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Reisebericht Jordanien 2011

Im April 2011 verschlug es uns, relativ spontan, nach Jordanien. Im Herbst zuvor hatten wir die Reise schon mal sehr grob geplant, aber dann nicht weiter verfolgt. Anfang des Jahres kam dann die Reise- und Rallyesucht durch und trieb uns zur weiteren Planung. Der Hauptgrund für die Reise nach Jordanien war der dort stattfindende Weltmeisterschaftslauf der WRC. Des Weiteren wollten wir aber natürlich auch das Tote Meer, die verlassene Felsenstadt Petra und das Tal Wadi Rum besuchen.

Geflogen sind wir mit der ungarischen Malev Airline mit extrem knappem Zwischenstopp in Budapest (dazu später mehr). Unsere Fotos von Jordanien findet ihr unter dem Tag „Jordanien“, die Rallye Fotos auf dieser Seite.

Die Flugroute

Flug von Stuttgart über Budapest nach Amman

Flug von Stuttgart über Budapest nach Amman

Der Abflug

Los ging es in Stuttgart um 22:40 Uhr mit einer kleinen Propellermaschine nach Budapest. In Budapest hatten wir nur 40 Minuten Zeit zum Umsteigen. Gut, dass wir von Stuttgart noch eine Verspätung von einigen Minuten mitbrachten ;-) In Budapest angekommen hatten wir noch ca. 30 Minuten Zeit, mussten aber noch unsere Weiterflugtickets holen und die Sicherheitskontrollen passieren. Da die außereuropäischen Flüge von einem anderen Terminal starten folgte ein wildes Gerenne von einem Terminal zum anderen.

Sofern man das beim Durchrennen feststellen kann, sind die Terminals in Budapest recht schön. Im Flugzeug eingetroffen wartete man nur noch auf uns („only two passengers from Stuttgart are missing“), danach wurden die Türen verschlossen und es ging ab in die Nacht nach Amman. Etwas Bammel, ob alles so klappt wie geplant, hatten wir schon. Vor allem da alles mitten in der Nacht stattfand, konnten einige Dinge schiefgehen. Folgendes musste nach der Ankunft in Amman um 4 Uhr morgens erledigt werden:

    • Bargeld holen (Visum kann nur mit Bargeld bezahlt werden)
    • Visum holen und Einreisekontrolle passieren
    • Mietwagen abholen
    • Tankstelle finden, da der Mietwagen leer übernommen wird
    • 30 km ohne Navi zum Hotel fahren
    • Das Hotel finden… (Google Maps kannte in Madaba nur die Hauptstraße)
    • Im Hotel einchecken

Die Ankunft

Am Flughafen angekommen lösten sich sämtliche Zweifel sehr schnell in Luft auf. Es gab sowohl einen Geldautomaten, als auch eine geöffnete Wechselstube. Die Immigration und Ausstellung des Visums ging sehr schnell und das Gepäck war auch sofort da. Am Mietwagenschalter (Payless Car Rental) war niemand. Lediglich bei Europcar war jemand anwesend. Der Mitarbeiter war sehr hilfreich und telefonierte den Payless-Angestellten in wenigen Minuten herbei. Die Übernahme des Wagens war ebenfalls problemlos, das Auto (Toyota Yaris Limousine) sehr gepflegt, nur total verraucht. Die Suche nach der Tankstelle war dann noch recht prickelnd. Der Payless-Mitarbeiter hatte uns zwar erklärt wo die nächste ist, allerdings waren wir uns trotzdem nicht ganz sicher. Zudem war der Tank des Wagens natürlich total leergeputzt und die Anzeige stand schon auf Reserve. Auf der Queen Alia Airport Street Richtung Amman fanden wir die Tankstelle schließlich. Gegen 5 Uhr morgens ging es weiter Richtung Madaba, in dem sich unser Hotel befindet. Als wir um halb 6 nach Madaba hineinfahren fängt gerade das Morgengebet an.

Eine wirklich unglaubliche Atmosphäre! Morgens um halb 6 zum ersten Mal in einem arabischen Land, die Sonne geht auf, der Muezzin singt, kein Mensch ist auf der Straße unterwegs, heruntergekommene Häuser, überall liegt Müll und wir wissen nicht genau, wo das Hotel ist. Jetzt geht das Abenteuer los :-)

Das Einchecken im Hotel war auch kein Problem, der Rezeptionist schlief auf einer Couch im Foyer des Hotels und „wartete“ auf uns. Um 6 Uhr fielen wir erschöpft in unser Bett, alles hatte ohne Zwischenfälle geklappt!

Auf zum Toten Meer

Leider wurden wir schon nach wenigen Stunden Schlaf durch irgendwelche Renovierungsarbeiten im Hotel geweckt. Das Frühstück war für uns Europäer sehr ungewohnt. Die Auswahl war recht klein, es gab eigentlich nur Marmelade, Tomaten, Gurken, Oliven und Fladen, Fladen, Fladen (Fladen sind Grundnahrungsmittel, die gibt es überall, zu jeder Mahlzeit und zu jeder Uhrzeit ;-)).

Nach dem Essen packten wir unser Zeug zusammen, zahlten den Übernachtungspreis (40 jordanische Dinar ~ 40€) und machten uns auf den Weg nach Petra.Nachdem wir aus Madaba raus gefunden hatten, fuhren wir über die Prince Al Hasan Street durch das Gebirge am Berg Nebo hinunter zum Toten Meer. Auf halbem Weg kamen wir zum ersten Mal an einen Checkpoint des Militärs. Die Soldaten wollten wissen wer wir sind, wo wir herkommen, wo wir hinwollen, was wir hier überhaupt tun und wie lange wir hier sind. Nachdem alles geklärt war und unsere Reisepässe überprüft waren hieß es „Welcome to Jordan“ und wir konnten weiterfahren. Da Madaba ca. 800 Meter über dem Meeresspiegel liegt, legt man auf dem Weg zum Toten Meer, welches 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, rund 1200 Höhenmeter zurück.

Sobald man auf die Straße, welche am Toten Meer entlangführt, einbiegt, folgt auch schon der nächste Militär-Checkpoint. Ein Soldat steht immer auf dem Humvee schußbereit am Maschinengewehr. Da hat man schon ein etwas komisches Gefühl ;-)

Durch den Checkpoint winkt man uns diesmal durch, nach wenigen Kilometern werden wir aber schon wieder durch einen Soldaten auf einem Motorrad angehalten. Es folgt die gleiche Prozedur wie zuvor und wir fahren weiter. Na, wenn das so weitergeht…

Die Straße entlang des Toten Meeres ist eigentlich keine wirkliche Küstenstraße. Man fährt immer in einiger Entfernung zum Toten Meer, was die Fahrt etwas unspektakulär werden lässt. Auf der Straße begegnet einem so manch älteres Gefährt, viele LKW’s und andere Trucks quälen sich mit schätzungsweise 5 km/h die steilen Straßen hinauf. Nach etwas über einer Stunde lassen wir das Gewässer schon hinter uns und fahren wieder in’s Gebirge Richtung Al-Karak. In Karak herrscht reger Verkehr und geschäftiges Treiben (siehe Bilder), genau so hatte ich mir arabische Städte vorgestellt! Es ist einfach total überwältigend bestimmte Situationen bzw. Szenen, welche man nur aus Filmen kennt, selbst live zu erleben. Beim Fahren durch die Stadt muss man ständig aufpassen, da die Menschen einfach kreuz und quer über die Straßen laufen.

Es geht weiter in die Pampa, durch die Wüste vorbei an Beduinen und Kamelen. Wir folgen einer Straße, welche ungefähr so breit wie eine 4-spurige deutsche Autobahn ist, aber keinerlei Straßenmarkierung oder Leitplanken besitzt. Die Tatsache, dass uns seit Ewigkeiten kein Mensch entgegengekommen ist, macht uns stutzig. Nach ca. 10 Kilometern endet hinter etlichen Straßenbaumaschinen die asphaltierte Straße.Die nun folgende „Straße“ ist weder asphaltiert, noch geschottert, sondern besteht aus teilweise aufgerissenem uraltem Asphalt mit extrem gemeinen und tiefen Schlaglöchern. Die weitere Fahrt führt 20 Kilometer in Schlangenlinien über diese abgrundtief schlechte Straße. Das ständige Umfahren der unzähligen Schlaglöcher bringt mich an den Rand der Belastbarkeit. Zwei Schlaglöcher nehmen wir mit voller Wucht mit und die Vorderachse mahnt uns mit Schlägen wie Kanonenschüsse. Jetzt hier mitten in der Wüste liegen zu bleiben wäre nicht so toll. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir endlich den King’s Highway und setzen unsere Fahrt Richtung Petra fort. Wie sich später herausstellte war die Straße gar nicht auf der Karte eingezeichnet. Die eigentliche Straße zum Highway liegt weiter südlich und hätte uns einigen Stress, aber auch ein kleines Abenteuer ;-), erspart. Warum wir überhaupt über den Highway gefahren sind, weiß ich nicht mehr. Deswegen bin ich mir auch nicht sicher, ob die Karte für diese Etappe stimmt, sieht irgendwie komisch aus  8-)

Unser Hotel in Wadi Musa, dem Ort, der am Eingang zu Petra liegt, ist ein etwas merkwürdiges Bauwerk. Das Gebäude hat 4 Stockwerke, ist dabei aber nur so breit wie ein einziger Raum und sieht demnach aus, als würde es bei einem Windstoß einfach umknicken  :-?

Die Sicht auf die Stadt aus unserem Zimmer ist aber grandios. Beim Abendgebet singen die Muezzins um die Wette und das ganze Tal wird beschallt.

Die Felsenstadt Petra

Der Eintritt in die verlassene Felsenstadt Petra ist mit 100€ pro Person ziemlich heftig. Da wir aber die Nacht zuvor in Wadi Musa verbracht hatten, mussten wir “nur” 50€ pro Person zahlen. Das lohnt sich aber definitiv und man soll im Urlaub ja nicht am falschen Ende sparen! Da die Zeit während des Sonnenaufgangs zum Fotografieren ideal ist, machten wir uns früh auf den Weg. Zu früh, wie sich herausstellte. Es war empfindlich kalt und die Sonne stand erst nach ca. 2,5 Stunden so, dass das “Schatzhaus” im Licht war. Es reicht also gut, wenn man mit dem Sonnenaufgang los läuft, und nicht davor. Die alten Gebäude und Gräber sind ziemlich beeindruckend und man staunt darüber, was die früher hier lebenden Menschen geleistet haben.

Mehr Bilder von Petra findet ihr hier!

Aqaba

Für die Nacht nach Petra gönnen wir uns mal richtigen Luxus und haben ein Zimmer im 5-Sterne Kempinski Hotel in Aqaba reserviert. Das Zimmer ist der helle Wahnsinn, das Bett saubequem und das Bad lädt zum Entspannen ein. Die Aussicht ist zwar nicht die beste, da das Zimmer etwas nach hinten versetzt liegt, man hat aber trotzdem einen tollen Blick auf das Rote Meer. Nach dem Einchecken geht es natürlich erstmal an die hoteleigene Poollandschaft zum Baden und in der Sonne liegen. Abends fahren wir noch mit dem Auto in die Innenstadt von Aqaba und lassen uns zum Probieren alles mögliche auftischen ;-)

Da Aqaba nahe an der Grenze zu Saudi-Arabien liegt, wimmelt es in der Stadt von Saudis in ihren dicken Ami-Schlitten. Nach dem Essen gehen wir zurück in unser Zimmer um alles bis in’s letzte Detail auskosten zu können. Es wird geduscht, gebadet, die Minibar geleert, im Bademantel auf dem Balkon gesessen, Nachtaufnahmen gemacht, ferngesehen, im Internet gesurft und und und… Irgendwann schlafen wir total erschöpft und glücklich ein ;-)

Am nächsten Morgen schlemmen wir noch am riesigen Frühstücksbuffet und machen uns dann schließlich auf den Weg in’s Wadi Rum.

Wadi Rum

Im Wadi Rum fährt man zunächst zum Visitor Center und entscheidet sich für eine der zahlreichen Jeep-Touren. Wir entschieden uns für eine mittlere Tour von 2,5h Länge mit vorangehendem Kamelritt. Das Reiten auf einem Kamel war für uns beide neu und sehr lustig. Mein Tier war nur etwas bockig und hat mich einmal fast abgeworfen.

Danach ging es weiter zur Lawrence’s Spring, zur großen Sanddüne, zum Siq, zur Little Bridge und zum Schluss noch in ein Beduinencamp. Die Tour ist auf jeden Fall zu empfehlen, allerdings sollte man besser eine längere buchen, um auch noch die anderen Sehenswürdigkeiten besuchen zu können. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, da wir anschließend die 350km in unser Hotel bei Amman fahren mussten. Auf der Autobahn ist zwar bis auf einige LKW’s nicht viel los, dennoch war die Fahrt recht anstrengend.

Mehr Bilder aus dem Wadi Rum gibt es hier!

Auf der Fahrt durchs Wadi Rum:

Für die nächsten Tage, während der Rallye, haben wir wieder ein Hotel in Madaba. Diesmal das Rumman Hotel, welches frisch renoviert ist und sehr geräumige Zimmer hat. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und alle 2 Tage gibt es ein landestypisches Abendessen, welches immer sehr lecker war!Aufgrund der Unruhen in Syrien werden die Rallye-Fahrzeuge und die gesamte Ausrüstung diesmal nicht durch Syrien transportiert, sondern mit einem Schiff nach Haifa in Israel gebracht und von dort nach Jordanien. Wie wir im Internet erfahren tobt auf dem Meer allerdings ein heftiger Sturm, wodurch das Schiff erhebliche Verspätung hat. Schlussendlich wird leider der erste Tag der Rallye abgesagt :-(

Wir sind dennoch froh, dass die Rallye nicht komplett abgesagt werden musste.

Ceremonial Start in Jerash

Am nächsten Tag findet nun statt dem regulären ersten Renntag der Shakedown der Rallye statt, bei dem die Teams das Setup ihrer Autos überprüfen. Als wir uns nach der Reise daheim die offiziellen WRC-Berichte anschauen sind wir aus dem Häuschen, da ich in einer Szene zu sehen bin, in der Fahrer Khalid Al-Qassimi auf meinem weißen Polo-Shirt unterschreibt (siehe Video unten), cooool ;-)

Nach dem Shakedown folgt Abends der „Ceremonial Start“, bei dem die Fahrer vorgestellt werden und über die obligatorische Startrampe fahren. Auf der Fahrt von Madaba nach Jerash wollten wir den großen Moloch Amman eigentlich umfahren, was uns aber leider nicht gelingt. Nach einigen Kilometern werden wir von den Rallyewagen überholt, welche auch auf dem Weg nach Jerash sind. Vom Rallyewahn gepackt ignorieren wir gekonnt die Straßensperrung und fahren dem Rallyetross hinterher. Leider biegen wir irgendwann falsch ab, verlieren die Rallyekolonne und befinden uns auf einmal mitten in Amman.

Der Straßenverkehr in Amman ist das übelste, was wir bis jetzt erlebt haben. In Athen ging es zwar auch chaotisch zu, Amman ist aber einfach nur verrückt. Rote Ampeln interessieren nicht, blinken tut fast niemand und Fahrspuren gibt es so viele, wie benötigt werden. Da wird schonmal aus einer 3-spurigen Straße eine 6-spurige und der Schotterstreifen neben der Straße wird mitbenutzt. An einer hoffnungslos überlasteten Kreuzung steigert sich das Ganze nochmals und ich sehe schon einen Unfall kommen. Jetzt einige Monate später wundere ich mich immer noch, das wir ohne Schaden durchgekommen sind ;-)

Rechts und links von uns LKW’s, welche nicht nachgeben, dauernd hupen und um jeden Zentimeter kämpfen. Wer nicht bei Rot fährt wird vom Hintermann behupt. Einfach verrückt, aber ein Erlebnis an das wir uns immer erinnern werden und das ist schließlich alles was zählt ;-)

Auf der Straße

Auf Jordaniens Straßen gibt es viel zu sehen… :-)

Das Mahl des Todes

Nachdem wir uns nach dem Ceremonial Start in Jerash erfolgreich durch Amman zurück nach Madaba gekämpft hatten fand dort irgendeine Feier statt und hunderte von Menschen waren unterwegs (siehe Video unten). Da es an diesem Abend im Hotel nichts zu Essen gab, fuhr ich nach dem Duschen noch schnell zu einem Chicken Fast Food Restaurant. Abends geht es in arabischen Städten genauso zu wie man es aus Filmen kennt. Die halbe Stadt ist unterwegs, überall fahren Autos, es wird gehupt, herum geschrien und sich lautstark unterhalten. Verkehrsregeln gibt es kaum, jeder überquert die Straße wie es ihm gerade passt. Zudem queren nicht nur Fußgänger die Straße, es rennt auch schon mal ein Huhn, eine Ziege oder einfach ein Hund vorbei. Die Atmosphäre ist einfach unglaublich.

Beim Fast Food Typen angekommen schaue ich mir die Bilder über der Theke an und überlege was ich wohl nehmen soll. Die Menüs sind allesamt recht billig (2-5 Euro) und ich bestelle schließlich eines für 4 Euro. Auf dem Bild des Menüs sind zwei Getränke abgebildet, was mich zu der Annahme bringt, dass es für 2 Personen gedacht ist und ich frage somit nicht weiter nach. Nach ca. 10 Minuten kommt der Verkäufer und bringt mir erstmal eine riesige 2 Liter Flasche Sprite. Mir schwant Böses. Kurz darauf fahre ich beladen mit ca. 15 frittierten Hühnerteilen, etlichen Burgerbrötchen, zwei riesigen Portionen Pommes, Salaten und zig Saucen zurück ins Hotel.

Beim Anblick des pervers monströsen Haufens Essen auf unserem Bett wird uns schon fast schlecht. Wir essen trotzdem ca. die Hälfte und verstauen den Rest aufgrund der Geruchsentwicklung von frittiertem Etwas auf dem Fenstersims außen. Buuuuahhhhhh….

Stimmung auf einem Fest in Madaba:

Erster Tag der Rallye

Am nächsten Morgen ging es nun endlich zur ersten richtigen Wertungsprüfung der Rallye Jordanien. Ausgesucht hatten wir uns die Prüfung „Jordan River“, welche entlang des Jordans an der Grenze zu Israel verläuft. Ursprünglich wollten wir zum Start der Prüfung fahren und von dort zu Fuß an der Strecke entlanglaufen. Aber es sollte anders kommen…

Der Start der Prüfung lag leider in militärischem Sperrgebiet und prompt standen wir in der Militärkontrolle vor der King Hussein Bridge. Diese kann mit dem eigenen Auto nicht passiert werden, sondern anscheinend nur mit einem Bus. Da der jordanische Soldat dachte, wir wollten das dennoch mit unserem Mietwagen tun, wurde ich in das Büro des Kommandanten gebeten.

Die ganze Szene hätte aus einem Film stammen können. Ein verrauchtes Büro, der Kommandant ist mit einer Zigarre im Mund am Herumbrüllen und will unsere Reisepässe sehen. Auf arabisch brüllte er irgendwas zu seinen Kollegen und gestikulierte wild in der Luft herum. Etwas Bammel hatte ich schon, da ich nicht wusste ob wir uns jetzt bereits strafbar gemacht hatten und wie es nun weitergehen soll.

Da der Kommandant, oder Chef, oder welche Position er auch immer bekleidete, noch damit beschäftigt war, einen anderen Typen rund zu machen, dachte ich nochmal über die Situation nach. Für die Überquerung der Brücke braucht man wohl eine Sondergenehmigung, welche man an der Grenzkontrolle sehen wollte. Ich begann ihm zu erklären, dass wir uns verfahren hätten und nicht nach Israel möchten, sondern in Jordanien die Rallye besuchen wollen.

Plötzlich war alles klar, wir bekamen unsere Pässe wieder und schon saßen wir wieder im Auto und fuhren davon. Alles halb so schlimm ;-)

Die Zufahrt zur Strecke fanden wir schließlich nur indem wir einem anderen Mietwagen auf gut Glück hinterher fuhren. Hier hatten wir wirklich extremes Glück, da in dem anderen Wagen zwei französische WRC-Fotografen unterwegs waren und uns somit direkt an eine der schönsten Stellen der Rallye führten. Das Grenzgebiet entlang des Jordan ist wirklich eine wunderschöne Gegend.

Khalid unterschreibt auf meinem T-Shirt:

Beim Ceremonial Start in Jerash:

Zweiter Tag der Rallye

Am zweiten Tag der Rallye pendelten wir zwischen den beiden Wertungsprüfungen „Bahath“ und „Baptism Site“. Da die beiden Prüfungen sehr nahe beieinander lagen konnten wir die Autos vier Mal sehen. Die erste Prüfung „Bahath“ lag direkt neben Amman in einer wunderschönen vielfältigen Landschaft. Zuschauer gab es nur sehr wenige, Streckenposten gar keine und wir konnten uns frei an der Strecke bewegen. Die Prüfung „Baptism Site“ führte direkt am Fluß Jordan durch die Gegend, in der sich die Taufstätte Jesu befindet. Da diese auch gleichzeitig die Powerstage war, welche im TV übertragen wurde, war dort schon wesentlich mehr los.

Fotos und Videos

Unsere Fotos der Rallye Jordanien könnt ihr entweder in der Galerie ansehen, oder in diesem Silder:

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Gefilmt haben wir kaum, die beiden Videos unten sind eigentlich die einzigen :-)

Das Tote Meer

Der zweite Rallyetag war zugleich auch unser vorletzter Tag in Jordanien. Was fehlte noch? Natürlich kann man nicht etliche Male am Toten Meer vorbeifahren und nicht darin baden!

Nachdem man Richtung Süden die 5-Sterne Hotels passiert hat befindet sich auf der rechten Seite eine Art öffentliches „Freibad“. Da dieses aber hoffnungslos überfüllt war und wir ja nur mal kurz im Wasser „schweben“ wollten fuhren wir noch ein Stück weiter. Hinter dem Freibad parkten wir unseren Wagen oben an der Straße und stiegen hinab zum Toten Meer. Dort bot sich uns ein nicht so toller Anblick. Der gesamte „Strand“ ist zugemüllt mit Abfall. Was da so alles rumlag wollten wir gar nicht genau wissen. Fest stand – da müssen wir jetzt durch und rein in’s Wasser. Das Wasser ist relativ warm und nicht wirklich erfrischend, der Auftrieb ist aber wirklich genial. Man braucht sich nur nach hinten fallen zu lassen und treibt sofort an der Wasseroberfläche – eine tolle Erfahrung :-)

Nach den obligatorischen Bildern mit was zum Lesen in der Hand – bei uns war es das Magazin der Rallye Jordanien – trieben wir noch eine Weile durch die Gegend und fuhren schließlich zum Hotel zurück.

Der letzte Tag

Am letzten Tag stand nicht mehr viel auf dem Plan. Eine gute Stunde verbrachten wir auf dem Berg Nebo, danach wollten wir uns nochmal durch Amman schlagen und einige der typischen arabischen Kopftücher kaufen. Die Fahrerei durch Amman kannten wir ja schon, der Verkehr war natürlich auch heute nicht besser. Man muss jede Sekunde voll konzentriert sein, damit man keinen Fußgänger über den Haufen fährt oder einen Unfall baut. Nach zwei Stunden rumgondeln hatten wir beide keinen Nerv mehr und beschlossen das Stadtzentrum schleunigst wieder zu verlassen. Leider ging unser Flug erst mitten in der Nacht um halb 4. Bis dahin waren es noch mehrere Stunden und wir hatten keine große Motivation mehr um irgendetwas zu unternehmen. Abseits des Rallyetrubels und den anderen Touristenzentren ist es für Europäer in einem arabischen Land eben doch sehr ungewohnt. Um uns die Zeit zu vertreiben besuchten wir noch die riesigen Einkaufszentren City Mall und Mecca Mall. Diese sind von europäischen Einkaufszentren kaum zu unterscheiden und total westlich ausgerichtet. Gegen Abend machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen und wurden auf dem Highway noch von einigen schwarzen Pickups mit doppelt bereifter Hinterachse und voll ausgerüsteten Soldaten überholt.

Am Flughafen stand dann nur noch 6 Stunden rumhängen an, es gibt wohl nichts ätzenderes. Der Check-In dauerte dann auch noch eine gefühlte Ewigkeit und irgendwann saßen wir schließlich total erschöpft im Flieger. In Budapest dann die gleiche Hetzerei wie beim Hinflug und ab ging es nach Hause :-)

Das Fazit der Reise?

Der Trip war wirklich super! Das erste Mal in einem arabischen Land, kaum etwas ist mit Europa vergleichbar, andere Kultur, andere Sitten, einfach genial. An diese Reise werden wir uns sicher noch ewig erinnern und das ist schließlich das wichtigste – Erinnerungen! Würden wir wieder nach Jordanien reisen? Ja – definitiv!

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