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Babykänguru (Joey) in Josephine's Art Gallery

Coober Pedy - Opale und Babykängurus

Coober Pedy gilt als die Opalhauptstadt der Welt, denn über 60% der weltweiten Förderung des Edelsteins stammen hierher. 1911 wurden hier die ersten Opale gefunden, seitdem strömen aus aller Herren Länder die Glücksritter nach Coober Pedy. Der Name ist eine Verballhornung der Aborigine Bezeichung “Kapa Piti”, was soviel bedeutet wie “Weißer Mann lebt im Loch” – passend, wie wir finden. Da in mittlerweile über 100 Jahren unzählige Minenschächte und Abraumhalden entstanden sind ähnelt die Landschaft um den Ort einer bunten Mondlandschaft, welche auch schon in Filmen wie Mad Max 2 oder Pitch Black als Kulisse diente.

Nach kurzer Recherche im Internet entschließen wir uns in Coober Pedy für den Caravan Park Riba’s Underground Camping ($22/Nacht). Wer ein Zelt dabei hat, kann dort in typischer Coober Pedy Tradition in ausgegrabenen Höhlen im Untergrund zelten. Im Sommer ist es dort dann schön kühl und im Winter angenehm warm. Wir haben zwar ein Zelt dabei, bleiben aber lieber bei Troopy über der Erde. Die unpowered Stellplätze sind ziemlich klein und von einem hohen Zaun und Steinwall umgeben, so dass man überhaupt nichts sieht. Nachdem wir Wäsche gewaschen und diese aufgehängt haben fängt es eine Stunde später an zu regnen. Kurzerhand wird Troopy zur mobilen Wäschespinne umfunktioniert, indem Michelle unsere Spanngurte kreuz und quer durch den Innenraum spannt. Neben uns steht ein älteres australisches Paar, mit denen wir ins Gespräch kommen, da sie das gleiche Auto fahren. Wir tratschen über dies und jenes und treffen sie später in der camp kitchen wieder. Dort fragen sie uns, was wir denn da auf dem Barbecue brutzeln, denn Deutsche würden ja anscheinend immer Würstchen essen. Wie der Zufall es so will passen wir natürlich gerade heute exakt in dieses Klischee, denn es gibt Würste und Salat :-D

Panorama über das verregnete Coober Pedy

Die folgende Nacht ist windig, kalt und es regnet ununterbrochen die ganze Nacht durch. Da kommt man endlich in der Wüste an und dann schüttet es wie aus Kübeln, gibts doch nicht. Aber egal, wir kuscheln uns in unsere Schlafsäcke und hören dem beruhigenden Trommeln des Regens auf Troopys Dach zu. Morgens regnet es immer noch, aber das macht eigentlich nichts, denn in Coober Pedy gibt es oberirdisch eh nicht viel zu besichtigen. Wir schauen zunächst bei Fayes Underground Home vorbei, wo man sich einen typischen dugout ansehen kann. Ein dugout bezeichnet eine unterirdische Wohnung, welche per Hand oder Tunnelbohrmaschine ausgegraben wurde. Dort herrscht dann ganzjährig eine angenehme Temperatur von 25°C. Wer seine Bude vergrößern möchte gräbt eben noch ein paar Tunnel mehr, so einfach ist das. Bei Fayes ist leider geschlossen und wir fahren stattdessen zur Oldtimers Mine. Nach etwas Handeln (man hat uns den Rabatt quasi aufgezwängt ;-) ) zahlen wir statt $15 nur $12 Eintritt. Vor dem Betreten bekommt man einen kleinen Führer auf Deutsch und muss sich einen Schutzhelm aufziehen. Im Führer sind rund 40 Punkte der Mine beschrieben, welche man nacheinander abklappert.

Wozu die Schutzhelme nötig sind merken wir schon gleich am Anfang, denn die Mine wurde so belassen wie sie früher war und ist dementsprechend verwinkelt und niedrig und man würde sich ohne Helm ständig den Kopf irgendwo anschlagen. In der Mine ist es tatsächlich um einiges wärmer als im Regenwetter draußen. Der Rundgang durch die Mine ist sehr interessant und man bekommt anhand von zahlreichen Infotafeln jede Menge erklärt. Nachdem man durch die Mine durch ist läuft man noch durch eine Art Museum und dann noch durch einen dugout, welcher bis zum Ende der 90er Jahre noch durch den Besitzer der Oldtimers Mine bewohnt wurde. Die Mine hat uns wirklich sehr gefallen, man erfährt jede Menge über die Funktionsweise der Opalminen und deren Geschichte – wir können sie uneingeschränkt weiterempfehlen!

Nach der Mine besuchen wir Jens, welcher uns per Email über unsere Webseite angeschrieben hatte. Wie genau er auf unsere Seite aufmerksam wurde wissen wir bis jetzt noch nicht so genau. Anscheinend ist jemandes Mutter (seine?) beim gleichen Friseur wie Patrik’s Mutter (oder so ähnlich), wo sich die Geschichte unserer Australienreise herum sprach. Wie auch immer, zufällig arbeitet er momentan als freiwilliger Helfer in einer Kunstgalerie, welche gleichzeitig auch ein Känguruwaisenhaus ist, in Coober Pedy. In der Galerie (Josephine’s Art Gallery) gibt es jede Menge Aborigine-Bilder und spontan kaufen wir eines. Die meisten Bilder sind leider ziemlich teuer. Wenn wir zuviel Geld übrig hätten könnten wir uns hier tot kaufen, so viele tolle Bilder gibt es. Nebenher tratschen wir mit Jens, welcher zufällig auch am (wie wir) am nächsten Tag nach Alice Springs unterwegs ist.

Da es immer noch regnet haben die großen Red Kangaroos leider keine Lust aus ihren Hüttchen heraus zu kommen und wir bekommen stattdessen die Fütterung eines Joey (Babykänguru) zu sehen. MEINE GÜTE – IST DAS GOLDIG! Zu trinken bekommt es laktosefreie Milch, denn Australiens Wildtiere sind laktoseintolerant. Jeder darf es mal streicheln und verdutzt glotzt es uns alle mit seinen süßen Äuglein an ;-). Danach darf es noch ein paar Minuten auf dem Boden herumhüpfen, was sehr drollig aussieht, denn so richtig hoppeln kann es noch gar nicht und so stolpert es mehr durch die Gegend. Nach dem Füttern und dem Herumhopsen ist das Kleine müde und springt Kopf voraus wieder in seinen Beutel (Wolltasche) um ein Nickerchen zu machen. Das Waisenhaus finanziert sich nur durch Spenden und nimmt meistens Babykängurus an, deren Mutter überfahren wurde und die dabei im Beutel überlebt haben. Wir spenden auch etwas, nehmen noch das Handbuch How to rescue a Joey mit (vielleicht brauchen wir es mal), verabreden uns mit Jens in Alice Springs und kehren dem verregneten Coober Pedy schließlich den Rücken.

  • Nicht rennen, nicht rückwärts laufen, nicht in den Schacht fallen... alles klar :-)

    Nicht rennen, nicht rückwärts laufen, nicht in den Schacht fallen… alles klar :-)
    coober_pedy_01_schild

  • Welcome to Coober Pedy!

    Welcome to Coober Pedy!
    coober_pedy_02_troopy

  • Ein Opal im Fels... warum holt man den nicht raus, wenn er soviel Wert ist?

    Ein Opal im Fels… warum holt man den nicht raus, wenn er soviel Wert ist?
    coober_pedy_03_opal_im_fels

  • Durch solche Schächte sind die Arbeiter früher in die Minen geklettert

    Durch solche Schächte sind die Arbeiter früher in die Minen geklettert
    coober_pedy_04_schacht

  • Michelle bei der Arbeit

    Michelle bei der Arbeit
    coober_pedy_05_bei_der_arbeit

  • Aus Kuhhaut bastelte man früher die Körbe für den Schutt

    Aus Kuhhaut bastelte man früher die Körbe für den Schutt
    coober_pedy_06_arbeiter

  • Eine Opalspur

    Eine Opalspur
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  • Das war früher der Projektor im Autokino... ein Monster!

    Das war früher der Projektor im Autokino… ein Monster!
    coober_pedy_08_projektor

  • Schlafzimmer eines dugouts

    Schlafzimmer eines dugouts
    coober_pedy_09_schlafzimmer

  • Gemütliches Wohnzimmer

    Gemütliches Wohnzimmer
    coober_pedy_10_wohnzimmer

  • Nur ein Fenster fehlt irgendwie

    Nur ein Fenster fehlt irgendwie
    coober_pedy_11_esszimmer

  • Mit solchen Blowern wird der Schutt aus den Minen gepustet

    Mit solchen Blowern wird der Schutt aus den Minen gepustet
    coober_pedy_12_blower

  • Panorama über das verregnete Coober Pedy

    Panorama über das verregnete Coober Pedy
    South Australia, Australien

  • Joey bekommt Milch

    Joey bekommt Milch
    coober_pedy_14_joey

  • Können wir den gleich mitnehmen?

    Können wir den gleich mitnehmen?
    coober_pedy_15_joey

  • Die typische bunten Häufchen in Coober Pedy

    Die typische bunten Häufchen in Coober Pedy
    coober_pedy_16_geroellhaufen

Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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