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Spielende Seehunde auf Kangaroo Island

Kangaroo Island - Zwei Wochen im Paradies

Da wir bis zu unserem neuen Job noch knapp drei Wochen Zeit haben und die Fähre nach Tasmanien für Autos über 2,3 Meter Höhe bis zum 1. Januar 2013 komplett ausgebucht ist, beschließen wir, nach Kangaroo Island zu fahren. Kangaroo Island ist die drittgrößte Insel Australiens, liegt rund 100 km südwestlich von Adelaide und gehört zum Staat South Australia. Sie ist 145 Kilometer lang, zwischen 900 Meter und 57 Kilometer breit und hat ca. 4.200 Einwohner. Wenn man sich die Insel auf der Karte im Vergleich zu Australien ansieht ist sie winzig, dennoch ist sie fast 3-mal so groß wie z.B. Fuerteventura, dass jedoch über 100.000 Einwohner hat. Kangaroo Island ist also recht dünn besiedelt und es gibt viel zu Entdecken, vor allem viele wilde Tiere und einsame paradiesische Buchten. Ganze zwei Wochen verbrachten wir auf der Insel und hatten so quasi ein Kangaroo Island Intensivprogramm. Eines vorab: Die Insel ist der Hammer!

Tiere auf Kangaroo Island

Unsere gefahrene Route inkl. gesehener Tiere

Inhaltsverzeichnis

Patrik schrottet das Laptop

Von einem netten Berliner Pärchen, welche wir auf einem Campingplatz getroffen haben, erfahren wir, dass die Fähre deutlich günstiger ist, wenn man die erste Übernachtung schon dazubucht. Statt $370 bezahlen wir so „nur“ $260 + $30 für die erste Übernachtung auf einem Caravan Park. Trotzdem ist die Fähre damit bei einer läppischen Fahrtdauer von 45 Minuten immer noch eine der teuersten der Welt! Da Michelle im Vorfeld unserer Reise schon viel über Kangaroo Island und seine Tierwelt gelesen hatte ist es quasi ein Mussziel für uns. Per Telefon buchen wir die Überfahrt am 16. Dezember mit Rückfahrt am 27. Dezember, wir werden Weihnachten also am Strand feiern – juuchuu!

Die 800 km Fahrt von der Great Ocean Road nach Cape Jervis, dem Ort an dem die Fähre ablegt, ist zwar ziemlich öde aber mit einem so tollen Ziel vor Augen vergeht sie wie nichts. Da es in South Australia keinen Aldi gibt, decken wir uns vor der Grenze in Hamilton, Victoria noch mit Lebkuchen für Weihnachten ein. An der Grenze zu South Australia überrascht uns ein Quarantäne-Schild, welches besagt, dass kein Obst, Gemüse und Honig eingeführt werden darf, um keine Fruchtfliegen ins Land zu transportieren. Ein großer roter Stempel mit der Aufschrift „PENALTIES INCREASED“ (Strafen erhöht) verdeutlicht das nochmal. Pflichtbewusst futtern wir unsere Tomaten noch schnell auf und entsorgen unsere fast neuen Kartoffeln…

Am vorletzten Abend vor Kangaroo Island schrottet Patrik mit einem absolut überflüssigen Update dann noch das Laptop. Nichts geht mehr, die Kiste will nicht mehr starten. Da wir natürlich auch die passenden Recovery-DVDs nicht dabei haben, sitzen wir in der Patsche. Kein Laptop, kein Internet, kein Download, kein Nix. Fieberhaft überlegen wir, wo wir nun die DVDs herbekommen sollen. Internet-Cafe? Aber wo gibt’s hier noch eins vor der Fähre? Darf man dann dort überhaupt etwas runterladen? So ein Mist. Plötzlich geht uns ein Licht auf! Wir haben ja einen Kontakt in Adelaide! Huey, ein geschäftlicher Bekannter von Patrik’s Mutter wohnt dort, welchen wir kurzerhand anrufen. Typisch australische Freundlichkeit sagt er natürlich prompt zu – wir sollen morgen Mittag vorbeikommen und dürfen seinen Laptop benutzen, spitze!

Nachdem wir das Laptop wieder flott gemacht haben fahren wir leicht beduselt (Huey hat uns auf ein Glas spanischen Spitzenwein eingeladen) Richtung Cape Jervis. Die wenigen Blicke, die wir in der Hektik auf Adelaide werfen konnten, haben uns sehr gefallen! Wir kommen auf jeden Fall nochmal wieder. Spät Abends gegen 22 Uhr kommen wir in Rapid Bay, dem letzten Campingplatz vor Cape Jervis, an.

Troopy wartet auf die Fähre

An einem etwas bedeckten windigen Morgen bringt uns die Fähre mit etwas Geschaukel nach Penneshaw, dem Ankunftsort auf Kangaroo Island. Die erste Übernachtung, welche im Preis der Fähre inklusive ist, haben wir im Kingscote Caravan Park gebucht. Entspannt machen wir uns auf den Weg zum Urlaub im Urlaub vor dem nächsten Job, so fühlt sich das für uns an. Da wir jede Menge Zeit auf Kangaroo Island haben und das Wetter ziemlich regnerisch ist machen wir am ersten Tag erstmal gar nichts und entspannen uns.

Visitor Information ohne Information

Am folgenden Morgen starten wir unsere Erkundung der Insel. Zunächst schauen wir in Kingscote bei der Visitor Information vorbei. Diese ist leider kein richtiges Visitor Center, sondern nur so eine Art B-Info (wie ein B-Movie) innerhalb eines Touri-Shops. Alles mögliche fragen wir die Dame dort, die Hälfte weiß sie nicht und wirklich freundlich ist sie auch nicht. Na klasse. Auf Kangaroo Island gibt es sowohl Campingplätze des Councils (Emu Bay, Vivonne Bay, American River, usw.), der Nationalparkbehörde (im Flinders Chase N.P.) und private (z.B. Stokes Bay). Genaueres dazu weiß sie aber nicht. Nach zweimaligem Nachfragen rückt sie endlich einen Zettel raus, auf dem die Preise von einigen Plätzen aufgelistet sind, allerdings nicht von allen. Widerwillig macht sie uns davon eine Kopie. Entschuldigung – aber wie können wir ahnen, dass es sich dabei um ein Staatsgeheimnis handelt?

Wir fragen sie noch, wie das denn in der Seal Bay mit den Robbentouren funktioniert und was auf der Insel an Weihnachten wie geöffnet hat – doch, stop – genau, ihr ahnt es schon – das weiß Fräulein Informationsministerin nicht! Genervt verlassen wir den Laden und sehen auf der Karte, dass es in Penneshaw, wo wir gestern mit der Fähre angekommen sind, einen richtigen Visitor Center gibt. Egal, wird auch so klappen. Trotzdem schauen wir noch im Büro des Councils vorbei, um mehr Informationen über deren Campingplätze zu erhalten. Die bekommen wir dann auch –  nämlich, dass seit Neuem alle Plätze pauschal $15 pro Nacht kosten, und nicht mehr, wie auf dem Wisch, welchen wir von der Visitor Info bekommen haben steht, $3 bis $5. Wo wir diesen Zettel her hätten, frägt man uns, der sei ja schon veraltet. Wir verweisen auf die Informationsministerin im 50 Meter entfernten Touri-Shop und denken uns: Na, ihr seid ja organisiert hier! Im Supermarkt in Kingscote stellen wir noch überrascht fest, dass die Preise auch nicht höher als auf dem Festland sind.

Einen Salzsee hätten wir hier nicht erwartet

Nachdem wir Kingscote verlassen haben, biegen wir nach Norden auf die North Coast Road ab, eine ungeteerte Holperstrecke. Unser erstes Ziel ist heute die Stokes Bay, wo man auf einem privaten Campground für $5 pro Person übernachten kann. Trotz der wenigen Straßen auf der Insel verfahren wir uns lächerlicherweise zwei Mal, bis wir schließlich in Stokes Bay ankommen. Die Übernachtung bezahlen wir im Café und machen uns dann gleich auf zum Strand. Doch nanu, was ist das? Hier ist ja gar kein Strand, nur Steine und Geröll. Ist ja öde. Etwa 50 Meter entfernt machen wir in einer Felswand ein Schild mit der Aufschrift „Beach ->“ aus. Aha! Der Weg führt mitten durch den Fels hinein in den Berg. Michelle hat natürlich wieder die falschen Schuhe an und klettert mit Flip Flops über die spitzen Steine ;-)

Aber das fällt hier gar nicht auf, die Aussies laufen auch mit Flip Flops überall hin. Der Weg wird zunehmend enger und führt dann in eine Art Grotte, die so schmal ist, dass man sich bücken und seitlich durchlaufen muss. Am Ende des Tunnels sehen wir türkisblaues unglaublich klares Wasser und einen wunderschönen Strand, an den große Wellen hereingerollt kommen. Solch klares Wasser hatten wir eigentlich auch auf den Cookinseln erwartet, wurden aber schwer enttäuscht. Da sind die Strände hier um einiges besser! Abends hüpfen plötzlich einige Wallabys über den Platz. Naja, ist jetzt noch nichts besonderes, immerhin sind wir auf Kangaroo Island und hätten nicht unbedingt Elefanten erwartet. Die Anzahl verblüfft uns allerdings schon eher! Ganze Horden an Wallabys und Kängurus kommen von den Hügeln gehüpft und treffen sich auf einer großen Grasebene zum Fressen. Zählen ist unmöglich, es müssen auf jeden Fall einige hundert sein, wenn nicht mehr! Zum Fotografieren sind wir leider zu spät, da die Sonne schon untergegangen ist. Auch im Dunkeln reißt der Wallaby-Strom nicht ab, immer wieder hüpfen Gruppen von 5-10 Tieren an unserem Auto vorbei. Kangaroo Island macht seinem Namen alle Ehre :-)

  • Landschaft auf Kangaroo Island

    Landschaft auf Kangaroo Island
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  • Patrik in der Stokes Bay

    Patrik in der Stokes Bay
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  • Durch die Grotte zur Stokes Bay

    Durch die Grotte zur Stokes Bay
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  • Sehr schmal ist es hier :-)

    Sehr schmal ist es hier :-)
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Vivonne Bay: Im Paradies

Warten im idyllischen Parndana

Am nächsten Morgen machen wir uns auf nach Parndana, einem kleinen Ort, welcher südlich von Stokes Bay ungefähr in der Mitte von Kangaroo Island liegt. Dort gibt es einen kostenlosen Stellplatz, welcher uns allerdings überhaupt nicht gefällt (kein Wunder kostet er nichts). In Parndana gibt es einen Bottle Shop (Wein & Bier), ein Hotel, zwei winzige Lebensmittelläden mit Zapfsäulen, eine Laundry  (Wäscherei) und ein paar Häuser – das war’s. Auf der Main Street kommt man sich vor als wäre man irgendwo in den 60’ern in den USA, teilweise passen sogar die Autos dazu. Während wir auf die Waschmaschine warten sitzen wir vor der Laundry auf einem Bänkchen und genießen die Idylle. Wir beschließen weiter nach Süden zu fahren, nach Vivonne Bay. Kurz vor Vivonne Bay gibt es nochmal einen winzigen Lebensmittelladen, in dem wir uns gefrorenes Hackfleisch kaufen.

Westlich von Kingscote gibt’s nur noch Tante-Emma-Läden

Erstaunlicherweise kostet das mit $5 für 500 Gramm auch nicht viel mehr als in den großen Supermärkten. Was kostet es eigentlich in Deutschland? Das wissen wir schon gar nicht mehr bzw. haben es halt einfach gekauft, ohne groß auf den Preis zu schauen. Beim Reisen vergleicht man die Preise viel genauer und wird mit der Zeit zum fahrenden Lebensmittelkosten-Experte. Ein Laib Brot (vergleichbar mit einer Packung großem American Toast in Deutschland) kostet unverschämte $5 (normal $1 bis $3,50). Beim Literpreis für Diesel ($1,99 statt normal $1,50) kippt Patrik fast aus den Latschen. Naja, ist halt der letzte Laden Richtung Westen, danach gibt es keine Einkaufs-möglichkeiten mehr. In Vivonne Bay fahren wir zunächst am Campingplatz vorbei bis ganz vor zur Bucht. Als wir aus dem Auto aussteigen kippen wir fast aus den Latschen!

Vivonne Bay – ein Traum!

Entschuldigung, sind wir irgendwo falsch abgebogen? Ging’s hier ins Paradies? Was für ein unglaublich klares türkisblaues Wasser! Der Ausblick ist der absolute Wahnsinn, wir sind begeistert! Da uns nun die Badesucht gepackt hat fahren wir zurück, beziehen einen Stellplatz und laufen hinunter zum Strand. Der Strand liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht auf obigem Foto und ist der absolute Hammer! Weißer Sand, kristallklares Wasser, tolle Wellen! Wir hüpfen sofort hinein und vergnügen uns in den Wellen. Diese sind ca. 0,80 cm hoch und brechen wie eine schöne Welle eben brechen muss, Spaß pur. Ins Wasser geht es so flach hinein, dass man nach 20 Metern immer noch nur bis zu den Oberschenkeln im Wasser steht. Nachdem wir es uns nach dem Baden am Strand bequem machen schreit Patrik plötzlich auf.

Delphine!!! Da sind Delphine in den Wellen!!!„. 20 Meter weit im Wasser schwimmt plötzlich eine Schule Delphine in den Wellen, genau an der Stelle, wo wir eben noch baden waren! Wir springen auf und rennen ins Wasser. Natürlich haben wir gerade heute keine einzige Kamera dabei… keine EOS, keine Lumix, nicht mal die GoPro, so ein Mist! Als wir ins Wasser laufen schwimmen die Delphine kurz weg und kommen dann näher. Wir bekommen Gänsehaut! Sie kommen immer näher und befinden sich schließlich nur noch wenige Meter von uns entfernt. Wir sehen ihre Gesichter, ihre Flossen, die Struktur ihrer Haut, wow! Und riesig sind die Viecher! Ich meine, klar hat man schon mal Delphine im Zoo oder in Filmen gesehen, aber so in freier Natur, in nur wenigen Metern Entfernung sind sie einfach gigantisch. Wir sind hellauf begeistert – ist das toll hier!

  • Vivonne Bay - ein absoluter Traum!

    Vivonne Bay – ein absoluter Traum!
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  • Vivonne Bay - ein absoluter Traum!

    Vivonne Bay – ein absoluter Traum!
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Kangaroo Island: Kängurus hautnah

Nachdem wir durch die Fahrt an die Südküste nach Vivonne Bay unseren ursprünglichen Routenplan (gegen die Uhr um die Insel) verworfen hatten, fahren wir am folgenden Tag wieder nach Norden, nämlich nach Stokes Bay. Nanu, mögt ihr euch fragen, da waren sie doch erst. Ja, waren sie, sie wollen aber noch mal hin! Da wir noch keine guten Känguru-Fotos haben und es in Stokes Bay so viele gab, möchten wir es heute noch mal probieren.

Was isch los?

Wir fahren also wieder in den Norden, planen entsprechend vor und machen uns nach dem Essen im Abendlicht auf zu den Kängurus. Und wir werden nicht enttäuscht! Wieder tummeln sich zahlreiche Kängurus auf der Wiese und warten förmlich nur darauf, von uns fotografiert zu werden. Als Sahnehäubchen sehen wir auch noch zwei Echidnas. Echidnas (in Deutschland auch Ameisenigel) sind zusammen mit dem Schnabeltier die einzigen verbleibenden eierlegenden Säugetiere.

Habf nixf gegeffn

Mit ihrer langen Schnauze, welche sie tief in den Boden stecken können, fressen sie vorwiegend Ameisen und Termiten. Diese kleinen Racker werden uns fototechnisch fast zum Verhängnis. Sie haben ein so feines Gespür für Gefahr, dass sie sich, wenn man sich ihnen nähert, sofort mit dem Kopf eingraben und die Stacheln nach oben stellen.  Fotografieren unmöglich. So verharren sie dann mehrere Minuten, um dann, wenn sie wieder nach oben kommen, sofort den Kopf aus der Sonne zu drehen und davonzuwatscheln. Währenddessen hat der Fotograf schon wunde Knie und einen abgefaulten Rücken, da man in unmöglichen Positionen versucht, dieses kleine Geschöpf auf Bodennähe zu fotografieren. Zufrieden machen wir uns auf den Rückweg zum Campground und erwarten die Wallaby-Invasion. Abends hören wir das typische Koala-Grunzen und entdecken auf einem Baum nahe unserem Auto noch einen einsamen Koala. Hier gibt es wirklich viele Tiere zu sehen!

  • Wie bei uns die Kühe, stehen hier eben Kängurus

    Wie bei uns die Kühe, stehen hier eben Kängurus
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  • Die typische Position, wenn sie nicht fressen ;-)

    Die typische Position, wenn sie nicht fressen ;-)
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  • Ein Echidna in freier Wildbahn

    Ein Echidna in freier Wildbahn
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Robben und Remarkable Rocks

Ausblick auf den Snelling Beach

Nach einem tierreichen Abend setzen wir unsere Route gegen den Uhrzeigersinn fort. Zunächst geht es zum Snelling Beach, an dem man laut Aussage des Campgroundbetreibers von Stokes Bay mit dem Auto herumfahren darf. Dort machen wir mit Troopy am Strand unsere Weihnachtsfotos. Es ist zwar erst der 21. Dezember, aber es gibt sonst keinen mit dem Auto befahrbaren Strand mehr (nur Emu Bay, aber der ist ganz im Nordosten) und für die Fotos ist es doch ganz schön, wenn Troopy am Strand steht. Baden darf man am Snelling Beach zwar, jedoch ist die Unterströmung hier ziemlich heftig. Das Meer ist wild, die Wellen höher als in Vivonne Bay und bereits bei einer Tiefe des Wassers bis zu den Knien hat man Mühe wieder zurück zum Strand zu laufen.

Also lassen wir das Baden bleiben und fahren weiter Richtung Cape Borda / Scott Cove (äußerster Nordwesten, siehe Karte oben). Dort angekommen sind wir bis auf einen Ranger mutterseelenallein. Wir machen eine kurze Wanderung zum Ausblick über die Scott Cove und fahren dann wieder zurück Richtung Süden zum Flinders Chase Nationalpark. Dort buchen wir eine Übernachtung auf dem Campground „West Bay“, auf dem wir heute übernachten möchten. Zuvor machen wir aber noch einen Abstecher zur Weirs Cove und zum Admirals Arch und dann geht’s zum Sonnenuntergang zu den Remarkable Rocks.

Weirs Cove

Beim Aussichtspunkt über die Weirs Cove steht eine alte Ruine mit einem Infoschild. In dieser Hütte hat von 1907 bis 1930 eine Familie gewohnt, welche den Leuchtturm betrieben hat. Da es noch keine Straße gab, bekam die Familie nur alle drei Monate eine Lieferung Lebensmittel und Benzin mit dem Schiff. Da es auch keinen Weg von der Klippe hinunter zum Wasser gab wurden sämtliche Vorräte und auch Besucher mit einer Seilwinde hinunter- und hinauftransportiert. Wie es wohl damals gewesen sein muss hier zu leben? Völlig abgeschnitten von allen anderen Menschen, der Natur total ausgeliefert?

Anschließend geht es weiter zum Admirals Arch, wo wir die dort lebenden Neuseeländischen Fellrobben beobachten. Diese lustigen Gesellen sind ziemlich aktiv und schwimmen wie die Weltmeister durch die starken Wellen, welche sich an den scharfkantigen Felsen brechen. Würde ein (wohl ziemlich lebensmüder) Mensch hier ein abendliches Bad wagen, würde er wohl nur ein paar Minuten überleben. Schwimmen sie nicht gerade im Wasser oder kloppen sich gegenseitig liegen die wurstartigen Robbenleiber faul in der Sonne. Hach, was für ein Leben. Zum Abschluss des Tages geht es schließlich zu den Remarkable Rocks. Diese eindrucksvolle Felsformation zeigt, was Wind und Wetter über Jahrtausende aus dem Gestein formen können. Als hätte sie irgendjemand mit Absicht dort hingestellt thronen mehrere Felsen auf einem Plateau direkt über dem Meer. Noch dazu strahlen sie in den verschiedensten Gelb-, Orange-, und Rottönen.

Remarkable Rocks

Mit etwas Fantasie erkennt man die unterschiedlichsten Dinge in den Felsen. Das Foto oben erinnert uns irgendwie an den Kopf von Iron Man. Höchstwahrscheinlich wurden die Felsen doch nicht von Wind und Wasser geformt, sondern entweder von einem Superhelden dort abgelegt oder – Achtung, jetzt kommt’s – von Außerirdischen auf die Erde gebracht. Haha :-D

  • Auf dem Weg zu den Remarkable Rocks

    Auf dem Weg zu den Remarkable Rocks
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  • Da sind sie, die Robben!

    Da sind sie, die Robben!
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  • Grüß Gott der Herr, sie wünschen?

    Grüß Gott der Herr, sie wünschen?
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  • Michelle bei den Remarkable Rocks

    Michelle bei den Remarkable Rocks
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  • Remarkable Rocks

    Remarkable Rocks
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  • Wir bei den Remarkable Rocks

    Wir bei den Remarkable Rocks
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Ein Hai am Strand

Die 25 km Schotterstrecke bis zur West Bay ziehen sich ziemlich hin und wir kommen erst im Dunkeln auf dem Campground an. Nur ein weiteres Auto ist noch da und am nächsten Morgen sind wir komplett alleine. Die Aussicht über die Bucht ist einfach fantastisch, der helle Wahnsinn! Kangaroo Island haut einem die tollen Strände nur so um die Ohren.

Eine traumhafte Bucht nach der anderen

Rund zwei Stunden verbringen wir am Strand und fahren dann Richtung Osten zurück nach Vivonne Bay. Dort möchten wir nochmal zwei Tage verbringen, vielleicht sehen wir ja nochmal Delphine. Als wir am Strand von Vivonne Bay ankommen fällt uns eine Gruppe von Menschen auf. Um irgendwas stehen sie im Wasser herum. Ein Delphin? Nein, sieht nicht wie ein Delphin aus. Oh Gott, das ist ja ein Hai! Wir fragen die anderen, was das für ein Hai ist, aber keiner hat eine Ahnung. Anscheinend liegt er im Sterben, denn er bewegt sich kaum. Super, da will man gerade Baden gehen und dann liegt da halt mal eben ein Hai am Strand. Australien ist einfach extrem. Das Gebiss des Hais sieht schon ziemlich respekteinflößend aus (siehe Foto). Wir legen uns erstmal an den Strand und warten ab. Kurze Zeit später kommt eine australische Familie mit drei kleinen Kindern, schaut den Hai kurz an, zuckt mit den Schultern, und geht dann baden. Tss, diese Australier kennen echt nichts. Anscheinend handelt es sich um einen für den Menschen ungefährlichen Riffhai. Na dann, gehen wir auch mal baden ;-)

Seehunde in der Seal Bay

Da das Wetter in den nächsten Tagen schlechter werden soll, entschließen wir uns am nächsten Morgen (23. Dezember) spontan zu einer Tour zur Seal Bay. Der Seal Bay Conservation Park wurde 1972 gegründet, um die dort lebende Seelöwenkolonie zu schützen. Leider darf man nicht alleine hinunter zum Strand, sondern muss sich einer durch einen Ranger geführten Tour anschließen. Das ist allerdings auch sinnvoll, denn sonst wäre ein Schutz der Seelöwen ja wohl kaum möglich, wenn Hinz und Kunz über den Strand trampeln dürfte. Wir schließen uns also gleich der ersten Tour am Morgen an, doch leider ist der Himmel schon ziemlich bewölkt.  Immerhin ist noch nicht so viel los und wir sind die einzige Gruppe am Strand. Mittags, wenn die ganzen Touristenbusse kommen, kann es hier wohl ziemlich voll werden. Trotz geführter Tour kommt man ziemlich nah an die Seehunde ran und die Rangerin gibt uns eine Überblick über das Seehund-Leben.

Spielende Seehundjunge in der Seal Bay

2-3 Tage am Stück verbringen die Seehund-Mamas auf dem Meer, um zu Jagen und zu Fressen. Wenn sie zurück sind, liegen sie erstmal einen Tag am Strand und machen gepflegt überhaupt gar nichts. Sie sind also, wie man manchmal so denkt, nicht faul, sondern erholen sich von den Strapazen der Jagd. Wenn die Mama auf der Jagd ist, sind die Seehundbabys traurig, was man ihnen auch ansieht. Ist die Mama da, sind sie glücklich und tollen herum. Wir beobachten ein Junges, welches gerade aus dem Wasser kommt und nach seiner Mutter ruft. Keine Antwort. Es schleppt sich ein paar Meter weiter zu einem anderen Seehund. Grunz, ne „nicht die Mama“. Es wird weiter geschrien und der nächste erwachsene Seehund inspiziert. Wieder nicht die Mama. Puuuh, war das anstrengend. Flatsch… erstmal in den Sand legen. Nach zwei Minuten macht er sich wieder auf den Weg und findet schließlich seine Mama, die Freude ist groß!

Mama wird’s zu bunt und sie trennt die zwei Racker

Die Seehundart, welche hier lebt, werden wir aufgeklärt, hat kein richtiges Fell, sondern nur eine Haut, welche der des Menschen ähnelt. Deshalb wird es ihnen im Winter auch ziemlich kalt und sie kommen manchmal sogar bis hoch ins Besucherzentrum und legen sich dort neben das Klo. Einige Seehunde schwimmen im Meer und springen sogar bis zu einem Meter aus dem Wasser. Laut unserem Ranger ist das wohl ziemlich selten, da sie das nur machen, wenn die Wellen nicht zu hoch sind. Meistens sind sie das aber, da der Wind vom Meer aufs Land bläst. Heute ist es aber andersrum, da ein warmer Wind aus dem Outback Richtung Süden bläst. Die Boys, also die männlichen Seehundbabys, erzählt sie uns, sind immer am Raufen und wesentlich lauter als die Girls, die ziemlich zurückhaltend sind. Wie bei uns Menschen also ;-) Nach 30 Minuten, welche viel zu schnell vergangen sind, müssen wir den Seehunden schon wieder den Rücken kehren und machen uns auf den Rückweg nach Vivonne Bay. Mehr Informationen zur Seal Bay gibt es auf der offiziellen Webseite.

  • Ist es nicht goldig, das kleine Würstle?

    Ist es nicht goldig, das kleine Würstle?
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  • Dieser halbtote Riffhai wurde in Vivonne Bay angespült

    Dieser halbtote Riffhai wurde in Vivonne Bay angespült
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Australien und seine gefährlichen Tiere

Beim Geschirr abspülen lernen wir auf dem Campground eine nette junge österreichische Familie kennen. Wir kommen ins Gespräch und reden über alles Mögliche, was einem beim Reisen in Australien so passiert. Es ist immer wieder lustig, wenn man merkt, dass man genau die gleichen Erfahrungen gemacht hat. „Kennt ihr XY, wart ihr da schon?“ – „Jaaa, da war’s toll, wart ihr schon in YZ?“ – „Nee, das haben wir ausgelassen, dafür haben wir in ABC diese und jene Tiere gesehen“. Tiere, genau! Neben den teuren Lebensmitteln das Gesprächsthema Nr. 1 unter Reisenden. Unweigerlich startet bei jedem Gespräch mit anderen Urlaubern irgendwann das Aufzählen der Tiere, die man schon gesehen hat. Stolz verkündet man, man habe schon diese und jene Schlangen und Spinnen gesehen und – jaha, da schaut ihr – wir leben noch! Noch konnten wir jedem uns nach dem Leben trachtenden blutrünstigen Tier entkommen und unsere Reise ungehindert fortsetzen.

Oft bekommt man in Deutschland den Eindruck vermittelt, dass man Australien quasi nicht bereisen kann, ohne mindestens einmal nur haarscharf mit dem Leben davon zu kommen. Stellt doch jeder, mit dem wir uns daheim in Deutschland unterhalten, irgendwann unweigerlich die gleiche Frage: „Wie ist denn das nun so, mit den gefährlichen Tieren? Habt ihr keine Angst?„. „Ja, die gefährlichen Tiere, die gibt’s – und wir schlottern nur so mit den Knien die ganze Zeit„. Liebe Daheimgebliebene: Ja, in Australien gibt es die gefährlichsten Tiere der Welt, aber es ist nun nicht gerade so, dass diese schon am Flughafen auf einen warten und sobald man die Maschine verlässt mit bluttriefenden Mäulern dahocken und sagen: „Harrharr wiiirrr haben schon auf euch gewaaartet!! Mal sehen, wie laaange ihr überrrrrleeebt! Harrharrharr!„.

Nachdem wir von Mika, dem Sohn von Mati & Ray zum Kniffel (oder Yahtzee – wie auch immer man das in Österreich nennt ;-) ) spielen eingeladen werden, verbringen wir einen lustigen Abend zusammen. Viele Grüße an dieser Stelle an euch! :-)

Weihnachten bei 35°C am Strand

Am nächsten Morgen verlassen wir Vivonne Bay und verlängern in Parndana per Telefon spontan unseren Aufenthalt auf Kangaroo Island bis zum 30. Dezember. Zeit haben wir genug und wenn’s irgendwo schön ist, dann bleibt man da eben! Danach geht’s, mal wieder, nach Stokes Bay. Dort feiern, wie wir im Supermarkt aufschnappen, wohl viele Einwohner von Kangaroo Island Weihnachten. Heute ist nämlich der 24. Dezember. Schon ein komisches Gefühl. Nach 25 und 28 Jahren verbringen wir zum ersten Mal Weihnachten getrennt von der Familie und nicht bei (meistens) Schmuddelwetter in der warmen Wohnung. Um das voll auszukosten, verbringen wir den ganzen 24. & 25. Dezember am Strand. Die Wellen in Stokes Bay sind diesmal noch besser und wir nehmen zum Schwimmen die GoPro mit. Läuft man hinein ins Wasser geht einem das Wasser zunächst bis zum Bauch, bis man auf eine Sandbank trifft und dann ca. 50 Meter im Wasser nur oberschenkeltief drin steht. Dort rollen dann 1 – 1,5 Meter hohe Wellen auf einen zu – ein Höllenspaß!

An Heilig Abend gibt es bei uns Spaghetti Bolognese mit Wein und zum Nachtisch einen warmen Schokoladenpudding. Mmmh, lecker. Am 25. Dezember kommen auch Mati, Ray  & Mika nach Stokes Bay und wir verbringen den halben Tag mit den Dreien am Strand.

  • Achtung, Welle!

    Achtung, Welle!
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  • Wie ein Fisch im Wasser :-)

    Wie ein Fisch im Wasser :-)
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  • In der Brandung

    In der Brandung
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  • Gleich wird's nass ;-)

    Gleich wird's nass ;-)
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  • 24. Dezember

    24. Dezember
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  • Unser Weihnachtsessen

    Unser Weihnachtsessen
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  • Troopy wird weihnachtlich geschmückt ;-)

    Troopy wird weihnachtlich geschmückt ;-)
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An den verbleibenden Tagen machen wir nicht mehr viel. Hauptsächlich liegen wir am Strand und entspannen uns. Wir übernachten zweimal in American River, wo wir von einer australischen Familie auf einen Drink eingeladen werden. Die Mutter ist allerdings schon strunzbesoffen und füllt uns mit Weißwein aus dem Tetra Pak ab – kotz! Da wir uns nicht wirklich wohl fühlen, machen wir uns wieder vom Acker. Die vorletzte Nacht verbringen wir am Browns Beach und die letzte in der Antechamber Bay. Auch wieder so eine Überbucht mit einem genialen Sandstrand! Auf der Toilette in Penneshaw macht Patrik folgende Entdeckung:

Nachricht vom Premierminister – hihi

Zunächst: Hä? Verstehe ich nicht. Kann man damit ’ne SMS schicken? (oh je, wie doof). Dann: Aaaaaachsooo. „Pffffffffffffffffftbrrrrrrrrrr“. Wenn der Premierminister redet, kommt nur heiße Luft, hehe…

  • Patrik in der Pennington Bay

    Patrik in der Pennington Bay
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  • Pennington Bay

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  • Red Banks

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  • Der Blick zurück :-(

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Kangaroo Island: Unser Fazit

Zwei Wochen im Paradies! Ein absoluter Traum. Wunderschöne weiße Sandstrände und traumhafte einsame Buchten. Dazu noch sehr viele Tiere, die sich in ihrer natürlichen Lebensumgebung beobachten lassen. Kangaroo Island ist der ideale Ort, wenn man auf der Jagd nach guten Tierfotos ist. Vor allem Kängurus gibt es hier jede Menge, die man im Rest Australiens – man glaubt es kaum – doch recht selten zu Gesicht bekommt. Zwei Wochen wird man bei einem normalen Urlaub wahrscheinlich nicht für die Insel einplanen können, 3-4 Tage sollten es unserer Meinung nach aber mindestens sein. Die Insel ist ein toller Ort, um sich mal so richtig zu erholen! Wir werden es nie vergessen.

Galahs sind hyperaktiv und fetzen sich die ganze Zeit in der Luft

Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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