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Stop-Over im gesichtslosen Dubai und Abu Dhabi

Fotos eines Kurzaufenthalts in zwei Städten,
in welchen dekadente Statussymbole zur Normalität geworden sind

Der Burj Khalifa ist mit 828 Metern Höhe das (noch) höchste Gebäude der Welt. Noch, da man in Saudi-Arabien gerade den sogenannten Kingdom Tower baut, welcher 1.007 Meter hoch werden soll. Der Phallusvergleich der Ölscheichs ist also in vollem Gange.
Da im Kingdom Tower eine Aussichtsplattform in einer Höhe von 502 Metern geplant ist, hat man in Dubai im Herbst 2014 kurzerhand die bislang dritthöchste Aussichtsplattform der Welt mit Außenterrasse At The Top in 452 Metern Höhe ergänzt um die At The Top Sky Plattform in nun 555 Metern Höhe – momentan die weltweit höchste, aber die Saudis lassen das bestimmt nicht auf sich sitzen.
Neben dem At.Mosphere, dem mit 442 Metern Höhe höchsten Restaurant der Welt gibt es im Burj Khalifa auch zwei Goldautomaten, an welchen man Goldbarren bis zu einer Unze abholen kann.
Direkt neben dem Burj Khalifa steht zudem eines der größten Einkaufszentren der Welt – die Dubai Mall. Mit 1,1 Mio. km² und über 1.200 Geschäften ist sie so groß, dass man, falls man sich einmal verläuft, über eine Art Navigationssystem auf großen Touchscreen-LCDs Hilfe suchen kann.
Der Blick von der Aussichtsplattform ist spektakulär. Sim City lässt grüßen. Die Landschaft ist staubig, trocken und abweisend. Das Thermometer zeigt im Sommer 45 Grad im Schatten bei 75% Luftfeuchtigkeit – von wegen trockene Wüste. Im Freien ist es unerträglich, dieser Ort ist nicht für Menschen gemacht.
Dubai ist eine Stadt der Baustellen. Finanz- und Immobilienkrise scheinen überwunden, das Stadtbild ist geprägt von Baukränen, Baumaterial und LKWs. Weltweit gibt es ca. 150.000 Baukräne, 30.000 davon – also 20% – stehen in Dubai.
Bis 1991 gab es hier nur einen einzigen Wolkenkratzer, heute sind es über 450. Als Wolkenkratzer bezeichnet man Gebäude mit mindestens 40 Stockwerken.
Müssten industrielle und private Verbraucher die gleichen Energiepreise wie in Europa bezahlen könnte sich niemand eine bezahlbare Wohnung mit Klimaanlage leisten.
Quasi alles in Dubai und Abu Dhabi ist klimatisiert. Bushaltestellenhäuschen, die gesamte U-Bahn inklusive der Stationen, Einkaufszentren, Parkhäuser, Hotels, Büros und 99% der Wohnungen. Bei bis zu über 45 Grad im Sommer kann man problemlos sämtliche alltäglichen Erledigungen machen ohne einen Fuß in die kochende Hitze setzen zu müssen.
Auch Abu Dhabi, Dubai’s Nachbaremirat, mischt im Schaulaufen der Superlative ordentlich mit. Mit der Scheich-Zayid-Moschee steht dort die drittgrößte Moschee der Welt, gebaut für unglaubliche 400 Millionen Euro.
Mehr als 40.000 Gläubigen bietet die Moschee Platz, auch Touristen sind willkommen. Frauen werden gebeten einen schwarzen Umhang zu tragen und Männer sollten zumindest lange Hosen anziehen. Nicht ganz leicht bei 45 Grad, denn ausnahmsweise gibt es hier keine Klimaanlage.
Sie ist zwar nicht die größte Moschee der Welt, immerhin liegt hier aber der 47 Tonnen schwere und mit 6.000 Quadratmeter größte handgewebte persische Teppich der Welt. Innerhalb von 18 Monaten wurden von 1.200 iranischen Weberinnen 38 Tonnen Baumwolle und Wolle verarbeitet. Zusätzlich beherbergt sie den größten Kronleuchter der Welt, hergestellt in Deutschland für 6 Millionen Euro. Er besitzt die enormen Ausmaße von 10 x 10 Metern, wiegt rund zehn Tonnen und ist verziert mit grünen, gelben, roten und weißen Swarovski-Kristallen.
Die Scheich-Zayid-Moschee besteht zu 100% aus italienischem Marmor und hat 82 Kuppeln in sieben verschiedenen Größen. Die Wände, Pfeiler und die sieben Kronleuchter sind mit 24-Karat-Gold, Blattgold und über einer Million Swarovski-Kristallen verziert. Man tut sich schon etwas schwer, hierin etwas anderes als einen luxuriösen Prunkbau zu sehen.
Die vier Minarette sind 107 Meter hoch, die größte Kuppel der Moschee erhebt mit 75 Metern Höhe und einem Durchmesser von 32 Metern den Anspruch die größte Moschee-Kuppel der Welt zu sein.
Scheich Zayed, der erste Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, hat die Moschee persönlich geplant. Sie soll ein Zeichen der Gastfreundschaft, Offenheit und Tradition für Besucher aller Religionen werden und für jeden Menschen zugänglich sein.
Blickt man von außen auf die Moschee wähnt man sich im Märchen von 1000 und einer Nacht. Die ordentlich gepflegte Parkanlage mit ihren akkurat geschnittenen Büschen strahlt in einem saftigen Grün. Hier könnte man etwas verweilen, wenn es nicht so knochenheiß wäre.
Fotografieren und Filmen ist überall erlaubt, nur Anfassen sollte man nichts. Ein Besuch der Moschee ist definitiv beeindruckend, ehrfürchtig stapfen wir durch die heiligen Hallen und lassen die andächtige Stille auf uns wirken…

1 Kommentar

  • Mai 17, 2015 3:27 pmvor 2 Jahren
    Sylvia

    Gut gemacht – tolle Bilder!

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