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Aborigine Felsmalerei im Kakadu Nationalpark

Aborigine Felsmalerei im Kakadu Nationalpark: Unterwegs mit Elch

Hartmut, der Weltreise-Elch

Hallo miteinander, ich bin Hartmut. Ihr kennt mich nicht, aber dafür kann ich auch nichts. Ihr fragt euch woher ich denn jetzt auf einmal komme? Tja, das ist eigentlich eine recht kurze Geschichte. Ich bin Amerikaner und diese zwei Möchtegern-Weltreisenden haben mich letztes Jahr am Grand Canyon gekauft. Als Andenken an den tollen Grand Canyon, sagten sie. So ein Quatsch, sage ich! Dann steckten sie mich in ihren stinkenden Koffer neben ihre muffige Wäsche, wir landeten zweimal irgendwo, und mittlerweile sitze ich seit Monaten in ihrem Auto auf dem Armaturenbrett und glotze aus dem Fenster. Tagein, Tagaus, immer das gleiche Spiel. 60°C im Auto? Scheissegal, das juckt diese zwei Warmduscher nicht. Die lassen mich halt sitzen – soll er doch verschmoren, der alte Hartmut. Und nun sitzen auch noch so ein trotteliges Känguru und ein stinkender Wombat neben mir. Es ist nicht auszuhalten. Gibt es irgendwo eine Anlaufstelle für nicht artgerecht gehaltene Elche?

Auf dem Weg zum Kakadu Nationalpark

Wie auch immer, nachdem wir die Gibb River Road verlassen haben geht es über Kununurra Richtung Kakadu Nationalpark und somit wieder zurück ins Northern Territory. Bye, bye Westaustralien. Die Fahrt bis ins rund 550 Kilometer entfernte Katherine, welches mit knapp 6.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Northern Territory ist, vergeht unspektakulär. Bis auf einen kurzen etwas reizvolleren Abschnitt durch den Gregory Nationalpark rauscht die Landschaft an uns vorbei und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Es ist als würde man in einem laut rumpelnden Zug sitzen, gelangweilt aus dem Fenster starren, aber an etwas völlig anderes denken. Sobald man ankommt erinnert man sich an gar nichts mehr.

Heute fährt mal Hartmut

In Katherine machen wir Halt und füllen unsere Vorräte auf. Beim Einladen auf dem Parkplatz des Supermarktes frägt uns eine Aborigine ob sie unseren Einkaufswagen und die darin steckenden zwei Dollar haben kann. Wir schenken ihn ihr und Hartmut steuert Troopy zurück auf den Stuart Highway, welchem wir viele Wochen zuvor schon von Coober Pedy nach Alice Springs gefolgt sind. Da es schon spät ist gurken wir die 20 Kilometer Umweg zum Campground an den Edith Falls, um dort dann zu erfahren, dass der Platz schon voll ist. Diese Momente muss man einfach lieben. Kurz vor Sonnenuntergang, Campground ein Schuss in den Ofen, Hunger und kein Schlafplatz in Sicht: kotz. Troopy röhrt uns die 20 Kilometer wieder zurück und nach einer guten Stunde steuern wir eine simple Rest Area an.

Am folgenden Morgen kaufen wir den Pass für den Kakadu Nationalpark ($25 pro Person, gültig 14 Tage) und haben, wie es in den letzten zwei Monaten schon des öfteren vorkam, mal wieder Pech, denn die Straße zu den beiden bekanntesten Wasserfällen Jim Jim Falls und Twin Falls ist gesperrt. Es scheint als ob uns das Pech mit seinem verfaulten moderigen Atem ständig im Genick sitzt. Hämisch lachend sitzt es da und freut sich wie eine Hyäne, die ein Stück angegammeltes Aas ergaunert hat. Wie auch immer, der Typ, welcher uns den Pass verkauft hat, empfiehlt uns den Campground am Gunlom Wasserfall, ist allerdings ansonsten recht kenntnisarm. Nach Gunlom führt uns eine moderate Schotterpiste, welche gegen Ende ziemlich rau wird und nur mit Geländewagen befahren werden soll. Das scheint hier aber niemand zu jucken, denn etliche Campingvans der Marke Wickedcampers oder andere Nicht-4WDs stehen schon auf dem Campground. Wenn man langsam fährt, geht es aber auch ohne 4WD.

Die Campingbusse der Wickedcampers sind so ein Fall für sich. Gegründet in Brisbane, Queensland liegt die Zielgruppe des Campingvan-Verleihers bei jungen Backpackern, welche meist kein Geld für einen “gescheiten” Wagen haben. Die Autos sind meistens (mittlerweile gibt es auch neuere Wägen) ziemlich alt und komplett mit einem primitiven Motiv gesprayt. Zudem steht auf jedem Wagen irgendein Slogan, welcher oft ziemlich sexistischer oder perverser Natur ist (Beispiel, die ganz üblen findet man in Google nicht). Sogar wir, die keineswegs prüde sind, haben schon Sprüche gelesen, die tiefer als unter der Gürtellinie waren und mit denen wir nicht mal, wenn uns Wicked dafür noch Geld geben würde, durch die Gegend fahren würden. 2010 veröffentlichte die Regierung von Queensland einen Bericht, laut dem 90% aller von Wickedcampers verliehenen Campern nicht straßentauglich wären. Na dann: Happy Camping!

Kakadu Nationalpark: Kultur, Felsmalereien und Natur

Gunlom Wasserfall: Aussicht am Abend

Aber zurück zum Park: Dieser ist ungefähr so groß wie Slowenien oder einem Drittel von Tasmanien, hat aber landschaftlich nicht viel zu bieten (Achtung: subjektiv, aber außer Bäumen und ab und zu mal einem Hügel gibt’s hier nichts). Es ist ja schön, dass die Australier oft so stolz auf die Größe ihrer Nationalparks sind, doch ist das ja wohl in einem Land dieser Größe auch nicht besonders schwierig. Allerdings zählt der Kakadu Nationalpark auch nicht primär wegen seiner Landschaft zum UNESCO Weltnatur- und Weltkulturerbe sondern hauptsächlich wegen seiner heimischen Pflanzen- und Vogelarten und über 5.000 dokumentierten Aborigine Felsmalereien. Der Campground am Gunlom Wasserfall, auf dem wir zwei Nächte bleiben, ist sehr schön, der Wasserfall jedoch nur ein klägliches Rinnsal. Es ist eben Trockenzeit. Unter dem Wasserfall lädt ein recht großer Pool zum Baden ein, doch weist einen ein Schild darauf hin, dass hier jederzeit unbemerkt Salzwasserkrokodile auftauchen können. Das Baden ist nicht explizit verboten, geschieht aber auf eigene Gefahr. Die Aussies sind da allerdings ziemlich abgehärtet, denn hier baden auch Eltern mit ihren Kindern. Na ja, die wachsen ja auch schon mit allerlei gefährlichem Getier auf. Da laut den Rangern aktuell keine Gefahr zu befürchten ist nimmt Patrik auch ein kurzes Bad – so richtig wohl fühlt er sich allerdings nicht.

Ein kleiner verschlungener Pfad führt hinauf zum Wasserfall, von wo man einen grandiosen Blick auf die grandiose Leere der Landschaft hat. Dreht man sich um 180 Grad ist die Aussicht schon besser, denn oben gibt es etliche krokodilfreie Rockpools zum Baden. Patrik übernimmt sich mal wieder, in dem er Abends zum Sonnenuntergang nochmal hinaufhetzt (allerdings zu spät) und ist am nächsten Tag ziemlich groggy. Den halben Tag gammeln wir in Yellow Water herum, einem für Vogelliebhaber interessantem Billabong, denn hier tummeln sich Abends wohl unzählige Vögel. Nach fünf Minuten auf dem Boardwalk haben wir zusammen über zehn Moskito-Stiche (in der Mittagszeit!) und drehen schnell wieder um. Zum Schlafen fahren wir auf den Campground Sandy Billabong, welcher direkt an einem Sumpf liegt.

Interessante Aborigine Felsmalereien

Nabulwinjbulwinj, der mit den 2 Gemächtern

Für Campgrounds ohne Dusche bezahlt man im Kakadu Nationalpark $5 pro Person, für die mit Dusche $10 und diejenigen ohne alles sind umsonst. Dass es hier etliche Campgrounds zur Auswahl gibt finden wir toll, es wäre allerdings auch ziemlich blöd wenn es beispielsweise in Slowenien nur einen Campground gäbe – naja, ihr wisst schon, die Größe eben. An unserem vierten und letzten Tag fahren wir noch zum Nourlangie Rock, bei welchem man auf einem Rundweg sehr viele verschiedene Aborigine Felsmalereien besichtigen kann. Sämtliche Bilder und deren Inhalt werden erklärt und man erhält einen kleinen Einblick in die Kultur der Ureinwohner von Australien. Ubirr, eine ähnliche Stätte mit vielen Felsmalereien lassen wir aus, denn dort wimmelt es laut einem Australier, mit dem wir ins Gespräch kommen, von tausenden Moskitos. Unmöglich dort irgendetwas zu unternehmen ohne bei lebendigem Leib ausgesaugt zu werden, meint er.

Ach ja, bevor wir es vergessen: Der Name Kakadu Nationalpark hat übrigens gar nichts mit den Papageien zu tun, sondern er stammt aus der von dem im nördlichen Teil des Parks gesprochenen Aborigine-Sprache Gagadju.

 

Under new manage… wife :-)

Hartmut vor dem Roadhouse

Heute fährt mal Hartmut

Campground Gunlom im Kakadu NP

Hier gibt’s auch Salzwasserkrokodile… oha

Aussicht vom Gunlom Wasserfall

Oben gibt’s viele Pools zum Baden

Oben gibt’s viele Pools zum Baden

Aussicht am Abend

Aussicht am Abend

Landschaft im Kakadu NP: unspektakulär

Sumpfgebiet im Kakadu

Hartmut ist natürlich mit dabei

Schwarze Kakadus

Jahreszeiten der Aborigines

Aborigine Felsmalerei im Kakadu

Aborigine Felsmalerei im Kakadu

Wo geht’s lang?

Aborigine Felsmalerei im Kakadu

Nabulwinjbulwinj, der mit den 2 Gemächtern

Nabulwinjbulwinj, der mit den 2 Gemächtern

Aborigine Felsmalerei im Kakadu

Aussicht

Ein Weißkopfseeadler…

…wird vom Falken beobachtet

Die waren leider etwas zu weit weg…

Übernachtung im Sumpfgebiet

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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