ist es ja, aber es haut uns jetzt nicht unbedingt vom Hocker – wir sind wohl nicht so die Höhlenmenschen. Ein weiter Blick in die Ferne ist uns da doch lieber als im Dunkeln durch eine klamme Höhle zu stapfen. Auf der Rückfahrt kommen wir wieder an unserem Schlafplatz von voriger Nacht vorbei und sehen doch tatsächlich ein Krokodil in dem Fluss, an dem wir gecampt hatten! Zurück auf der Gibb River Road führt uns die weitere Fahrt durch die King Leopold Ranges, einer landschaftlich reizvollen Hügelkette in Form einer Mondsichel. Die Szenerie ist abwechslungsreich und es geht ständig rauf und runter. Hach… Berge und Hügel sind doch irgendwie schöner als eine völlig ebene Landschaft… nur blöd, dass Australien eben gerade das meist ist: topfeben.

Sehenswürdigkeiten an der Gibb River Road? Gorges, Gorges, Gorges

Am nächsten Morgen stehen theoretisch einige Schluchten auf dem Plan, wir lassen jedoch ein paar aus, da wir auch nicht wirklich die großen Schluchten-Fans sind. Ist irgendwie ähnlich wie in einer Höhle. Nur blöd, dass die meisten Sehenswürdigkeiten in West- und Nordaustralien eben Gorges sind ;-) Naja… kann man nichts machen. Nach der Adcock Gorge geht’s zur Galvans Gorge, welche nun allerdings wirklich sehr schön ist. Vor allem weil man dort endlich mal baden kann! Das ist leider auch so etwas, was hier ziemlich nervt. Irgendwie hatten wir uns das in Westaustralien anders vorgestellt. Mehr Strand, mehr Felspools, mehr Baden, mehr direkt am Strand campen – doch meist wird man enttäuscht. Entweder es ist geradezu unerhört teuer oder man darf aufgrund von Strömungen, Haien, Quallen, Krokodilen etc. nicht baden.

Die Galvans Gorge liegt direkt an der Gibb River Road

Nach der Galvans Gorge fahren wir noch zu einer anderen Gorge, welche aber total öde ist und schlafen dann auf einer ebenso öden Rest Area. Danach liegt mit rund 300 km noch knapp die Hälfte der Gibb River Road vor uns, auf der wir aber im Gegensatz zu 180 Fotos auf der ersten Hälfte nur noch 10 Fotos machen. Das will etwas heißen! Der Rest der Strecke ist nämlich mal wieder typisch australisch: endlose Langeweile. Es gibt absolut keine Abwechslung und zu allem Überfluss folgen auch noch ca. 100 Kilometer auf einer absolut mörderischen Piste. Oft schleichen wir mit nur 20-30 km/h über die steinige Straße, da es ansonsten nicht auszuhalten ist und wir Troopy etwas schonen möchten. Die miese Piste zehrt an unseren Nerven. Wir kommen noch an zwei anderen Gorges vorbei, für die die jeweiligen Stations, auf deren Privatgelände sie liegen, aber nochmal extra Eintritt verlangen. Landschaftstechnisch können wir die Lobhudelei über die Gibb River Road nicht recht nachvollziehen, denn die zweite Hälfte ist absolut einschläfernd. Vor allem Patrik sehnt sich nach dem Südwesten der USA, denn dort sind so viele wahnsinnig schöne Nationalparks und unglaubliche Landschaften auf einem relativ – im Verhältnis zu Australien – kleinen Gebiet konzentriert, so dass es quasi nicht zu toppen ist (USA Reisebericht). Leider vergleicht man eben doch immer alles mit dem Besten, was man bis jetzt gesehen hat – irgendwie lässt sich das nicht abschalten. Werden wir nun tatsächlich reisemüde? Auch andere Reisende kommen wohl irgendwann an diesem Punkt an…

Seid ihr unserer Meinung oder wie hat euch die Gibb River Road gefallen? Über andere Erfahrungsberichte freuen wir uns immer.

 

Achtung, 35 Bilder :-)

Aussicht von der Rest Area

Auf dem Weg in die Windjana Gorge

Schni-Schna-Schnappi

Wo sind denn nun die Krokodile?

Hier gibt’s noch keine

Aaah, da ist ja das Erste!

Und da seine Kollegen

Ne, der schläft nicht

Krokodile aufgestapelt

Felsen in der Windjana Gorge

Das Mittagessen muss nur noch hineinlaufen

Unbeweglich wie eine Statue

Rooaar

Da sind sie :-)

Beim Fotografieren

Im Tunnel Creek

Tolle Formationen im Tunnel Creek

Aussicht von der Straße

Campspot im Gras

Durchfahrt durch einen Fluss

Adcock Gorge

Aussicht an einem Lookout

Seerosen in der Adcock Gorge

Das Leben findet immer einen Weg

Spinne in der Adcock Gorge

Die sind hier am meisten vertreten

Boab Trees sind toll!

Auf dem Weg zur Galvans Gorge

Aborigine Malerei in der Galvans Gorge

Endlich eine Erfrischung!

Wir baden und die Echse sonnt sich nebendran

Galvans Gorge

Galvans Gorge

Das Wahrzeichen der Gibb River Rd: Der Pentecost River

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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3 Kommentare

  • März 29, 2016 10:52 pmvor einem Jahr
    Marianne

    Hallo, auf der Suche nach Reiseberichten zur Gibb bin ich auf euren Bericht gestoßen. Ich plane gerade unsere 7. Australienreise in einem Landcruiser mit Dachzelt. Wir starten Mitte September in Broome und wollten über die Gibb nach Osten. Die Windjana Gorge kennen wir bereits, Tunnel Creek wollen wir nicht, der Rest ist Neuland. Außerdem ist ein Abstecher zu den Mitchell Falls geplant. Da bin ich mir nicht sicher, ob es das im September überhaupt bringt.

    Mir gefällt eure objektive Sichtweise, denn wir gehören zu den Menschen, die 1. nicht überall gewesen sein müssen und 2. den Mut zur Lücke haben ;-) Was ich über El Questro gelesen habe, findet bei mir keine Begeisterung. Da wir von Kununurra wieder nach Westen zu den Bungles fahren wollen, sind wir am Überlegen, ob wir nicht gleich auf dem Highway fahren.

    Es spielt wahrscheinlich schon eine Rolle, ob man viel gereist ist. Wir fanden schon immer, in Australien spielen andere Dinge als die landschaftliche Schönheit eine Rolle. Die Tierwelt fasziniert uns immer wieder und das sind in erster Linie die Spots, die wir suchen

  • Juli 27, 2013 8:23 pmvor 4 Jahren
    T.Sissi

    (Aber auch nicht ganz ungefährlich)

  • Juli 27, 2013 8:13 pmvor 4 Jahren
    T.Sissi

    …immer wieder interessant und amüsant!

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