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Die Tücken der Jobsuche in Australien

Dass es nicht einfach werden wird wieder einen Job zu finden war uns ja klar, aber was man hier so erlebt, dass ist schon nicht mehr normal. Grundsätzlich braucht man hier in Australien für jeden Mistjob erstmal “experience”. “Experience preferred”, “Experience essential”, “No experience, no job”, liest man hier und dort. Nun ja, um ‘nen Mähdrescher oder sonstiges schweres Gerät über den Acker zu manövrieren, ja, da braucht man schon Erfahrung, das sehen wir ein. Auch beim Traktor fahren, Kühe melken oder Schafe scheren, JA, da braucht man wohl etwas Erfahrung um gut zu sein. Aber wofür zum Henker braucht man fürs Zitronen, Orangen, Pflaumen oder wasweißichsonstnoch pflücken Erfahrung?? Für jeden Drecksjob braucht man hier Erfahrung und dann bekommt man noch einen absolut unterirdischen Mistlohn. Pro Ladung Zwiebeln, die man beispielsweise pflückt, erhält man $35. Einsteiger schaffen vielleicht zwei Ladungen pro Tag. Na, ist ja der Hit, oder? $70 für 8-10 Stunden Arbeit. Im schlechtesten Fall erhält man also $7 pro Stunde. Da ist ja wohl ein Witz? Das liegt um einiges unter dem australischen Mindestlohn. Ist das überhaupt legal? Wer arbeitet denn bitte unter diesen Bedingungen? Selbstverständlich keine Australier, die sind sich dafür natürlich zu schade (sind wir uns in Deutschland ja auch). Irgendein Backpacker, der um jeden Dollar kämpft wird den Job schon machen, denken sich die Anbieter dieser Jobs wohl. Eine Frechheit.

Anderenorts liest man dann eine Jobanzeige, bei der es ums Weinreben zurückschneiden geht. Aha, denkt man sich, kann ja nicht so schlecht sein. Man scrollt also so durch die Anzeige bis zum eigentlich wichtigen Teil, der Bezahlung. Fassungslos liest man dort dann “30 cent per tree”. Hä? Wie “tree”? Für eine Weinrebe oder wie? Um auf $20 Stundenlohn zu kommen muss ich also 66,67 Weinreben zurückschneiden? Also mehr als eine pro Minute? Oder wie soll man das verstehen? Oft sind solche Anzeigen auch mal eben in koreanisch und es werden gar keine anderen Nationalitäten genommen. Die Koreaner machen wohl alles? Was ist denn das hier für eine Abzocke?

Spaßig sind auch die Leute, die Jobanzeigen ins Internet stellen, dann aber nie ans Telefon gehen. Die Anzeige ist seit zwei Minuten online, wir rufen an, es geht niemand ran. In der Anzeige heißt es aber “Searching workers ASAP, call NOW”. Na dann geh doch ran? Was zum…? Erscheint bei denen wenn wir anrufen auf dem Handy “Achtung trottelige Deutsche, nicht abnehmen”? Unfassbar. Bei vielen Jobs erhält man zudem nicht mal die benötigten Arbeitsmaterialien. Gartenschere, Eimer, Wäschekorb, alles muss man selber mitbringen. “Ask in town for directions to farm XXX”, lesen wir einmal fassungslos. Man bekommt nicht mal erklärt, wo man arbeiten soll? Was ist denn das für ein Mist?  Die bekloppten Backpacker machen das schon, oder wie?

Wenn man dann mal einen interessanten Job gefunden hat, ist meistens irgendwo ein Haken dran. Zum Beispiel werden die Jobs von irgendeinem Hostel vermittelt, welches natürlich auch ein Stück vom Kuchen abhaben will. Man bekommt den Job also nur, wenn man im Hostel übernachtet, also wieder $150 – $200 pro Woche vom Lohn abgehen. Erwischt man einen richtig madigen Fruitpicking Job, bleibt also quasi nichts mehr übrig. Zum Geier damit, wir brauchen keine Unterkunft, wofür haben wir Troopy? Abzocke wohin man schaut. Viele Backpacker stellen dann sogar Anzeigen unter die Jobangebote, in denen sie vor diesem und jenem Hostel warnen, da sie dort abgezockt wurden. Spitze, oder?

Ja, wir sind schon etwas genervt, wie man wahrscheinlich heraushört. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und harren der Dinge, die da noch kommen mögen :-)

Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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