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Dieses ekelhafte Vieh kommt direkt aus der Hölle

Schlangen, Spinnen und andere eklige und gefährliche Tiere in Australien

Lässt man sich von dem ein oder anderen Artikel über Australien erschrecken könnte man fast meinen, dass einem in Down Under quasi jedes Tier unbarmherzig nach dem Leben trachtet. Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug erwarten einen die vier giftigsten Schlangen der Welt direkt an der Gangway. Der Inlandtaipan hängt schon fies züngelnd von der Kabinentür herab, eine King Brown Snake lugt schelmisch um die Ecke, Todesotter und Tiger Snake schütteln sich die Schwänze und verstecken sich in den Griffen der Koffer, um die ahnungslosen Touristen beim Griff nach ihrem Gepäck mit einem schnellen Biss um die Ecke zu bringen. Hat der arglose Tourist dies überlebt erwartet ihn beim ersten Toilettengang im Flughafen schon eine Redback Spider (Rotrückenspinne) unter dem Toilettensitz und eine Sydney Funnelweb Spider (Sydney-Trichternetzspinne) versteckt sich im Klopapierhalter. Ach ja, diese beiden knuddeligen Zeitgenossen sind natürlich die zwei giftigsten Spinnen der Welt. Auf der Konferenz der gefährlichen Tiere haben diese wohl einstimmig beschlossen allesamt nach Australien zu ziehen und dort ihr Unwesen zu treiben.

Tatsächlich ist es nicht ganz so schlimm und auch Schlangen- und Spinnenhasser wie Michelle überleben in Australien länger als zwei Tage. Genauer gesagt knapp 11 Monate, denn so lange waren wir von September 2012 bis August 2013 in Australien unterwegs. Natürlich haben auch wir im Vorfeld so einiges über Australien gelesen und hatten selbstverständlich einigen Respekt davor irgendeinem dieser Viecher dort in Echt zu begegnen. Ein paar eklige Stories von Bekannten und anderen Australienreisenden flößten uns noch mehr Respekt ein. In Perth hängen schon mal handtellergroße Huntsman-Jagdspinnen an der Wand und springen einem ins Gesicht wenn man ihnen zu Nahe kommt. An Campingmobilen sitzen sie gerne mal unter Türgriffen oder verstecken sich im Radkasten um beim Öffnen der Tür blitzschnell hineinzukrabbeln. Ganz zu schweigen von den Horrorstories über Krokodilangriffe und Unfällen mit Quallen. Fast traut man sich nur noch mit schwerer Rüstung in dieses Land voll gemeiner Lebewesen.

Schlangen sieht man relativ oft

Könnte eine Brown Snake sein?

Bei solch einer langen Reisedauer von 11 Monaten war uns klar, dass wir zwangsläufig dem ein oder anderen dieser Tiere über den Weg laufen werden. Rückwirkend betrachtet haben wir allerdings extrem wenige dieser Tiere überhaupt zu Gesicht bekommen, diese lassen sich quasi an beiden Händen abzählen. Begegnet einem trotzdem einmal eines kann einem mit etwas gesundem Menschenverstand eigentlich nichts passieren. Am häufigsten haben wir Schlangen und Spinnen gesehen – allerdings auch viele, die gar nicht giftig sind, wie z.B. Pythons. Eine gelbe Python lag in Biloela, Queensland einfach mitten auf der Straße. Eine dicke grüne Python schlängelte sich vor unserem Auto auf dem Weg zu einem Campingplatz in New South Wales über die Straße. In der Tat sind wir in den 11 Monaten keiner einzigen Schlange persönlich gegenüber gestanden. Sämtliche Begegnungen hatten wir, als wir im Auto saßen bzw. gerade gefahren sind. Das kam sogar relativ häufig vor, die ein oder andere Schlange haben wir dabei auch mehr oder weniger unabsichtlich überfahren. Eine Brown Snake habe ich auf dem Feld des Milchhofs, bei welchem wir viereinhalb Monate gearbeitet haben mit dem Bagger überfahren – ein Biss reicht um eine Kuh zu töten. Rennt einem in Deutschland mal eine Katze vors Auto ist das in Australien eben eine Schlange.

  • Eine hübsche gelbe Python

    Eine hübsche gelbe Python

  • Nicht-tödliche Rotbäuchige Schwarzotter

    Nicht-tödliche Rotbäuchige Schwarzotter

Spinnen sind selten, vor allem giftige

Eine Redback Spider

Spinnen haben wir auch ein paar gesehen, allerdings weniger als Schlangen. Eine einzige Redback Spider bekamen wir in Albury, New South Wales am Toilettenpapierhalter einer öffentlichen Damentoilette zu Gesicht. Dort hing sie gut sichtbar im Licht und baumelte im Wind hin und her. Außen an unserem Container auf der Milchfarm im südlichen New South Wales hatten wir ohne Übertreibung eine Hundertschaft an Spinnen hängen. Da wir aber keine Ahnung von Spinnen haben konnten wir diese nicht wirklich einordnen, die meisten waren wohl ungefährlich. Nur ein einziges Mal hatten wir in viereinhalb Monaten eine im Haus, die mir auf dem Sofa sitzend den Rücken hochgekrabbelt ist – ein kurzer Schockmoment! Die restlichen Gesellen hatte unser Farmer kurzerhand mit irgendeinem Gift eingesprüht, das hat ihnen den Garaus gemacht – nach einigen Wochen waren aber schon einige ihrer Brüder und Schwestern zurück. Ansonsten haben wir nicht viele Spinnen zu Gesicht bekommen. Hier und da baumelt eine in ihrem Netz, aber das ist ja nichts besonders. Richtig große Spinnen haben wir gar nicht gesehen.

  • Keine Ahnung wie die heißt, auf jeden Fall ist sie fett und eklig

    Keine Ahnung wie die heißt, auf jeden Fall ist sie fett und eklig

  • Ein etwas größeres Exemplar

    Ein etwas größeres Exemplar

  • Ebenfalls keine Ahnung wie die heißt

    Ebenfalls keine Ahnung wie die heißt

  • Spinne

    Spinne

  • Irgendeine hüpfende Spinne in Biloela, Queensland

    Irgendeine hüpfende Spinne in Biloela, Queensland
    tiere_13_spinne

Ekelhafte Insekten

Eine Hercules Moth. Natur, was zum Geier denkst du dir dabei?

Alles was kreucht und fleucht fühlt sich natürlich ebenfalls in Australien pudelwohl. Die ekligste Begegnung hatten wir an einem wunderschön gelegenen Rastplatz in Edi, Victoria. Dort hatten wir das zweifelhafte Vergnügen Zikaden in ihren verschiedenen Stadien der Schlüpfung beobachten zu können. Unglaublich ekelhaft sieht es aus, wenn sie ihre fetten schleimigen Leiber aus ihren Puppenhäusern herausdrücken und einen mit ihren roten Glubschaugen ansehen. Überall hingen diese Ekelbatzen auf dem Platz herum. An Grashalmen, an unseren Reifen, in der Toilette. Es war kaum möglich diesen Schleimbatzen aus dem Weg zu gehen, ein paar haben wir auch unabsichtlich zertreten – ganz toll mit Flip-Flops. Eine Schlange haben wir dort auch mal durchs Wasser des nahe gelegenen Baches flitzen sehen. Trotzdem haben wir es einige Tage dort ausgehalten, irgendwann wird man sozusagen resistent und es juckt einen gar nicht mehr. Auch in Biloela auf der Kräuterfarm kamen uns Abends einige komische Insekten auf der Terrasse besuchen, vor allem allerlei Fliegezeugs von welchem wir gar keine Fotos haben. Wobei der Nashornkäfer und die Gottesanbeterin ja eher knuffig sind :-)

  • Igitt

    Igitt

  • Direkt aus der Hölle

    Direkt aus der Hölle

  • Schnell weg hier

    Schnell weg hier

  • Nashornkäfer in Biloela, Queensland

    Nashornkäfer in Biloela, Queensland
    tiere_11_nashornkaefer

  • Keine Ahnung was das ist? ;-)

    Keine Ahnung was das ist? ;-)
    tiere_12_keine_ahnung

  • Eine Gottesanbeterin im Basilikum-Acker

    Eine Gottesanbeterin im Basilikum-Acker
    tiere_14_gottesanbeterin

Krokodile, Schni, Schna, Schnappi

Ansonsten haben wir nicht viele gefährliche Tiere zu Gesicht bekommen. An der Gibb River Road hat man in der Windjana Gorge die Möglichkeit bis auf wenige Meter an Süßwasserkrokodile heranzukommen. Diese sind relativ ungefährlich, da sie nur angreifen falls sie sich bedroht fühlen. Bei Salzwasserkrokodilen sollte man das nicht tun. An quasi allen Gewässern, in welchen sich Krokodile aufhalten, sind in Western Australia, im Northern Territory und in Queensland zudem Warnschilder angebracht. Wer sich daran hält und dort nicht baden geht hat in der Regel auch nichts zu befürchten. Etwas komisch war es beim Baden in den Nationalparks Kakadu und Litchfield im Northern Territory. Dort kann in der Trockenzeit in den überwachten Seen im Allgemeinen gefahrlos gebadet werden, da sämtliche Krokodile, die sich durch den höheren Wasserstand in der Regenzeit in die Badegegenden verirrt haben von den Rangern nach der Regenzeit entfernt werden. Trotzdem heißt es auf Warnschildern: Crocodiles can enter this area undetected at anytime, also in dry season.

Krokodile können also jederzeit, auch in der Trockenzeit, unbemerkt wieder in diese Gegend kommen – aha. Trotzdem ist hier die Hölle los und eine Hundertschaft an Familien vergnügt sich mit ihren Kindern im Wasser. Die Australier werden schon wissen was sie tun, denken wir und springen ins kühle Nass. Salzwasserkrokodile lassen sich super von einem der Boote auf dem Adelaide River im Northern Territory beobachten – dort werden Touren zu den sogenannten Jumping Crocodiles angeboten, Krokodilen, die sich aus dem Wasser an Stangen hängende Fleischstücke schnappen.

  • Beängstigend!

    Beängstigend!

  • Das Essen muss nur noch hineinlaufen

    Das Essen muss nur noch hineinlaufen

  • Bewegungslos wie eine Skulptur

    Bewegungslos wie eine Skulptur

Quallen und Haie lassen sich einfach umgehen

Angespülter Riffhai

Unliebsame Begegnungen mit Quallen wie den äußerst gefährlichen Box Jellyfish oder Irukandji Jellyfish hatten wir gar keine, diese lassen sich auch am einfachsten vermeiden. Einfach nirgends baden, wo es Quallen-Warnschilder gibt und die Quallensaison in den unterschiedlichen Regionen beachten. Bei unserer Schnorcheltour in den Whitsunday Islands mussten wir zur Sicherheit trotzdem quallensichere Neoprenanzüge – sogenannte stinger suits – anziehen, obwohl die Saison eigentlich schon vorbei war. Genau gleich verhält es sich auch bei Haien. Bevor man irgendwo baden geht sollte man sich zuvor immer darüber informieren, was hier so alles herumschwimmt. Auf Kangaroo Island hatten wir in der traumhaften Bucht Vivonne Bay einmal eine Begegnung mit einem Hai. Dieser lag halbtot, verwundet von einem Angelhaken, am Strand im Sterben. Dabei handelte es sich aber um einen ungefährlichen Riffhai. Die australische Familie neben uns hat ihn wieder ins Wasser geschubst und ist danach mit ihren Kindern baden gegangen. Hach, die Australier sind halt entspannt ;-)

Ab nach Australien!

Wer also einige Grundregeln beachtet und gesunden Menschenverstand walten lässt sollte sich von Horrorgeschichten aus dem Internet nicht von einer Australien-Reise abbringen lassen. Dieses fantastische Land mit seinen freundlichen, hilfsbereiten Menschen, der unglaublichen Vielfalt an Tieren, wunderschönen Stränden und genialen Landschaften ist definitiv eine Reise wert. Aber man sollte sich vorher informieren! Alles im Leben hat zwei Seiten und man muss sich immer über beide Seiten informieren.

Folgende Grundregeln sollte man beim Wandern immer beachten:

  • Lange Hose und feste Schuhe anziehen
  • Nicht durch hohes, dichtes Gras laufen, auf den Wegen bleiben
  • Bei Unsicherheit geräuschvoll Auftreten, das verscheucht viele Tiere
  • Erst auf die andere Seite schauen bevor man über Äste steigt
  • Nicht einfach irgendwo hineingreifen (Holz, Zweige, etc.)
  • Grundsätzlich alle Spinnen, Schlangen etc. als gefährlich betrachten
  • Vorher informieren bevor man irgendwo Wandern geht und Warnschilder beachten
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