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Die Schattenseiten Australiens - wenn nichts klappen will

Die nächsten beiden Tage möchten wir gerne aus unserem Gedächtnis streichen, denn es klappt absolut gar nichts. Der Karijini Nationalpark erwischt uns mit seiner absolut miesen Schotterpiste auf dem falschen Fuß. Der Oxer Lookout ist noch ganz nett, dann folgen rund 50 km auf einer Piste, welche der Teufel höchstpersönlich gebaut haben muss. Extrem tiefe, harte Bodenwellen, spitze, große Steine und wahnwitzige Schlaglöcher. Wir werden durchgeschüttelt wie noch nie zuvor. Es ist einfach nur ätzend und Patrik’s Nerven reißen. Ja, sie stehen nicht, wie es schon mal vorkommt, kurz vor dem Zerreißen, sondern sind schon gerissen. Irgendein Schalter in seinem Gehirn wird umgelegt und die Laune sackt innerhalb einer Sekunde in ein absolutes Allzeittief ab, aus dem sie auch die nächsten Tage nicht mehr herauskommen wird.

Wieso zum Teufel können sie diese paar Kilometer denn nicht mal neu abschleifen? Wofür bezahlt man denn eigentlich Eintritt in diesen  verfluchten Park? Jaja, wir wissen schon, Schotterpisten sind unberechenbar etc. blabla. Aber so beschissen wie diese Piste ist: Das ist nicht erst seit gestern so. Zu allem Überfluss meint unser Australien-Reiseführer dazu: Die Pisten im Karijini NP sind in einwandfreiem Zustand. Ja, na klar, vielen Dank Herr Lohse! Nachdem wir auf dem Campground nach Ronny und Mandy suchen werden wir von dem total unfreundlichen Camphost auch noch quasi rausgeworfen. Wir sollen doch verschwinden, wenn wir nicht gezahlt hätten, meint die Frau zu uns. Aber sonst geht’s noch? Wir wollen hier ja auch gar nicht übernachten. Danach ist unsere Laune dermaßen tief im Keller, dass wir den Park verlassen und nach Port Hedland weiterfahren. Bye bye Karijini, auf nimmer wiedersehen.

Troopy in siffig

Da wir Troopy in Port Hedland zum Service bringen möchten entschließen wir uns 40 Kilometer vor der Stadt dazu nicht auf einem Parkplatz am Highway zu übernachten sondern noch in die Stadt hineinzufahren, etwas zu essen und dann irgendwo im Ort zu übernachten. Falsche Entscheidung. Auf den Straßen sind mehr road trains mit vier Anhängern unterwegs als normale Autos. In der Dunkelheit überholen sie uns, donnern an uns vorbei und bescheren uns zwei dicke Steinschläge auf der Windschutzscheibe. In quasi jeder anderen australischen Stadt kommt man beim Hindurchfahren zwangsläufig an irgendeinem Fastfood-Restaurant vorbei. Natürlich nicht so in Port Hedland. In diesem Kaff gibt es wahrhaftig nichts, keinen Subway, keinen McDonalds, nichts. Nur Industrie, Minen, Bergwerke, road trains und wasweißichnoch. Der Stadtkern des eigentlichen Port Hedlands liegt auf einer schmalen Landzunge, auf der sich der riesige Hafen befindet, aber nichts zum schnell etwas essen. NERV! Im Internet finden wir heraus, dass sich sämtliche Fastfood-Ketten in South Hedland befinden. 20 km entfernt, teilt uns Mr. Tomtom mit. Also die ganze Strecke wieder zurück. Nach dem Sandwich von Subway ist Patrik übel (Subway ist erstmal gestrichen) und wir übernachten auf einem großen Platz, auf dem etliche zum Verkauf stehende Autos stehen. Ist uns jetzt auch egal!

Dass das Projekt Troopy-Service am nächsten Tag schon zum Scheitern verurteilt ist, war ja fast klar. In den meisten anderen australischen Städten gibt es IMMER eine Straße, in der sich die meisten Werkstätten, Reifenhändler und andere Autohändler befinden. Wo nicht? Genau, in Port Scheissland. Oder South Scheissland, oder wie auch immer. Wir suchen also im Internet eine Werkstatt in Wedgefield heraus. Das ist eigentlich auch Port Teufelsland, aber halt ein Vorort, oder so. Wie immer total verwirrend in Australien, denn bei den Vororten steht nie die eigentliche Stadt dabei, zu welcher sie gehören. So ist man nie ganz sicher, ob das denn nun stimmt oder nicht. Natürlich ist bei der Werkstatt für heute nichts mehr frei. Wir fahren also wieder 20 km nach Port Hedland, wo wir ja eigentlich schon die ganze Zeit sind, aber eben in den eigentlichen Stadtkern, in dem es nichts gibt. Aber laut Internet zwei Werkstätten. Trotz Navigationssystem finden wir nur eine der beiden, die jedoch zum Verkauf steht. AAAAARRRGGHH. Beim Autozubehörhändler Repco fragen wir nach der nächsten Werkstatt. Ja, das wüsste sie jetzt nicht so genau, meint die Dame, aber die BP Tankstelle würde sowas wohl machen. Der Typ in der BP kapiert überhaupt nichts. Ne, ‘ne Werkstatt gibt’s hier nicht. Wo die nächste ist weiß er auch nicht. Hallo??!? Arbeiten hier nur unfähige Volltrottel? Die Stimmung ist im Keller. Und das ist noch untertrieben.

Schließlich landen wir noch bei Toyota direkt, aber hier ist die nächsten zwei Wochen alles ausgebucht. Ja sicher, ein Normalsterblicher bekommt hier wohl sowieso keinen Termin, denn es stehen nur Firmenfahrzeuge der ganzen Bergwerke auf dem Hof. Zu guter letzt rufen wir nochmal bei der Werkstatt in Wedgefield an und fragen, was es dort kosten würde. $370 für einen Ölwechsel. Wie bitte? Werden da noch Diamanten beigemischt? Normalerweise bezahlen wir dafür im Schnitt $150. Ja, das würde rund 2 Stunden dauern meint der schleimige unfreundliche Typ am anderen Ende der Leitung. Ist der nicht mehr ganz richtig im Oberstübchen? Öl kostet hier maximal $10 pro Liter, mit 10 Litern und einem Ölfilter sind wir bei maximal $120 Materialkosten. Für was sind bitte die restlichen $250??? Ihr könnt uns doch mal mit eurem Port Scheissland. Was für ein elendiges Drecksloch.

Kurz darauf telefonieren mit Jürgen. Er ist momentan in Broome und wartet auf zwei neue Reifen, denn er hatte zwei Platten. Einen davon im Karijini Nationalpark auf der tadellosen Mistpiste. Er bietet uns an für morgen einen Termin in einer Werkstatt in Broome auszumachen. Dankend nehmen wir an und kehren den Bergwerksheinis den Rücken. Da Australien groß ist liegt Broome natürlich nicht mal eben um die Ecke. 600 Kilometer, um genau zu sein. Was dazwischen ist? Nichts außer zwei Roadhouses. Gut 8 Stunden sind wir unterwegs und danach entsprechend fertig mit den Nerven. Die waren ja auch schon davor ziemlich fertig, man kann sich also vorstellen, wie wir uns fühlen. Arme Nerven. Wir treffen Jürgen, essen etwas und schlafen umsonst an einem etwas versteckten Plätzchen. Mit Preisen um $50 pro Nacht auf einem Caravan Park toppt Broome alles vorherige. Selbst am Uluru, in Exmouth oder mitten in Sydney ist es billiger. Solche Preise bezahlen wir sicher nicht. Am nächsten Morgen geht’s um 8 Uhr zur Werkstatt. $250 inklusive gründlichem Check des Autos will man hier. Geht ja noch. Dabei bleibt es allerdings nicht, denn das Radlager vorne rechts ist total am Ende. Keine Schmiere mehr drin, voll mit Dreck und total verrostet. $430 bezahlen wir schlussendlich. Immer noch besser als wenn uns auf der Gibb River Road alles auseinanderbricht, denn dann bezahlt man mit Abschleppen locker über $2000.

Im Visitor Center versuchen wir etwas über die Campgrounds am Cape Leveque herauszufinden, denn da wollten wir eigentlich hochfahren (ca. 200 km nördlich von Broome). Das Buch Camps 6 hat dafür nämlich keinen Tipp parat. Schnell wird uns klar warum, denn überall werden dreiste $20 pro Person pro Nacht verlangt! $40 pro Nacht? Für eine poplige Fläche Gras ohne Strom? Was zum Henker soll das? Irgendwie hatten wir von Westaustralien eine andere Vorstellung. Danach suchen wir verzweifelt einen Car Wash. Nach ewigem Hin und Her und Rumfragen finden wir eine Tankstelle, welche lediglich über einen jämmerlichen Hochdruckreiniger verfügt. Schon mal versucht ein Auto, welches voll mit rotem australischen Matsch ist mit einer Hochdruckdüse zu reinigen? Genau, geht nicht. Man sprüht drauf und es passiert absolut nichts. Keine Chance ohne Waschbürste, aber davon gibt’s wohl in Broome keine.

Also waschen wir die Kiste von Hand mit einem Schwamm. Schweißgebadet und alle Klamotten voll mit Dreck machen wir uns entnervt vom Acker. Troopy ist immer noch versifft, denn der rote Dreck ist wirklich hartnäckig. Anschließend erwartet uns beim Optiker die nächste Pleite. Es soll einfach kein Ende nehmen. Zum Schnorcheln braucht Patrik noch ein paar Tageskontaktlinsen, doch in Australien scheint man in dieser Hinsicht noch in der Steinzeit zu leben. Ne, ohne Rezept geht dort gar nichts, meint die Dame beim Optiker. Kann man hier zwar bekommen, kostet aber $100. Ich weiß doch meine Stärke und habe sogar Linsen dabei, von denen sie die Stärke nehmen könnten. Ne, machen sie nicht. Ein kleineres Paket als 3 Monate Tageslinsen, welches über $200 kostet, gibt es auch nicht. Meine Güte, ich brauche doch nur 3 oder 4 Stück!! Bei unserem Optiker in Deutschland bekommt man die zum Testen auch einzeln!! Ach ja, und auf Lager haben sie sowieso nichts, bis die Linsen hier sind dauert es mindestens eine Woche! Warum?! Warum bloß klappt denn seit Tagen einfach nichts :-(

Troopy in siffig

Michelle im Karijini NP

Karijini Nationalpark

Karijini Nationalpark

Blick vom Oxer Lookout

Gorges, Gorges, Gorges…

So einer hat uns die Macke in die Scheibe gehauen

Laaaangweilig…

Trucks mit einer übergroßen Ladung gibt’s ja öfters

Aber das… das… was zum Henker ist denn das?

Zwei Trucks müssen das Ding ziehen

Wird wohl für irgendein Bergwerk sein

Und nochmal von hinten

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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1 Kommentar

  • Juli 25, 2013 12:09 pmvor 6 Jahren
    T.Sissi

    My god…da habt ihr sicher gerne an unser spießiges Ländle gedacht, wo doch (fast) alles klappt!!! :)

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