FlickrRSS
Du bist hier: RoundFour · Explore. Dream. Discover.»Australien Blog,Reisebericht,Stadt»In Perth, um Perth und um Perth herum
Perth, eine der isoliertesten Großstädte der Welt

In Perth, um Perth und um Perth herum

Nachdem wir die Great Central Road verlassen haben ist unser nächstes Ziel Perth. Nach Leonora liegen noch 830 km vor uns. 10 km vor Leonora übernachten wir auf einem kostenlosen Campground am Malcolm Dam. Als es bereits dunkel ist kommen auf einmal ein paar Jugendliche mit einem normalen Straßenwagen (kein 4×4) angefahren und fahren zu nah an den See. Irgendwie bringen sie es fertig bis ins Wasser zu fahren und bleiben dabei natürlich stecken. Ein Mann fängt auf einmal an wie ein Besessener herum zu brüllen und mit irgendeinem harten Gegenstand auf sein Auto einzuschlagen. Er schreit wie am Spieß und fängt schließlich an zu heulen. Was zum Teufel ist hier denn los?, fragen wir uns. Bevor wir unseren Campnachbarn um Hilfe bitten können kommt jedoch ein anderes Fahrzeug und zieht den flennenden Jammerlappen aus dem Schlamm. Was man hier so erlebt!

Am nächsten Tag reißen wir 550 km auf der bis jetzt langweiligsten Strecke überhaupt herunter. Auf der ganzen Strecke liegt nur Kalgoorlie, das Zentrum des Gold- und Nickelabbaus, dazwischen winzige Käffer, in denen man nicht tod überm Zaun hängen möchte. Das erste Nest nach Leonora – Menzies – ist die “Hauptstadt” des Menzies Shire (Verwaltungsbezirk). In dem Nest gibt es ca. 10 Häuser, sämtliche Geschäfte bis auf das Hotel sind geschlossen oder stehen zum Verkauf. Aus Neugier googeln wir nach Menzies und finden heraus, dass es 56 Einwohner hat. Wow. Es kommt aber noch besser: Das Menzies Shire, also der komplette Bezirk, hat 230 Einwohner. 125.000 km² Fläche hat das Shire, was ziemlich genau der Größe von Österreich und der Schweiz zusammen entspricht, das nennen wir doch mal dünn besiedelt :-D

Die Fahrt durch die immer gleiche öde Buschlandschaft, die immer gleiche Straße, die immer gleichen verfallenen Käffer macht einen irgendwie aggressiv. Wir fragen uns, wo denn die ganzen Autos, welche uns entgegenkommen, überhaupt hinfahren. Hier ist doch nichts. Wir kommen uns vor wie im Film Die Truman Show und fragen uns, ob das vielleicht alles nur Statisten sind. Wenn uns ein Auto überholt dreht es einige Kilometer vor uns um und kommt uns wieder entgegen. Obwohl keine Sonne scheint haben fast alle eine Sonnenbrille auf. Wahrscheinlich um zu verbergen, dass es sich gar nicht um echte Menschen handelt, sondern um seelenlose Roboter. Hachja… auf einer so trostlosen Fahrt kann einem schon mal die Fantasie durchgehen.

In Kalgoorlie tanken wir auf (endlich wieder zu normalen Preisen) und schauen uns kurz den Superpit an, die größte Goldmine Australiens. 3,5 km lang, 1,5 km breit, 360 Meter tief. Die Zahlen sagen einem nicht viel und bereiten einen nicht auf den Anblick vor, der sich einem am Lookout bietet. Heiliges Kanonenrohr, das ist mal eine Grube! Die riesigen Minenkipplaster, welche so groß wie ein Haus sind, sehen am Grund der Grube aus wie Spielzeugautos. Unendlich langsam brummen sie die Serpentinen hinauf und man kommt sich vor, als würde man auf eine Spielzeugeisenbahn hinabschauen. Bis 2017, dann soll wohl alles Gold abgebaut sein, soll die Grube anscheinend knapp 700 Meter tief sein! Da es schon den ganzen Tag regnet und eiskalt ist hauen wir schnell wieder ab und fantasieren weiter über die Statisten.

Nachdem wir in einem der Käffer am Highway übernachten fahren wir am nächsten Tag die restlichen 300 km nach Perth. Knapp 100 km vor Perth merkt man schon, dass nun bald eine Großstadt kommt, denn der Verkehr wird dichter und nerviger. Plötzlich sind alle anderen Autofahrer total im Streß, fahren dicht auf und überholen wie die Verrückten. Das hatten wir schon seit über einem halben Jahr nicht mehr, wir kommen uns vor wie ein altes Rentnerehepaar vom Land, welches mit dem Stadtverkehr überfordert ist. Auch Troopy mag keine Städte, denn er ist eher von der gemütlicheren Sorte und braucht eine Weile, bis er von einer Ampel losgetuckert ist. Manchmal will auch der erste Gang nicht so wie früher und da wird dann schon mal hinter Troopy gehupt. Diese Jungspunde haben es wohl immer eilig, denkt er sich dann, und zuckelt los.

Im Internet suchen wir den Caravan Park Fremantle Village in South Fremantle heraus. Mit $38 pro Nacht ist er noch einer der günstigeren, liegt rund einen Kilometer vom Strand entfernt, und ist sehr schön. Am folgenden Morgen schauen wir kurz am Strand vorbei (endlich wieder am Meer!) und nehmen dann den kostenlosen CAT-Bus zum Bahnhof von Fremantle, von wo man dann für $4 pro Person mit dem Zug nach Perth City kommt. Die kostenlosen CAT-Busse gibt es nicht nur in Fremantle, sondern auch in Perth City, eine tolle Idee! Nachdem wir eine Weile durch die Innenstadt gelatscht sind, welche auch nicht anders als in anderen Städten ist, fahren wir mit den Bussen kreuz und quer durch die Gegend. Einmal zum Hafen, dann zum Kings Park (toller Blick auf die Stadt) und laufen von dort zum London Court, einer kleinen Gasse, welche aussieht wie aus dem Mittelalter.

Beim Laufen durch die Stadt kommen wir an einigen wunderschönen Apartmentgebäuden vorbei. Die Wohnungen darin sind wahrscheinlich unbezahlbar. An manchen Gebäuden sind außen Plakate mit Fotos der Wohnungen angebracht – uns klappt die Kinnlade herunter. Riesige Designerküche mit Miele-Geräten, riesiger Balkon, wandhohe Fenster mit Blick auf den Swan River und die Skyline von Perth, woooooow! Zum Wohnen und Leben muss Perth sicher toll sein.

An unserem zweiten Tag in Perth bleiben wir in Fremantle, welches deutlich mehr Charme versprüht als Perth City. Michelle lernt in einem Didgeridoo-Laden die Grundlagen des Spielens und wir lassen uns ein Didgeridoo nach Hause schicken. Liebe zukünfigte Nachbarn: Viel Spaß! Anschließend schlendern wir noch etwas durch Fremantle und trinken Kaffee und essen Schokoladenkuchen. Und was für einen Kuchen! Glücklicherweise haben wir nur ein Stück bestellt, denn das Ding ist wirklich gewaltig. Das Kuchenstück ist höher als die Kaffeetasse und von einer zentimeterdicken Schokoladenschicht umhüllt. Zu Zweit machen wir uns ans Werk und müssen schließlich die weiße Flagge hissen, wir schaffen es nicht, die Schokolade kommt uns zu den Ohren raus und uns ist schlecht ;-)

Danach scheuchen wir Troopy nochmal durch die vom Feierabendverkehr verstopften Freeways und fotografieren von South Perth aus die Skyline der City mit Swan River im Vordergrund. Auch in South Perth stehen direkt am Fluß fast nur neue Designer Apartmentgebäude mit absolut genialen Wohnungen. In der Dunkelheit verlassen wir Perth und machen uns auf in den Norden, ab ins Warme!

Perth’s Skyline im Abendlicht

Fotogalerie

Australischer Nachthimmel im Outback

Patrik ahmt die Statisten nach

Der Superpit in Kalgoorlie

Es wird Zeit für eine gründliche Wäsche

In Menzies steppt der Bär

Der hat aber nen Langen

Statisten die Zweite

Innenstadt von Perth

Wir warten auf den Bus

Perth’s Skyline

Hier ischs schee

Welcome to Pörs

Woooow

Im London Court…

…ist es sehr gemütlich

Der Kuchen war etwas zu viel des Guten

Am Swan River

Am Swan River

Perth’s Skyline bei Nacht

  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18

#000000fadetrue

Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

Verwandte Posts

Hinterlasse einen Kommentar

Your Name: (required)

E-Mail: (required)

Website: (not required)

Message: (required)

Kommentar senden

Rechenaufgabe zur Vermeidung von Spam * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

16172216