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Turquoise Bay, Cape Range National Park

Schnorcheln am Ningaloo Reef: Ein traumhaftes Erlebnis!

Nach dem morgendlichen Aufbruch an der Nomadensiedlung fahren wir nach Carnarvon und treffen uns mit Jürgen. In den nächsten Tagen soll es weiter gehen Richtung Ningaloo Reef, denn dort möchten wir schnorcheln. Er lädt uns auf einen Kaffee ein, wir besprechen die weitere Reiseroute, schauen beim Visitor Center vorbei, waschen Wäsche, waschen die Autos, kaufen Lebensmittel und tanken. Beim Warten auf die Wäsche kocht uns Jürgen einen Kaffee und Patrik schaut sich zwei Probleme auf Jürgen’s Laptop an. Dann ist der Tag auch schon fast gelaufen und wir fahren zusammen mit Jürgen noch knapp zwei Stunden Richtung Exmouth. 90 km vor Coral Bay schlafen wir auf einer kostenlosen Rest Area, auf der noch über 10 andere Caravans und Camper stehen. Jürgen organisiert uns kurzerhand einen Platz am Lagerfeuer von vier Aussies.

Sonnenuntergang irgendwo im Nichts

Die vier Aussies sind vom gleichen Schlag wie die Familie, welche uns im Dezember auf Kangaroo Island auf einen Wein eingeladen hatte. Wie damals bekommen wir auch hier diesen ekelhaften Alutüten-Wein angedreht, wir verzichten dankend. Wie kann man dieses Gepansche nur trinken? Später laden uns die Aussies dann auf einen Shot ein, also quasi einen Schnaps, hoffen wir. Die Hoffnung stirbt meist zuletzt, aber heute hat sie nun schlussendlich das Zeitliche gesegnet. Die schon ziemlich angetrunkene Frau schleppt einen großen Plastikeimer an, in dem sich rund 40 kleine Plastikdöschen befinden. Jedes Döschen enthält etwas Schnaps und noch irgendein anderes Gemisch, welches wahlweise nach Banane, Melone, Schokolade, oder was auch immer schmeckt. Anstandshalber trinken wir jeder zwei Stück, verzichten aber auf einen Dritten. Meine Güte ist das Zeug süß! Nach dem zweiten haben wir schon Sodbrennen. Wie kann man nur diesen fürchterlichen Tütenwein saufen und sich dann noch diese Giftmischung hinterher kippen?

Jetzt aber los zum Ningaloo Reef, wir wollen Schnorcheln!

Liebe Italiener: Was ist denn das bitte für eine Deutschlandflagge?! (Importierte Gnocchi aus Italien)

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Coral Bay. Dort duschen wir und als es anfängt zu regnen kocht Jürgen Kaffee und wir sitzen schon wieder bei ihm, das Kamel ist einfach zu gemütlich ;-) Wir verquatschen mal wieder den halben Tag und machen uns erst gegen 13 Uhr auf den Weg Richtung Cape Range Nationalpark. Da wir wieder die gleiche Routenplanung haben fahren wir im Konvoi los. Ausgehend von Coral Bay möchten wir die 4WD-Piste entlang der Küste nehmen und dann in nördlicher Richtung zum Cape Range weiterfahren. Nach wenigen Kilometern auf der Piste drehen wir um, denn sie ist in extrem schlechtem Zustand. Wir umfahren das Stück auf dem Highway und nehmen dann eine andere Schotterpiste Richtung Küste. Dort warnen uns Schilder vor starken Sandverwehungen – man soll ja nicht weiterfahren, wenn man sich nicht selbst wieder ausgraben kann.

Die Königin der Termitenkolonie

Der Warnhinweis war etwas übertrieben, denn die Sandverwehungen sind kein Problem und wir somit guter Dinge. Nach ca. 25 Kilometern erwartet uns dann allerdings eine absolute Teufelspiste. Mittlerweile hat es angefangen zu regnen, was die Situation nicht gerade verbessert. Die Piste ist übersät von extrem harten, tiefen corrugations – den schlimmsten Bodenwellen, die wir bis jetzt hatten (Entstehung von Bodenwellen). Troopy wird dermaßen durchgeschüttelt, dass wir um sein Leben fürchten. Wir finden keine Geschwindigkeit, bei der es angenehmer wird. Es ist zum verrückt werden. Plötzlich sehen wir Jürgen nicht mehr im Rückspiegel und warten einige Minuten, bis wir schließlich umdrehen und zurückfahren. Zwei Kuppen weiter sehen wir Jürgen’s Kamel neben einem Landcruiser aus Österreich stehen. Sitzen die doch glatt alle bei Jürgen drinne und tratschen :-)

Zu fünft sitzen wir nun bei strömendem Regen im Kamel und quatschen über alles Mögliche. Die weiteren knapp 70 Kilometer seien noch übler, erzählen uns die beiden Österreicher. Jürgen beschließt umzudrehen, wir sind uns noch nicht sicher. Nachdem wir uns alle verabschieden bemerken wir, dass die Zeit schon wieder davongeflogen ist und es in einer knappen Stunde schon dunkel wird! Wir beschließen ebenfalls umzudrehen. Im Regen geht es also wieder zurück, bis wir plötzlich die beiden Österreicher mit Lichthupe hinter uns fahren sehen. Sie hätten ein kleines verstecktes Plätzchen für die Nacht gefunden, meinen sie. In einem kleinen Steinbruch parken wir unsere drei Autos und sitzen kurze Zeit später (es regnet immer noch) mal wieder alle bei Jürgen. Abends gibt es Brotzeit bei Jürgen – alle bringen mit, was sie noch so übrig haben. Trotz Regen haben wir wieder mal einen gemütlichen lustigen Abend in Jürgen’s Kamel :-)

Sowas gibt’s hier beim Bäcker

Am nächsten Morgen trennen sich leider unsere Wege, denn Jürgen hat beschlossen Exmouth auszulassen und gleich weiter Richtung Karijini Nationalpark zu fahren. Wir fahren dennoch nach Exmouth, denn wir möchten unbedingt am Ningaloo Reef schnorcheln. Hoffentlich wird das Wetter bald besser. Am Morgen regnet es schon wieder. Exmouth und das Cape Range werben mit 300 Sonnentagen pro Jahr und wir erwischen ausgerechnet schon zwei der 65 anderen Tage. Auf der ganzen Fahrt bis Exmouth hört es nicht auf zu schütten. Dort angekommen schauen wir im Visior Center nach dem Wetterbericht: Bis morgen früh noch Dauerregen, dann morgen wolkig mit Gewitter, übermorgen sonnig und dann wieder Regen. So ein Mist aber auch! Das kann doch wohl nicht wahr sein?

Nachdem wir Einkaufen waren fahren wir zum Lighthouse Caravan Park, welcher 18 km nach Exmouth und 23 km vor dem Cape Range Nationalpark liegt. Laut den Österreichern sollte man am besten morgens um 8 schon an der Rangerstation des Parks sein, denn sonst sind alle Campgrounds schon voll. Um bei dem Dauerregen wenigstens etwas Sinnvolles tun zu können möchten wir unser Blog aktualisieren und Wäsche waschen. Doch dann kommt es wie es kommen muss, Murphy’s Law schlägt mal wieder mit voller Härte zu.

Entgegen der Information des Visitor Centers kostet der Caravan Park nicht $30, sondern $38. Ja, die Aussies wissen schon wie man zu Geld kommt. Laut Netzabdeckungsplan unseres Internet-Providers sollten wir hier Empfang haben. Haben wir aber nicht. Nichts, null, nada, niente. Spitze, also nichts mit Webseite aktualisieren. Dann halt Wäsche waschen. Erste Laundry: Zwei Waschmaschinen, kein Trockner. Zweite Laundry: Drei Waschmaschinen, kein Trockner. Was in Teufels Namen? Wie sollen wir unsere Wäsche bei Regen trocknen? Jaja, 300 Sonnentage und so. Wir sind genervt. Eigentlich wollten wir hier ja auch gar nicht übernachten, sondern über die Schotterpiste von Süden her in den Park fahren und somit die teuren Caravan Parks umfahren. Straße Mist, Wetter Mist, knapp 40 Dollar für nichts, kein Internet, kein Trockner, kotz. Wir liegen also im Auto und lesen. Den kompletten Abend durch peitscht der aggressive Wind den Regen gegen unser Auto.

Ningaloo Reef: Das Riff in Schwimmweite

Um 7 Uhr hauen wir am folgenden Morgen ab und fahren zur Rangerstation des Parks. Immerhin hat es mittlerweile aufgehört zu regnen. Um halb 8 kommen wir an der Station an, vor uns warten schon zwei Autos. Pünktlich um 8 erscheint die Rangerin und teilt uns mit, dass man uns vorerst nur einen Platz für eine Nacht zuweisen kann, für eine zweite Nacht müssten wir die Campground Hosts fragen. Na gut, immerhin ist überhaupt noch was frei. Gut 30 km fahren wir zu unserem Campground mit dem Namen Kurrajong. Dort bezahlen wir die $14 für die erste Nacht und Cathy, einer der beiden Hosts, schreibt uns gleich auf die Prioritätsliste für die nächste Nacht. Die Campground Hosts auf allen Campgrounds des Nationalparks arbeiten auf freiwilliger Basis, im Gegenzug dürfen sie dafür umsonst stehen. Da unsere Campsite noch bis 10 Uhr besetzt ist fahren wir gleich zur ersten Schnorchel-Location: Oyster Stacks.

Dort angekommen frühstücken wir erstmal in Ruhe und warten auf die Flut, denn man soll nur ab einem Wasserstand von 1,20 Meter schnorcheln um die Korallen nicht zu beschädigen. Das Ningaloo Reef geht hier wahrhaftig bis direkt an die Küste. Über einige Steine klettert man ins Wasser und steht quasi schon mittendrin. Maske und Schnorchel auf, Kopf ins Wasser und schon bietet sich einem eine fremde Welt. Zumindest wenn man wie wir erst zum zweiten Mal schnorchelt. Die Korallen sind hier zwar nicht so bunt wie bei den Whitsunday Islands (da sind wir zum ersten Mal herum geschnorchelt), dafür gibt es aber viel mehr farbenfrohe Fische.

Eine fremde Welt

Für unsere Verhältnisse riesige Fische in unglaublichen Farben tummeln sich hier. Es ist einfach fantastisch. Alle paar Meter sieht es komplett anders aus, plötzlich schnorchelt man durch hunderte winziger knallblauer Fischlein. Dann dreht man sich um und ein Schwarm gelb-weiß-schwarz gestreifter Fische schwimmt an einem vorbei. Die Fische juckt das überhaupt nicht, man fühlt sich wie ein stiller Beobachter. Einige Meter weiter hören wir auf einmal ein komisches Geräusch. Knurps-schnarps-ratsch-knurps. Ja ist denn das die Möglichkeit! Die großen Papageienfische knabbern an den Korallen und man kann es hören! Toll :-)

Turquoise Bay: Bunte Unterwasserwelt und ein Strand zum Träumen

Mit Schnorchelausrüstung sieht man ganz schön doof aus

Als nächstes fahren wir zur Turquoise Bay, welche ihrem Namen alle Ehre macht. Innerhalb von Sekunden sind wir uns einig, dieser Strand muss zu den schönsten von ganz Australien gehören. Weißer Sand, das Wasser so türkis wie aus einem Traum. Und dann noch das Riff in Schwimmweite, der helle Wahnsinn. Patrik macht sich diesmal allein auf Unterwassererkundung. Leider ohne Erfolg, denn unter Wasser sieht man überhaupt nichts, es ist zuviel Sand aufgewirbelt. Schade. Bevor es zu spät wird fahren wir nochmal zurück zu den Oyster Stacks und schnorcheln dort nochmal. Mittlerweile konnte die Sonne die Wolkendecke durchbrechen und die Unterwasserwelt ist nochmal um einiges bunter – als hätte jemand den Farbregler voll aufgedreht.

Schnorcheln mit einer Schildkröte

Am nächsten Tag ist der Himmel wolkenlos und wir fahren gegen 10 Uhr gleich zum Drift Loop in der Turquoise Bay. Dort läuft man etwas am Strand hinauf, geht dann ins Wasser und lässt sich von der Strömung ohne jegliche Anstrengung über die Korallen treiben. Bevor die Strömung zu stark wird und einen aufs Meer hinaustreibt verlässt man das Wasser, läuft wieder hoch und das Spiel beginnt von vorne – genial. Wie schon gestern empfängt uns die Turqouise Bay in einem postkartenreifen Türkis. Das Wasser ist hier etwas tiefer als bei den Oyster Stacks und das Riff etwas lichter. Plötzlich kreischt Michelle auf. Patrik kapiert zunächst nicht was los ist, doch dann sieht er es auch: Eine Schildkröte! Direkt vor uns schwimmt an der Wasseroberfläche eine Schildkröte! Immer dabei ist natürlich unsere GoPro Videokamera und wir filmen los wie die Wilden. Grazil und elegant gleitet sie durchs Wasser, ein toller Anblick. Immer wieder schwimmt ein neugieriger Fisch zu ihr hin, dem sie dann mit dem Kopf einen Stups gibt. Nachdem sie etwas getaucht ist kommt sie zum Luft holen wieder nach oben, unsere Kamera ist nur ca. 50 cm von ihr entfernt. Das interessiert sie nicht die Bohne, sie nimmt gar keine Notiz von uns. Nach dem Luftholen gleitet sie hinab und ist plötzlich aus unserem Sichtfeld verschwunden. Was für ein tolles Erlebnis!

Wieder einmal kein Glück mit dem Wetter

Die Wettervorhersage war für den nächsten Tag mal wieder korrekt. Als wir aufwachen ist es total bewölkt und windig. Da es in den nächsten beiden Tagen wieder regnen soll verlassen wir den Cape Range Nationalpark, wir haben einfach kein Glück mit dem Wetter. Es geht also zurück nach Exmouth und dann weiter Richtung Tom Price. Die Landschaft auf rund 600 km ist wie so oft in Australien sehr monoton. Der Himmel bleibt wolkenverhangen und an der Rest Area, auf der wir übernachten, fängt es abends schon wieder an zu regnen. Am nächsten Tag geht es weiter nach Tom Price. Kurz vor dem Ort folgen wir der Abkürzung, einer Schotterstraße durch ein Bergbaugebiet. Da es schon den ganzen Tag regnet ist die Piste sehr nass, matschig und rutschig und Troopy bekommt einen rotbraunen Anstrich. In Tom Price schüttet es immer noch wie aus Eimern. Nach dem Einkaufen und Wäsche waschen fahren wir zum RIP Lookout, wo wir übernachten und Ronny und Mandy aus Eisenach kennen lernen.

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Sonnenuntergang auf irgendeiner Rest Area

Das Innere eines Termitenbaus

Die Königin der Termitenkolonie

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Jetzt geht’s los

Jetzt geht’s los

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Turquoise Bay, ein Traum!

Hier tummeln sich jede Menge Krebse…

…und Schneckenviecher

Oyster Stacks

Sonnenuntergang am Strand

Sonnenuntergang am Strand

Sonnenuntergang am Strand

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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