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Unser Arbeitsplatz, der Basilikum-Acker

Der erste Job in Australien

Von Sarina Beach ging es in einem Rutsch durch bis nach Biloela, wo wir unseren ersten Job in Australien antreten werden. Nachmittags kommen wir auf der herb farm an (herbs sind Kräuter) und bekommen erstmal alles gezeigt. Mit uns kommen gleichzeitig noch drei Franzosen an, zwei Deutsche sind schon da. Geschlafen wir im eigenen Auto, Toiletten und Duschen gibt es im Haus der Farmer. Alle sind sehr freundlich und wir freuen uns auf unseren ersten Arbeitstag.

Um fünf Uhr morgens klingelt unser Wecker. Die Arbeit beginnt um 6 Uhr, dann wird je nach Temperatur bis 11 Uhr gearbeitet. Nach der Mittagspause geht es von 15 bis 18 Uhr weiter. Wenn es nicht so heiß ist, kann man auch eine kürzere Mittagspause machen. Am ersten Morgen sind wir schon etwas aufgeregt. Wie heiß wird es wohl werden? Muss man die ganze Zeit gebückt laufen? Packen wir das?

Die Arbeit besteht aus Unkraut zupfen (genannt “Chipping” oder “Weeding”) im Basilikum-Feld. Das war es auch schon. Nicht mehr und nicht weniger. Unser erstes Feld ist dermaßen von Unkraut zugewuchert, dass man gar keinen Basilikum sieht. Da die Farm eine “organic farm” (Bio) ist, darf nicht mit Unkrautvernichtungsmitteln gespritzt werden. Man arbeitet großteils im Sitzen oder sogar Liegen. Beim Rausrupfen des Unkrauts muss man darauf achten, dass die Basilikumpflänzchen heil bleiben. Das ist teilweise gar nicht so einfach, da sämtliche Wurzeln in einem heillosen Chaos miteinander verwachsen sind. Oft reißt man ganze Büschel mit raus und muss sie dann wieder einpflanzen. Die Arbeit ist, wie uns der Farmer am Telefon schon mitgeteilt hatte, sehr monoton und langweilig, das macht uns aber nichts aus. Am ersten Tag ist es sehr bewölkt und es lässt sich angenehm arbeiten. Durch die Eintönigkeit der Arbeit verfällt man in eine  Art Trance und zupft so vor sich hin. Wir sehen Raben, Adler, weiße und schwarze Kakadus, Kookaburras (das sind wohl die Vögel, die sich wie streitende Affen anhören) und vieles kleines Krabbelgetier. Die Ruhe auf dem Feld und die Arbeit in der Natur ist schön, so hatten wir es uns vorgestellt.

Da wir erst am Dienstag angefangen haben zu arbeiten aber trotzdem unsere 40 Stunden zusammenbekommen möchten, haben wir dafür nur vier Tage Zeit. An den nächsten Tagen ist es leider nicht mehr bewölkt und die Sonne brennt uns auf die Köpfe. Auf Anraten der Farmer kaufen wir uns langärmelige dünne Pullis, lange Hosen und neue Mützen um uns vor der Sonne zu schützen (man beachte die extrem stylische Kombination von Patrik’s Arbeitsklamotten). Lieber schwitzt man etwas mehr, bevor man einen schlimmen Sonnenbrand riskiert (beide Farmer haben schon Hautkrebs). An manchen Tagen ist es um 9 Uhr morgens schon so heiß, dass man eigentlich gar keinen Bock mehr hat. Die Mittagstemperaturen liegen tlw. bei 34°C im Schatten. Am Ende der ersten Woche haben wir an Stellen Muskelkater, an denen wir gar nicht wussten, dass da überhaupt Muskeln sind. Sämtliche Knochen tun uns weh. Die Hände und Knie schmerzen vom ständigen Herumrobben auf der trockenen Erde und Michelle hat Blasen an jedem Finger. Dennoch sind wir froh, die erste Woche gut überstanden zu haben. Und dann, nach drei Wochen in Australien, sehen wir morgens im Frühnebel unsere ersten Kängurus!

  • Unser Arbeitsplatz, der Basilikum-Acker

    Unser Arbeitsplatz, der Basilikum-Acker
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  • Oben: Vorher, Unten: Nachher

    Oben: Vorher, Unten: Nachher
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  • Stylische Arbeitsklamotten

    Stylische Arbeitsklamotten
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  • Nach dem Weeding ist 'ne Dusche nötig ;-)

    Nach dem Weeding ist 'ne Dusche nötig ;-)
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  • Michelle beim Buddeln

    Michelle beim Buddeln
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  • Am Ende der ersten Woche, das Weed (Unkraut) hat gesiegt ;-)

    Am Ende der ersten Woche, das Weed (Unkraut) hat gesiegt ;-)
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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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