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Schnorcheln am Michaelmas Cay, Great Barrier Reef

Schnorcheln am Great Barrier Reef: Michaelmas Cay mit Ocean Spirit Cruises

Wer in Australien ist und nicht am Great Barrier Reef schnorcheln geht, ist selber schuld. Wir entschieden uns fürs Michaelmas Cay mit Ocean Spirit Cruises. Das Great Barrier Reef ist mit unglaublichen 2.300 Kilometern Ausdehnung das größte Korallenriff der Erde. Im Gegensatz zum Ningaloo Reef in Western Australia liegt es nicht direkt vor der Küste sondern man muss mit einer gebuchten Tour hinausfahren. Am nächsten liegt das Riff vor Cairns, von dem es “nur” 30 Kilometer entfernt ist (am weitesten bei Gladstone: 250 km). Entdeckt wurde es im Juni 1770 von Captain James Cook, als er am Cape Tribulation mit seinem Schiff HMS Endeavour auf Grund lief. Da dieses Ereignis ihm und seiner gesamten Besatzung fast zum Verhängnis geworden wäre – sie brauchten einen ganzen Monat um das Schiff zu reparieren – gab er dem Kap den Namen Cape Tribulation (“Kap des Trübsals”). Wer mehr über Cook und seine Reisen erfahren möchte dem sei das Buch Cook: Die Entdeckung eines Entdeckers ans Herz gelegt. Seit 1981 zählt das Great Barrier Reef als UNESCO Weltnaturerbe und wird auch als eines der sieben Weltwunder der Natur bezeichnet (wobei sich das wohl ständig ändert).

Tour zum Great Barrier Reef mit Ocean Spirit Cruises

Nachdem wir uns in irgendeiner der zahlreichen Touragenturen in Cairns über Trips zum Great Barrier Reef informieren werden wir vom Überangebot durch zahlreiche Anbieter förmlich erschlagen. Die nette Dame der Agentur kommt uns jedoch freundlich entgegen und erklärt uns, dass der Unterschied eigentlich nur im Standard der Schiffe liegt. Günstige Touren starten bei rund $100 pro Person, dafür fährt man aber auch auf einem ziemlich alten Pott. Für $200 bekommt man schon ein recht schnittig aussehendes Schiff. Wir entscheiden uns mit knapp $150 für die Mitte – Ocean Spirit Cruises. Ansonsten gibt es zwischen den verschiedenen Schiffen minimale Unterschiede wie z.B. einen eigenen Koch an Bord und die Auswahl der Schnorchel-Locations.

Im Gegensatz zu den Whitsunday Islands, wo wir letztes Jahr eine Tour zum Whitehaven Beach machten, sind hier in Cairns verschiedene Dinge wie der Bustransport zum Boot und Getränke auf dem Boot nicht im Preis inklusive. Wasser und Kaffee gibt es meist umsonst, aber für Softdrinks muss man extra bezahlen (~ $2,50 pro Dose). Auf dem Katamaran Camira bei den Whitsunday Islands war sogar der Alkohol umsonst.

Manche Boote fahren zu 2-3 verschiedenen Orten und man schnorchelt von einer Art schwimmender Plattform aus, während andere nur zu einem Ort fahren, wo man dann z.B. von einer kleinen Sandbank aus schnorchelt. Da wir sowieso keine Ahnung von den verschiedenen Locations haben wählen wir mit Ocean Spirit Cruises einen Anbieter, welcher nur zu einer Location fährt, der Koralleninsel Michaelmas Cay. Diese liegt ca. 40 Kilometer von Cairns entfernt und man benötigt rund zwei Stunden um hinzukommen. Eine Location hört sich für uns irgendwie entspannender an, da man nicht ständig hin und her hetzen muss. Aber es sollte anders kommen…

Abfahrt zum Michaelmas Cay von Cairns

Zwei Stunden dauert’s bis zum Riff

Um 08:30 Uhr morgens parken wir Troopy in der Nähe der Marina von Cairns und machen uns auf zum Finger A, so werden hier die Bootsstege genannt. Parken ist in Cairns sonntags umsonst, so dass wir uns die Bus- und eventuelle Parkgebühren sparen. Nach kurzer Suche finden wir unseren Pott, einen ziemlich großen Katamaran, auf den wohl bis zu 150 Leute drauf passen. So voll wird es zum Glück nicht und wir quartieren uns im Heck des Schiffes auf etwas ungemütlichen Plastikstühlen ein. Kurz nach der Abfahrt gibt es am Bug des Schiffes eine Einweisung für alle englischsprachigen, für Japaner gibt es extra ein japanisch sprechendes Crewmitglied. Bei der Einweisung verstehen wir nur die Hälfte, denn die Lautsprecher sind viel zu leise und der Motor des Bootes brummt wie ein missmutiger alter Bär.

Dass die vorwiegend desinteressierten Gäste einweisende Crewmitglied versucht die gelangweilte Schar durch einige heitere Späße etwas aufzulockern, was nicht zuletzt durch den grantig vibrierenden Motor unterbunden wird, denn kaum jemand versteht etwas, wie aus den fragenden Blicken der anderen zu lesen ist. Falls aus irgendeinem Grund der Kapitän also das Verlassen des Bootes anordnet solle man sich zunächst an der Reling vornüber beugen, sicherstellen dass keine Haie oder Krokodile anwesend sind, und erst nachdem man jene freundlich dazu aufgefordert hat aus dem Weg zu gehen, ins Wasser springen. Der eigentlich recht amüsante Spaß geht jedoch im auf dem Deck herrschenden Lärm unter und in den meisten Gesichtern sieht man nur Fragezeichen.

Kurz nach den weiteren Sicherheitseinweisungen fällt auch noch das Mikrofon aus, wodurch es quasi unmöglich wird den Typen überhaupt noch zu verstehen. Er erklärt noch irgendwas bezüglich dem Schnorcheln und dann ist die Einweisung auch schon beendet. Wir verziehen uns wieder ins Heck und harren der Dinge, die da kommen. Den Lautsprecherdurchsagen der Crew ergeht es ähnlich wie dem Einweiser. Man versucht uns irgendwas mit irgendwelchen Tickets zu erklären, die man sich wohl jetzt schon holen müsste. Wir gehen also hinunter in die Lounge und müssen nochmal nachfragen.

Anscheinend gibt es zusätzlich zum Schnorcheln auch noch eine Tour mit einem Halb-U-Boot. Für diese müsse man sich jetzt schon ein Ticket nehmen und sich entweder für 10:30 Uhr, 13:00 Uhr oder 13:30 Uhr entscheiden. Planlos nehmen wir eins für 13:00 Uhr, womit wir später immerhin Glück haben werden. Wann und wie oft man schnorcheln kann wird nicht erklärt oder der brummende Bär hat es verschluckt.

Michaelmas Cay: Schnorcheln im Garten Eden

Nach zwei Stunden Fahrt kommen wir gegen 10:30 Uhr am Michaelmas Cay an (Foto von oben – ein Traum). Die sagenhafte winzige Sandinsel inmitten des tiefblauen Ozeans lockt uns an wie griechische Sirenen. In ziemlicher Hektik packen wir unsere Sachen (Maske, Schnorchel, Flossen, Handtuch, GoPro) und schaffen es trotzdem erst aufs zweite Boot zum Strand. Dort legen wir sofort unsere Ausrüstung an und springen ins angenehme Nass. Auf dem Schiff gibt es die Möglichkeit sich (wieder mal) gegen eine extra Gebühr von $8 ein wet suit zu mieten, was viele auch nutzen, wir verzichten jedoch darauf. Die Australier sind da sowieso ziemlich verweichlicht und schreien egal wo beim ins Wasser gehen ständig “Oooh, it’s cold“. Eine Frau in Westaustralien meinte doch mal allen Ernstes zu uns, dass sie erst ab Außentemperaturen von 40°C baden geht, darunter ist es ihr zu kalt. Wir sind da wohl kälteres gewöhnt als diese Waschlappen ;-)

Vom Michaelmas Cay schnorcheln zu gehen ist quasi das Gleiche wie am Ningaloo Reef. Vom Strand ins Wasser laufen, Kopf rein und los geht’s, denn das Riff liegt direkt vor der Insel. Muss doch bei einer Koralleninsel auch so sein, oder? Keine Ahnung, ist aber auch egal, denn zum Nachdenken haben wir keine Zeit, da uns die fantastisch fremde und märchenhaft schöne Unterwasserwelt sofort in ihren Bann zieht. Es ist einfach atemberaubend. Riesige Papageienfische schwimmen direkt vor uns her, große Schwärme anderer Fische knabbern an den Korallen und sind von uns total unbeeindruckt. Die Vielfalt der Korallen ist der absolute Wahnsinn. Es gibt tiefe Schluchten, hohe Berge und steil abfallende Hänge. Alle Farben und Formen sind vorhanden, es ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Leider sehen wir außer zwei Rochen keine Schildkröten oder andere größere Meeresbewohner. Dafür mehrere gewaltige Riesenmuscheln in den verschiedensten Farben. Bis zu 1,40 Meter werden diese groß und können bis zu 400 Kilo wiegen, sie sind wirklich dicke Brocken. Die eine hat einen dunkelvioletten Mund, die andere einen grünen und auch blaue sehen wir. Als wir an einer vorbei schnorcheln schließt sie sich blitzschnell, was uns irgendwie an einen ekligen Alien erinnert. Diese fremde Welt ist für uns, die wir ja erst zum dritten Mal schnorcheln, wie von einem anderen Planeten.

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Stress auf dem Schiff der Ocean Spirit Cruises

Das Essen ist super

Ja, Stress muss man es irgendwie nennen, denn wir hatten uns alles doch etwas entspannter vorgestellt. Nach dem ersten Schnorchelgang fahren wir mit dem Beach Buggy zurück zum Schiff, denn es gibt auch schon Mittagessen. Also zack zack hoch zu unseren Sachen, umziehen und wieder runter zum Essen fassen. Das Buffet ist reichhaltig und das Essen schmeckt ausgezeichnet. Es gibt eingelegte Hähnchenschenkel, panierten Fisch, angebratene Nudeln mit Gemüse, Scampi, tolle Salate (Wassermelone mit Schafskäse, mmmh!), gebratenen Kürbis und noch einige ausgefallene Speisen. Der eigene Koch lohnt sich hier wohl.

Nach dem Essen ist es auch schon 13:00 Uhr und wir müssen hinunter zu unserer Halb-U-Boot-Tour. Am Einstieg fragen wir einen von der Crew, wann das Schiff denn zurück nach Cairns fahre. Gegen viertel vor Drei meint er, und erwähnt dann noch, dass diejenigen mit der 13:30 Uhr Tour gar keine Zeit mehr hätten um nochmal schnorcheln zu gehen. Na super, wieso hatte das heute Morgen niemand erwähnt? Zum Glück haben wir zufällig die frühere Tour genommen, sonst würden wir uns jetzt ärgern und müssten auf eins von beidem verzichten.

Das Halb-U-Boot ist, wie der Name schon sagt, eine Art Kreuzung zwischen einem normalen Schiff und einem U-Boot (Bild von einem Halb-U-Boot bzw. Glasbodenboot). Der Kapitän sitzt dabei zum Steuern des Gefährtes in ca. drei Metern Höhe auf der “Brücke” über Wasser, während die Passagiere unter Wasser in einer Röhre die Unterwasserwelt bestaunen dürfen. Für jemand mit Platzangst ist das nichts, denn unten geht es ziemlich eng zu. Der Blick in die Tiefe ist dafür umso besser, denn wir sehen unendlich viele Fische, tiefe Korallen-Canyons und sogar noch eine ziemlich große Schildkröte. Sanft wiegen sich die Spaghetti-Korallen in der Strömung und sehen dabei aus wie tausende glibberige Tentakel.

Zurück zum Michaelmas Cay, wir wollen mehr vom Great Barrier Reef sehen

Nach der Fahrt mit dem Semi-U-Boot hetzen wir wieder hoch, ziehen uns um, schnappen die GoPro und fahren mit dem ersten Boot wieder zur Insel, denn wir haben nur noch 45 Minuten Zeit. Kaum ist Patrik im Wasser schwimmen einige dicke Papageienfische vor ihm her und er filmt sie beim Knabbern mit ihren ulkigen Schnäbeln, welche überhaupt nicht zu einem Fisch passen. Die Videos können wir leider erst in Deutschland hochladen, wenn wir gescheites Internet haben. Seelenruhig schwimmen sie nur ca. einen halben Meter vor ihm her – eine außergewöhnliche Erfahrung!

Michelle hat leider nicht so viel Glück, denn ein Fisch verwechselt sie mit einer Koralle und knabbert sie an, worauf sie erschrickt und sich das Bein an einer Koralle aufschürft. Danach ist das Schnorcheln erstmal abgehakt. Patrik paddelt noch etwas durch die Gegend und wird kurze Zeit später schon aus dem Wasser gepfiffen, denn es geht schon wieder zurück nach Cairns. Wie jetzt? 45 Minuten schon um? Das gibt’s doch nicht. Die Zeit vergeht viel zu schnell.

Buckelwale auf dem Rückweg nach Cairns

Ein gewaltiges Tier macht einen gewaltigen Pflatscher

Die Rückfahrt ist bis auf teilweise ziemlich raue See, die Patrik gar nicht gut bekommt, ziemlich unspektakulär. Moment mal! Da war doch noch was? Buckelwale! Nach ca. einer Stunde schreit plötzlich jemand “Whales, whales!!” und Tatsache: In einiger Entfernung vom Schiff schwimmen mehrere Buckelwale. Zu unser aller Entzückung schwimmen sie nicht nur, sondern springen alle paar Minuten in einem gewaltigen Satz aus dem Wasser! Große Wale, kleine Wale, alles ist vertreten. Es ist einfach der Wahnsinn! Da das Schiff hoch und runter schaukelt wie die Hölle ist es leider nahezu unmöglich mit dem Teleobjektiv bei 400 mm ein gutes Foto zu bekommen. Lustigerweise wird mir (Patrik) jetzt beim Schreiben dieser Zeilen schon schlecht, wenn ich nur an das Geschaukel denke ;-)

Buckelwal auf der Rückfahrt nach Cairns

Fazit

Patrik ist auf der Rückfahrt etwas schlecht ;-)

Die Tour mit Ocean Spirit Cruises hat sich auf jeden Fall gelohnt, die Schnorchel-Location war super, die Fahrt mit dem Halb-U-Boot interessant und das Essen lecker. Allerdings war leider alles ziemlich stressig, was natürlich unter anderem daran liegt, dass schon vier Stunden für die Fahrt zum Riff draufgehen. Zwei Stunden Schnorcheln kommen einem vor wie zehn Minuten und es ist viel zu schnell vorbei. Die Atmosphäre auf dem Katamaran Camira (Whitsunday Islands) war sehr familiär und lustig, während wir uns hier irgendwie vorkamen wie abgefertigt. Neue Lautsprecher und irgendeine Art Informationsblatt, mit welchem man sich die Zeit einteilen kann, würden schon einiges verbessern.

Great Barrier Reef vs. Ningaloo Reef

Was ist denn nun besser für einen Schnorchel-Anfänger? Das Great Barrier Reef oder das Ningaloo Reef? Tja, das lässt sich so eigentlich nicht beantworten, denn wir haben beides sehr genossen und möchten beides nicht missen. Vergleichen kann man es auch irgendwie nicht, denn beide Riffs haben ihre Vorteile und ihre Nachteile. Für das Ningaloo Reef spricht natürlich definitiv, dass man keine Tour buchen muss und so oft man möchte einfach vom Strand los schnorcheln kann. Zudem bietet der Cape Range Nationalpark, vor welchem das Ningaloo Reef liegt, traumhafte Buchten mit türkisblauem Wasser und man kann für günstige $14 campen. Beim Michaelmas Cay im Great Barrier Reef gefielen uns die verschiedenen Korallen und die sehr großen Fische besser, dafür muss man aber auch eine Tour buchen und rund vier Stunden Fahrt in Kauf nehmen. Beides ist toll und beides würden wir wieder machen!

 

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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1 Kommentar

  • August 11, 2013 5:49 pmvor 5 Jahren
    Chris

    Wenn euch das Schnorcheln in Australien schon so gut gefallen hat, dann wird es Zeit für einen Tauchkurs, möglichst bei Sport Franz, hihi, und dann zum Roten Meer. Dort gibt es noch viel mehr Fische und die Korallen sind noch abwechslungsreicher. Allerdings: Buckelwale haben wir dort noch nicht gesehen…..
    Liebe Grüße
    Chris und Kai

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