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Mission Beach, Queensland

Autoverkauf, Regenwald, Traumstrand: Die letzten 3 Wochen

Nachdem wir den Daintree Nationalpark verlassen haben sind es immer noch drei Wochen bis zu unserem Abflug in Cairns. Auf dem Weg hinauf zum Daintree haben wir in jedem Ort und an jedem winzigen Supermarkt einen unserer Verkaufs-Zettel von Troopy aufgehängt. Bis jetzt gab es lediglich eine ernsthafte Anfrage per E-Mail, allerdings aus Sydney. Ansonsten bekommen wir nur Spam-SMS, in denen wir aufgefordert werden uns bei irgendwelchen dubiosen E-Mail-Adressen zu melden. Googelt man diese Adressen findet man schnell heraus, dass es sich um Spam handelt, da wir anscheinend nicht die ersten Betroffenen sind. Zudem kommen sämtliche SMS von der gleichen Handynummer, allerdings immer mit verschiedenen Namen und Adressen – was für ein Schwachsinn. Wer fällt denn auf so einen Quatsch herein?

Der Verkauf von Troopy ist schwerer als gedacht

Festgefahren auf Fraser Island

Da wir auch am Auto zwei for sale-Zettel angebracht haben werden wir natürlich öfters mal darauf angesprochen. Die meisten sind dann immer total interessiert, melden sich aber nie wieder. Oder es heißt “Wow, that’s good vehicle, you should have no problem selling it.” – tja, so einfach ist es dann halt doch nicht. Troopy ist mit seinen 17 Lenzen halt auch nicht mehr der Jüngste und mit 514.000 km auch schon ganz schön rumgekommen. Wir sind davon in elf Monaten gerade einmal 32.000 km gefahren. Rechnet man das hoch hat Troopy Australien auf einer ähnlichen Route wie unserer schon 15-mal umrundet bzw. ist knapp 13-mal am Äquator um die ganze Welt gefahren. Auf einigen Campgrounds kam uns immer mal wieder der Gedanke, dass unser Auto bestimmt vor vielen Jahren schon einmal hier war und das alles schon gesehen hat. Könnte Troopy sprechen, er hätte wohl einige spannende Geschichten auf Lager.

Nach dem Daintree Nationalpark haben wir keinen Schimmer wo wir die restliche Zeit verbringen sollen und fahren wieder hinauf in die Atherton Tablelands. Auf kostenlose Rastplätze haben wir keine Lust mehr, also suchen wir einen Caravan Park um zumindest Strom zu haben und unseren Blog auf Vordermann bringen zu können. Der letzte Eintrag ist immer noch von Alice Springs, aufgrund schlechter Internet-Verfügbarkeit und Faulheit hängen wir ziemlich hinterher. Irgendwie landen wir in Malanda, wo wir vor einem Jahr schon einmal waren, und buchen uns kurzerhand für eine Woche auf dem Malanda Falls Caravan Park ein.

Zehn tolle Tage in Malanda

*Schlabber*

Dort gibt es zusätzlich noch zwei kleine Rundwege durch den Regenwald, einen Wasserfall und einen Pool zum Baden, so wird uns sicher nicht langweilig. Für einen Platz mit Strom bezahlen wir $22 und erhalten eine Nacht umsonst. Der Park ist kein normaler enger Caravan Park sondern ziemlich groß und man fühlt sich eher wie auf einem Zeltplatz mitten im Regenwald, einfach super! Zudem gibt es viele Tiere: Gänse, Enten, Hühner, Truthähne und sogar zwei junge Kälber, welche man streicheln kann. Wir fühlen uns zurückversetzt in unsere Zeit auf dem Milchhof in Blighty. An irgendeinem Abend meldet sich telefonisch ein Mann aus Tasmanien. Aufgrund der Entfernung und den ganzen Kosten, welche er hätte um das Auto zurückzuschaffen bietet er allerdings nur $7.000. Das ist einiges weniger als wir bezahlt haben und wir lehnen ab.

Aus Tasmanien! Stellt euch das mal vor! Von Cairns nach Hobart in Tasmanien sind es auf dem Landweg 3.700 Kilometer! Eine entsprechende Entfernung von Stuttgart aus zu finden stellt sich als schwieriger heraus als gedacht. Stuttgart – Istanbul sind nur lächerliche 2.200 km. Man muss die ganze Türkei bis zur armenischen Grenze durchqueren um auf eine ähnliche Entfernung zu kommen. Einfach wahnsinnig.

In den Flüssen hier gibt’s ganz viele Schildkröten

Auf dem Caravan Park lernen wir eine Frau aus Zambia kennen, welche sehr an Troopy interessiert zu sein scheint. Doch auch sie meldet sich natürlich nicht mehr. Die weiteren Tage verbringen wir mit Lesen, Reiseberichte schreiben, wandern durch den Regenwald und der Suche nach Schnabeltieren, welche leider immer erfolglos bleibt. Apropos Lesen: Buchtipp für den Kindle: Virus von Kristian Isringhaus, Humor und Spannung, tolle Charaktere, einfach genial. Nach der einen Woche verlängern wir nochmal und bleiben schließlich ganze zehn Tage hier.

Nach der ersten Woche meldet sich nochmal die Frau aus Sydney, Brenda. Auf dem Rückflug von den Torres Strait Islands hätte sie einen 3-Stunden-Stopover in Cairns und würde sich Troopy gerne ansehen. Wir gurken also die knapp 80 Kilometer über eine extrem kurvige Straße durch die Gillies Range (Durchschnittstempo 40 km/h) hinunter nach Cairns, treffen sie am Flughafen und zeigen ihr den Wagen. Sie ist ebenfalls sehr interessiert und verspricht sich wieder zu melden, nachdem sie mit ihrem Mann gesprochen hat.

Fotos aus Malanda:

In den Flüssen gibt’s ganz viele Schildkröten

Eins der Kälber im Park

Hühner gibt’s auch

Und Perlhühner, die eigentlich in Afrika leben

Buschtruthähne bauen riesige Nester…

…bis zu vier Meter breit werden die

Da sind wir ganz erstaunt

Hässlich sind sie ja schon

Da sind uns die Enten lieber

Die Malanda Falls

Im Regenwald

Hier kommen häufig Touristen vorbei

He, was willst’n du?

Tolle Landschaft in den Tablelands

Tolle Landschaft in den Tablelands

Tolle Landschaft in den Tablelands

Beim Kochen

Diese quirligen Gesellen sieht man überall

Es regnet mal wieder aus alles ist matschig

Patrik an unserem Lieblingsplatz: Campingküche

Heute gibt’s Gulasch

Mmmhh… lecker

Gans bei der Morgenwäsche

Das Huhn schaut mal so richtig grantig!

Gleich pickt es einem die Augen aus

Ziegen sind auch irgendwie hässliche Zeitgenossen

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Die kritische Phase des Autoverkaufs

Ist es nicht angsteinflösend, dieses Huhn?

Kaum sind wir Abends wieder zurück im Park meldet sich ein älterer Mann aus Atherton, Bob. Er hat unser Auto dort am Notizbrett gesehen. Am nächsten Tag zeigen wir ihm und seinem Mechaniker-Kumpel unser Auto. Er verspricht sich noch heute Abend zu melden, was natürlich nicht passiert. Also rufen wir ihn an und er teilt uns mit er hätte wohl Interesse, aber momentan noch kein Geld, erst in ein paar Tagen. Na klasse. Noch zwei Wochen bis zum Abflug und wir haben immer noch keinen Käufer. Die ursprünglich geplanten zwei Wochen für den Autoverkauf sind nun schon vorbei. Eine leichte Nervosität breitet sich in unseren Gliedern aus.

Da wir für unsere Südostasien-Reise noch eine Typhus-Impfung brauchen müssen wir zurück nach Cairns, denn in Atherton und Umgebung sind sämtliche Medical Centers ausgebucht. Am letzten Abend meldet sich dann auf einmal Brenda aus Sydney und bietet uns etwa $10.500 für den Wagen. Wow, das wäre ja genial! Bezahlt haben wir $9.500, allerdings steckten wir auch rund $2.500 für Services, neue Teile und neue Reifen rein. Unsere Stimmung dreht sich um 180 Grad. Sie bittet uns morgen mit ihrem Mann zu telefonieren. Bevor wir nach Cairns aufbrechen treffen wir uns nochmal mit Bob aus Atherton, welcher verspricht sich in den nächsten Tagen zu melden und wir einigen uns ebenfalls auf $10.500! Plötzlich haben wir zwei Interessenten; nur kommt einer aus dem weit entfernten Sydney und der andere hat kein Geld.

Beim Arzt in Cairns, einem sehr netten Iraner, welcher uns statt den üblichen $70 pro Person Beratungsgebühr nur $17 pro Person berechnet, erhalten wir unser Rezept für die Impfung und bezahlen für diese in der Apotheke nochmal $45 pro Person. Allerdings wären $70 für die fünf Minuten Beratung (wir wussten ja sowieso schon welche Impfung wir möchten) ja auch total überzogen gewesen. Aber das ist eben der Standardsatz für Privatpatienten. Brenda’s Mann teilt uns beim Telefonat mit, dass sie aufgrund des Alters, der Kilometer und der Überführungskosten nach Sydney nun doch nur $10.000 bezahlen möchten. Wir sind hin- und hergerissen. $500 mehr von Bob? Aber wann hat er das Geld? Und wie soll Brenda uns eine Sicherheit geben, dass sie das Auto auch wirklich nimmt? Wir können ja nicht einem absagen, der andere überlegt es sich dann doch plötzlich anders und wir stehen ohne Käufer da. Was für ein Mist!

Um die Situation noch etwas zu verkomplizieren meldet sich am nächsten Tag noch eine Person aus Atherton, Frank. Unser dort aufgehängter Zettel hat sich wirklich rentiert! Wir treffen uns mit ihm in Cairns und er ist total aus dem Häuschen. So ein toller Truck! Den muss er haben, $10.500 wären auch in Ordnung. Falls er ihn doch nicht nimmt würde ihn sein Kumpel nehmen, welcher ebenfalls dabei ist. Sein mate (in Australien ist eigentlich jeder jedermanns mate), ein Rentner-Hippie-Nomade, lebt schon seit 20 Jahren umsonst an einem Strand auf der Halbinsel bei Cairns. Einer von beiden würde Troopy auf jeden Fall kaufen, meinen sie noch. Er verspricht sich morgen zu melden. Nun ist alles noch komplizierter. Brenda ist so weit weg und bietet $500 weniger. Bei ihr sind wir uns allerdings sicher, dass sie vertrauenswürdig ist und das Geld hat, denn sie arbeitet für die Regierung und man findet einiges über sie im Internet. Bob zahlt mehr und hat das Geld vielleicht am Montag. Frank zahlt ebenfalls mehr und will ihn vielleicht schon morgen früh kaufen. Obwohl uns Brenda so sympathisch ist entscheiden wir, bzw. vielmehr Patrik, dass derjenige, welcher zuerst das Geld bringt, den Wagen bekommt. In erster Linie müssen wir jetzt zusehen, dass wir das Auto losbekommen. Wir können leider nicht auf jeden Rücksicht nehmen.

Am nächsten Tag kommt, was kommen musste. Frank will den Wagen, hat aber erst am Mittwoch Geld. Bob ruft ebenfalls endlich an und sagt, dass er das Geld nicht bis zu unserem Abflug zusammen hat, und er somit absagen muss. Was für ein Kuddelmuddel! Nun ist es uns zu blöd und wir verkaufen Troopy für $10.000 an Brenda. Zum Glück hat sie noch Interesse und überweist uns auch sofort $5.000 Anzahlung auf unser Konto! Wow, soviel Vertrauen muss man haben. Niemals würden wir in Deutschland jemandem ohne jegliche Sicherheit eine so hohe Summe überweisen. Aber wir kommen wohl ziemlich vertrauenswürdig rüber, was wir ja auch sind :-) Wir versprechen ihr hoch und heilig unseren treuen Troodolph an niemand anderen zu verkaufen. Da sie ihn erst am Tag unserer Abreise abholen will könnte es für uns nicht besser laufen, denn wir können den Wagen bis zum Schluss behalten.

Eine Woche im Paradies: Mission Beach

Das ist eine ganze Woche lang unsere Aussicht

Da wir noch eine gute Woche Zeit haben fahren wir nochmal hinunter nach Mission Beach. Dort waren wir letztes Jahr schon mal und es war wunderschön. Langer Sandstrand, Palmen, keine Quallen und Krokodile und ein bezahlbarer Campingplatz direkt am Strand. Besser können wir Australien doch nicht ausklingen lassen. Wir haben Glück und bekommen den letzten freien Platz in der Reihe, welche mit nur fünf Metern Abstand direkt am Strand liegt. Aufwachen, Essen, Reiseberichte schreiben, Einschlafen mit Meerblick! Könnte es besser laufen? Es ist mit 27°C angenehm warm, aber nicht zu heiß. Nachts ist es genau richtig, nicht zu kalt, aber auch nicht so warm, dass man nicht schlafen könnte. Das Wasser hat die ideale Temperatur zum Schwimmen. Wir fühlen uns wie irgendwo in der Südsee, wie im Paradies, wie auf schwerelosen Wolken.

Nach drei Tagen erhalten wir von Patrik’s Mum die freudige Nachricht, dass sie eine Wohnung in Deutschland für uns gefunden hat! Wir können also gleich nach unserer Rückkehr aus Asien im Oktober in eine eigene Wohnung einziehen! Es ist einfach fantastisch! Auto verkauft, Wohnung geklärt, die letzte Woche in Australien im Paradies. Das Leben meint es nun wohl ziemlich gut mit uns :-)

Wir haben Glück und erwischen noch einen Kookaburra ganz nah!

Während wir vor vier Wochen noch nicht gewusst hatten wo wir die restliche Zeit verbringen sollten und der Autoverkauf noch vor uns lag haben wir uns fast ein bisschen auf den Abflug hingesehnt. Wir waren reisemüde, hatten aber auch keine Lust jetzt noch vier Wochen irgendwo herumzuhängen. Jetzt, während ich diese Zeilen schreibe sind es noch fünf Tage bis zum Abflug und alles ist perfekt gelaufen. In Mission Beach ist es so schön, dass wir gar nicht mehr weg wollen. Natürlich freuen wir uns auch auf zuhause, auf Eltern, Freunde und Verwandte und darauf, wieder eine feste Wohnung mit mehr Platz zu haben. Monatelang in einem engen Auto zu leben kann manchmal ganz schön aufs Gemüt gehen. Vor allem wenn es dann noch regnet und man gar keine Ausweichmöglichkeit mehr hat.

Auch die ständige, tägliche Suche nach einem Platz zum Schlafen fängt irgendwann an zu nerven. Aber wahrscheinlich sind wir momentan einfach nur zu verwöhnt. Irgendwie freuen wir uns darauf wieder eine feste Wohnung zu haben, wollen aber andererseits auch nicht weg vom Meer, vom schönen Wetter und den freundlichen Menschen. Seit knapp zwei Monaten tragen wir nur noch Flip Flops, kurze Hose und T-Shirt. Gedanken übers Wetter muss man sich kaum machen, denn ist quasi immer warm. Die ersten Wochen oder Monate, gerade wenn es dann in Deutschland Winter ist, werden sicher nicht einfach für uns werden. Dann werden wir bei dauerhaft schlechtem Wetter zuhause auf dem Sofa liegen und Fernweh nach Australien haben. Hach… es wird schwer werden :-(

Fotos aus Mission Beach:

Am Flip-Flop-Baum kann man sich Flip-Flops pflücken

Campground in Mission Beach

Blick direkt aufs Meer: genial!

6-7 Meter zum Strand

Ein Traum

Besser hätten wir es nicht erwischen können

Eine Campingküche gibt’s auch

Einen Pirat haben wir auch getroffen ;-)

Der Papagei ist immer dabei, auch beim Radfahren

Troopy unter Palmen

Die Kokosnüsse sind leider noch nicht reif

Kookaburra frisst einen großen Grashüpfer

Das ist eine ganze Woche lang unsere Aussicht aus dem Auto

Patrik beim Fotografieren des Kookaburra

Hartmut am Strand

Mit diesem Blick kann man ganz entspannt Berichte schreiben

Spinne in der Campingküche

Der Strand von Mission Beach

Wie im Paradies

Koffer packen :-(

Kochlöffelwoman im Einsatz :-)

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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3 Kommentare

  • September 28, 2013 9:22 pmvor 5 Jahren
    Björn Weinbrenner

    Hallo!
    Bei der Überschrift dachte ich erst an die Art von Autoverkauf, die bei mir gerade ansteht. Nämlich den Verkauf meines geliebten Gefährts in Deutschland bevor es auf eine Weltreise geht.
    Schöner Blog!! Hier werde ich mir noch die ein oder andere Inspiration abholen. Vielen Dank!
    Björn

  • August 22, 2013 6:12 pmvor 6 Jahren
    Kalle

    Klingel mal durch!

  • August 22, 2013 1:44 pmvor 6 Jahren
    T.Sissi

    Tja, das war´s dann…und übermorgen seid ihr wieder im Ländle!
    Wir freuen uns :) :) :) :) :)
    Bis dann!

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