FlickrRSS
Du bist hier: RoundFour · Explore. Dream. Discover.»Australien Blog,Reisebericht,Natur»Strand»Denham, der François-Peron-Nationalpark und die Shark Bay
Bottle Bay · François-Peron-Nationalpark, Western Australia

Denham, der François-Peron-Nationalpark und die Shark Bay

Am nächsten Morgen fahren wir nach Denham und informieren uns im Shark Bay Visitor Centre nochmal kurz über den Francois Peron Nationalpark, in dem wir ab heute 2-3 Tage verbringen möchten. Laut diversen Berichten soll dieser ein absolutes Highlight sein: Rote Sanddünen bis ans Meer, Schnorcheln, tolle Strände, Dugongs (Seekühe), Rochen und Schildkröten vom Strand aus beobachten, und endlich wieder 4WD im Sand – wir sind gespannt. Kurzerhand kaufen wir uns noch ein Schnorchelset und nochmal neues Eis für die Kühlbox und frische Lebensmittel. Vom alten Eis war bei 25°C Tagestemperatur nach 3 Tagen immerhin noch fast die Hälfte übrig. Frischwasser bekommt man in Denham am günstigsten direkt vom Wasserwerk, welches an der Monkey Mia Road liegt. Aktuell (08. Juni 2013) bezahlt man $1 für 10 Liter, wir füllen also beide Wasserkanister und unsere Campingdusche auf.

Nach dem Aufstocken unserer Vorräte geht es ab in den Park. Die ersten 6 Kilometer bis zum Peron Homestead sind eine normale Schotterpiste, welche auch mit einem 2WD befahren werden kann. Danach geht es weiter auf Sand und wir reduzieren unseren Reifendruck auf 18 PSI vorne und 20 PSI hinten (normal 42 PSI). Als ersten Campspot haben wir uns Herald Bight ausgesucht, zu dem anscheinend eine sehr sandige Piste führen soll. Ungefähr auf halber Strecke läuft plötzlich direkt vor uns eine dicke Echse mit Stummelschwanz über den Weg. Patrik steigt aus und sofort faucht ihn die Echse wild an, was für ein kleines Biest ;-)

Weiter geht es über corrugations (Bodenwellen) jeder Art, an manchen Stellen ist der Sand ziemlich soft. Fraser Island war da jedoch deutlich härter und so kommen wir ohne Probleme in der Herald Bight an. Dort ist der Sand direkt am Strand dann wirklich ziemlich soft und Troopy muss ordentlich graben. Wir gondeln eine Weile am Strand herum und finden schließlich ein Plätzchen für die Nacht. Außer uns steht nur noch ein anderes Auto und ein Zelt am anderen Ende der Bucht. In der Herald Bight kann man campen wo man möchte, auch direkt am Strand. Wir parken ca. 10 Meter vom Wasser entfernt direkt im Sand, ein genialer Campspot. Dann heißt es Sonne tanken und entspannen! Abends essen wir bei Sonnenuntergang auf Decken direkt am Wasser, knabbern Käse und trinken teuren sehr guten Rotwein anlässlich Michelle’s Geburtstag. Prost!

Ein U-Boot und darüber 3 Leute im Boot? Ach ne, Barbecue soll das sein! :-D

Da gestern noch jemand in dem extrem soften Sand stecken geblieben ist brausen wir am nächsten Morgen mit etwas Anlauf in einem Rutsch die sandige Stelle nach oben und fahren in den Norden zum Cape Peron. Dort finden wir besagte rote Dünen, welche eingerahmt von roten Felsen wirklich bis direkt ans Wasser reichen, eine fantastische Landschaft. Auf dem Wanamalu Trail laufen wir 3 km retour bis zum Skipjack Point direkt durch die Dünen. Dort ist der Ausblick noch farbenfroher. Mit grünen Büschen bewachsene rote Dünen, rote Felsen, darunter der nahezu weiße Sandstrand, türkisblaues Wasser und ein wolkenloser tiefblauer Himmel bilden einen tollen Kontrast. Am Skipjack Point gibt es einen Boardwalk von welchem man einen nahezu senkrechten Blick auf das Meer hat. Ein idealer Platz um Schildkröten, Rochen, Haie, Delphine und vielleicht sogar einen Dugong (Seekuh) zu sehen.

Nach einer Weile geduldigem Starren auf das Wasser sehen wir zunächst eine Schildkröte, dann einen eagle ray (Adlerrochen), einen shovelnose ray (Geigenrochen) und noch ein paar Schildkröten. Die selteneren Tiere bleiben uns leider verwehrt. Auf dem Rückweg fallen uns erneut die unzähligen Abdrücke im Sand von den verschiedensten Tieren auf. So tot die Gegend tagsüber aussehen mag, nachts steppt hier wohl der Bär. Knapp 100 Reptilienarten und über 100 Vogelarten leben anscheinend im Cape Peron Nationalpark. Nach dem Cape Peron suchen wir uns als zweiten Campspot die Bottle Bay raus. Dort kann man nicht direkt am Strand campen, sondern in kleinen und großen Parkbuchten ca. 20-30 Meter vom Wasser entfernt. Das hat auch sein gutes, denn der Strand sieht natürlicher aus und ist nicht übersät von Reifenspuren. Nach einem gleichzeitig erfolgreichen aber auch erfolglosen Schorcheltest (das Schnorchelset funktioniert, aber es ist nichts zu sehen) im holy shit (um es mal australisch auszudrücken) eiskalten Wasser verbringen wir den restlichen Tag mit Dösen in der Sonne.

Am nächsten Tag geht es zurück Richtung Denham. Wir stoppen noch an den Campspots South Gregories und Big Lagoon, welche aber auch nichts neues mehr zu bieten haben. Am Peron Homestead, welcher früher mal eine Schaffarm war, wird auf einem kleinen Rundweg durch die noch recht gut erhaltenen Gebäude mit liebevollen Zeichnungen erklärt, wie hier früher die Schafzucht ablief. Ziemlich ruppig muss es damals zugegangen sein. Um Läuse und anderes Ungeziefer von den Schafen zu entfernen hat man sie durch einen tiefen Betontrog gefüllt mit einer chemischen Lösung getrieben und ihnen den Kopf unter Wasser gedrückt, damit dieser auch gereinigt wird. Nach dem Homestead fahren wir nach Monkey Mia, wo man nochmals $8 pro Person bezahlt, da der Nationalparkpass nicht gilt.

Im Prinzip ist Monkey Mia – entschuldigung – total für den Arsch, um es mal salopp auszudrücken. Außer der Delphinfütterung gibt es hier nichts zu tun. Die Fütterung findet drei mal morgens zwischen 7 und 12 Uhr statt. Auf einer Tafel steht, dass heute morgen zur ersten Fütterung 143 Personen da waren, aber nur 3 Delphine. Ist ja klasse. Am Eingang fragen wir die Rangerin, was es denn hier noch zu tun gibt. “Mmh well, there’s the beach… and shops… and the resort”. Also eigentlich nichts, nur Massentourismus. Den ganzen Trubel um diesen Quark hier können wir absolut nicht nachvollziehen. Wir sind wohl auch nicht die ersten, die diese Frage stellen, denn im Fenster der Tourinformation hängt ein Infoblatt mit dem Titel “What else can I do here?”. Aufgelistet sind Dinge wie: Am Strand relaxen, Baden, Vögel beobachten, irgendeine der wie quasi immer in Australien völlig überteuerten Touren buchen, blablabla. Und dafür bezahlt man nochmal $8 extra? Was für ein Schwachsinn. Der Strand ist auch nur Mittelmaß, da gibt es etliche, welche deutlich schöner sind. Hoffentlich werden unsere $16 wenigstens für irgendetwas Sinnvolles verwendet.

Nach Monkey Mia fahren wir zurück nach Denham und holen uns nochmal ein Permit um am Campspot Eagle Bluff zu campen. Am Eagle Bluff gibt es ähnlich wie am Skipjack Point im Peron NP auch einen Boardwalk, von dem man Meerestiere beobachten kann. Ein Paar vor uns und ein Paar nach uns sehen wohl Haie, wir jedoch nur einen der Geigenrochen und etliche lärmende Möwen und Kormorane. Später kommt an unserem Campspot plötzlich ein zum Wohnmobil umgebauter VW T3 mit deutschem Kennzeichen an. Lackiert ist er mit einer genialen Wüstenlandschaft, Kamelen und Skorpionen – der Hingucker! Jürgen, wie er sich uns vorstellt, ist alleinreisend, kommt aus Oranienburg und ist keine 18 mehr, sondern schon 20, wie er immer sagt ;-)

Das Kamel, Jürgen, wir und Troopy :-)

Da er noch kein Permit hat rufen wir für ihn kurzerhand das Visitor Center in Denham an. Eigentlich seien alle Permits schon weg meint die Dame am Telefon, aber nach etwas hin und her klappt es dann doch. Jürgen erzählt uns, dass er schon seit Mai 2012 in Australien unterwegs ist. Eigentlich wollte er nur ein Jahr bleiben, hatte aber schon so viele Probleme mit seinem Auto, dass er etliche Wochen mit Reparaturen verbracht hat und nun bis September 2013 bleibt. Am Anfang seiner Reise hatte er einen Motorschaden und musste zwei Monate auf einen Ersatzmotor aus Deutschland warten. Nachdem wir über alles mögliche gequatscht haben essen wir und werden danach von ihm auf einen Teller Kürbiscremesuppe eingeladen. Das Kamel, wie er seinen T3 nennt, sieht von außen zwar klein aus, ist aber ein totales Raumwunder und sehr gemütlich.

Nach der exzellenten Suppe reden wir über Gott und die Welt bis kurz vor Mitternacht. Da Jürgen aus der ehemaligen DDR stammt erzählt er uns einige Geschichten über das Leben damals, welche sehr interessant sind. Es ist teilweise unvorstellbar für uns, wie es einst dort zuging. Da wir die gleiche Reiseroute haben wie Jürgen tauschen wir unsere Telefonnummern aus und machen aus, dass wir uns irgendwo wieder treffen. Morgens macht Jürgen noch ein Foto von uns allen, dann trennen sich unsere Wege erstmal, denn Jürgen will noch nach Denham.

Anschließend geht es zurück Richtung North West Coastal Highway. Wir stoppen kurz am Shell Beach, einem Strand, welcher nur aus Muscheln besteht, und am Hamelin Pool. Der Hamelin Pool ist einer von nur drei Orten auf der Erde, an denen es noch Stromatoliten gibt. Stromatoliten bestehen aus geschichtetem Kalkstein und sind quasi lebende Steine und wahrscheinlich die ältesten Lebewesen auf unserem Planeten. Gebaut werden sie von einzelligen Cyanobakterien, welche Ablagerungen im Wasser einfangen und verbinden. Diese Bakterien begannen vor rund 3.5 Milliarden Jahren mit der Bildung von Sauerstoff, ohne sie gäbe es heute kein weiterentwickeltes Leben auf unserem Planeten. Wenn man sie bei Flut genau beobachtet sieht man ab und zu sogar kleine Luftblasen von ihnen aufsteigen. 

Nach der Erdkundestunde fahren wir bis 30 km vor Carnarvon und steuern dann den Campspot Bush Bay an, welcher direkt am Meer liegt. Dort sieht es aus wie in einer Nomadensiedlung. Unzählige große, teilweise uralte Campingbusse stehen hier. Die meisten Leute haben sich um ihre Busse herum eine Art Grundstück abgesteckt mit Terrasse, Dusche, Sitzecke, usw. In unserem Campingbuch steht, dass der Platz sehr niedrig liegt und bei hoher Flut gerne mal überschwemmt wird. Wir verlassen uns auf die anderen, die werden schon wissen was sie tun ;-)

Fowlers Camp, campen direkt am Strand

Was für eine Aussicht

In der Herald Bight

Lecker Frühstück

Die garstige Echse

Picknick am Strand

Spuren im Sand

Michelle am Cape Peron

Ausblick auf den Skipjack Point

Hier lässt es sich leben

Blick in die Ferne :-)

So lässt man hier den Tag ausklingen

Ein Herzerl :-)

Am Cape Peron

Ein Adlerrochen

Traumhafte Sandbank bei Denham

Campen am Eagle Bluff

Da mussten die Schafe durch

Patrik inspiziert den Kühlschrank

Für was ist das Ding rechts oben?

Delphin in Monkey Mia

Taucht die plötzlich einfach hinter uns auf!

Isch will auch noch mit aufs Foto :-)

Blick aufs Meer vom Eagle Bluff

Millionen Muscheln liegen am Shell Beach

Kein Körnchen Sand, nur Muscheln

Stromatoliten am Hamelin Pool

  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24
  • 25
  • 26

#000000fadetrue

Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

Verwandte Posts

1 Kommentar

  • Juli 23, 2013 8:17 amvor 5 Jahren
    Tante Sissi

    Wunderwerke der Natur – hinreißend!

Hinterlasse einen Kommentar

Your Name: (required)

E-Mail: (required)

Website: (not required)

Message: (required)

Kommentar senden

Rechenaufgabe zur Vermeidung von Spam * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

17087440