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Koalababy an der Great Ocean Road

Koalas an der Great Ocean Road

Nach mittlerweile gut 8.000 Kilometern durch Australien haben wir schon so einige Roadkills gesehen, so auch an der Great Ocean Road. Etliche plattgefahrene Kängurus, Possums und Koalas säumen auf einigen Highways den Straßenrand. Es ist teilweise schon fast deprimierend, dass man mehr tote Tiere als lebendige sieht. Was wir allerdings gestern erlebt haben, toppt alles bisherige. Niemals in unserem Leben werden wir diesen Tag vergessen. Achtung: Die nachfolgenden Bilder sind nichts für zartbesaitete Seelen oder schwache Nerven. Empfindliche Gemüter warnen wir ausdrücklich davor, sich die folgenden Bilder anzusehen! Es kann zu spontanen Heulkrämpfen und Atemnot kommen!

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Achtung!

Koalas mitten auf der Straße

Man muss es doch einfach knuddeln!

Kaum wieder oben ist der kleine Racker schon wieder am Fressen

Heb dich bloß fest!

Na, was dachtet ihr was jetzt kommt? ;-) Auf den Fotos sind keine Koalas im Zoo zu sehen, sondern wilde Tiere! Wir hatten solch unglaubliches Glück, dass wir es immer noch nicht fassen können. Ein absolut wahnsinniger Moment, bessere Fotos werden wir so schnell nicht wieder bekommen! (Nachtrag vom 10. März 2015: Tatsächlich hatten wir in den restlichen 8 Monaten in Australien keine Gelegenheit mehr solche Fotos nochmal zu machen!) Wie kam es zu den Bildern? Nach Melbourne machten wir uns auf den Weg zur Great Ocean Road, einer der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt.

Great Ocean Road

In einem Prospekt der Great Ocean Road lesen wir, dass es ca. in der Mitte eine Straße gibt, an der man gute Chancen hat, Koalas in freier Wildbahn zu sehen. Nunja, denken wir uns, warten wir mal ab. In den Touristenblättchen wird natürlich immer alles hochgelobt, alles ist unglaublich, spektakulär, gigantisch, einfach so umwerfend, dass man es nicht fassen kann und sich danach in die Anstalt einliefern lassen muss, da man die unglaubliche Erfahrung nicht verkraftet. Ohne große Hoffnung biegen wir in die Straße ein und sehen prompt einen dicken Koala in einer Astgabel sitzen. Dieser pennt fröhlich (Koalas schlafen bis zu 18 Stunden pro Tag) und macht keinen Mucks. Dadurch ist es zwar etwas langweilig, trotzdem sind wir zufrieden. Nach Magnetic Island haben wir endlich wieder einen Koala gesehen. Wir beschließen der Straße noch etwas weiter in den Wald zu folgen. Nach rund 200 Metern sehen wir schon den nächsten Koala im Baum sitzen. Nach wiederum 200 Metern den nächsten! Was ist denn hier los? Leider sind sie zum Fotografieren alle etwas zu weit weg oder sitzen im Schatten. Nach einem Kilometer sitzt plötzlich einer direkt über der Straße ca. 2 Meter über Troopy im Baum. Er schläft auch nicht, sondern frisst (das machen die Koalas die restlichen 6 Stunden), kratzt sich und klettert etwas umher. Stundenlang könnten wir ihm zuschauen. Plötzlich ruft Michelle “da ist noch einer” – “und da noch einer!” – “und hier!”. 6-7 Koalas hängen in den umliegenden Bäumen, wir sind total begeistert und können uns kaum losreißen. Nach etlichen Fotos fahren wir zufrieden zurück und setzen unseren Weg Richtung Campingplatz fort.

Auf der Zufahrtsstraße zum Campingplatz stehen plötzlich rund 10 Menschen auf der Straße und glotzen irgendwo in den Wald. “Koala!”, ruft eine Frau. Wir spähen in den Wald und sehen nichts. Dann, ca. 100 Meter im Wald in 20 Meter Höhe hängt irgendein schwarzes Fellknäuel. “Na super”, sagen wir und lachen uns ins Fäustchen. Da hatten wir vorher aber deutlich mehr Glück! Kuckt ihr mal mit dem Teleskop in den Wald, wir fahren dann mal weiter. Mit einem Grinsen im Gesicht fahren wir und denken “Was wäre, wenn uns jetzt ein Koala vors Auto läuft?”. Augenblicke später ruft Patrik “Koala! Koala auf der Straße!”. Michelle glaubt es zunächst nicht, sieht ihn dann aber auch! 50 Meter vor Troopy läuft ein Koala über die Straße! Seelenruhig tapselt er auf allen Vieren vorbei und sieht dabei total ungelenk und drollig aus. Wir halten an und versuchen ihn zu fotografieren, leider sitzt er im Dickicht und zeigt sich nicht mehr richtig. Als wir ihm zu nahe kommen klettert er in Windeseile auf den nächsten Baum und setzt sich in den Schatten. Mist, wieder nichts. Egal, wir sind trotzdem zufrieden, besser kann der Tag eigentlich nicht mehr werden. Eigentlich!

Baumkuscheln in der Abendsonne

Richtung Cape Otway

Zwei Kilometer weiter passiert das Unglaubliche. Patrik schreit wieder “Koala!”, aber diesmal “Koala mit BÄBBYY!!”. Wir können es nicht fassen. Nur ungefähr 30 Meter vor uns sitzt einen halben Meter neben der Straße eine Koalamama mit einem Baby! Und mit was für einem winzigen Baby! Wieviel Glück kann man an einem Tag haben?! “Kamera! Gib mir die Kamera!”, ruft Patrik. Alles um uns herum wird ausgeblendet, jetzt zählen nur noch die Fotos. Das Licht könnte nicht besser sein, die Sonne steht nur noch knapp über dem Horizont. Troopy wird in Windeseile im Busch abgestellt und dann geht es auf Knien Richtung Koala. Doch nanu, was ist denn das? Die Koalamutter läuft direkt auf uns zu und lässt ihr Baby sitzen. Wir sind immer noch gut 30 Meter entfernt. Mama Koala läuft in den Busch und klettert auf einen Baum. Das Baby sitzt immer noch da und schlabbert im Dreck herum. Langsam nähern wir uns. Dann auf einmal, schaut das Baby auf und sieht uns direkt an. Was für ein berührender Moment! Noch nie haben wir so etwas erlebt. Tierbabys sind ja meistens total goldig und man möchte sie einfach nur noch knuddeln, aber ein Koalababy ist der absolute Overkill.

Mit seiner Rotznase schaut uns der Kleine an und unsere beiden Herzen öffnen sich. Michelle geht es etwas näher hin und stützt sich mit einer Hand auf dem Boden ab. Kurz schaut sie weg und plötzlich krabbelt ihr das Baby auf den Arm!! Einfach so, ohne das wir irgendwas getan hätten. Beide schweben wir auf Wolke 7. Aus seinen verklebten Äuglein und mit Triefnase schaut das Baby Michelle an: “Bissu meine Mama?”.

Den nehmen wir doch einfach mit, oder?

Wir sind beide total überwältigt und wissen nicht, was wir jetzt tun sollen. Mittlerweile haben schon drei Autos angehalten und die Situation wird etwas unruhig. Michelle setzt das Baby wieder ab und wir beschließen es zu seiner Mama auf den Baum zu setzen und hoffen, dass die Mama es auch wieder annimmt. Man sagt ja, dass bei Fremdgeruch Babys von der Mutter abgestoßen werden können. Gesagt, getan. Zu Zweit heben Patrik und ein Franzose den Koala in Asthöhe. Gott, ist der weich! Was für ein unglaublich weiches Fell! Kein Wunder waren Koalas die Vorbilder für unsere Teddybären. Kaum ist das Baby auf Asthöhe krallt es sich auch schon fest und fängt an zu fressen. Mit einem Eukalyptusblatt im Mund schaut es uns an und mampft fröhlich vor sich hin. Kurz darauf kommt seine Mama heruntergeklettert und der Kleine krabbelt bei Mama auf den Rücken. Nach einem kurzen Schockmoment – ein Ast bricht ab, aber Mama hebt sich Gott sein Dank fest! – klettern die beiden glücklich vereint weiter nach oben. Nachdem wir uns etwas beruhigt haben, sehen wir in den anderen Bäumen noch viel mehr Koalas. Rund 20 bis 30 Tiere sitzen in den Ästen und Zweigen, fressen, klettern umher oder sonnen sich in der Nachmittagssonne. Wir können nicht glauben, was uns eben passiert ist. Dieser Moment hat uns tief berührt und wir werden diesen Tag niemals vergessen!

  • Koalamama läuft auf uns zu

    Koalamama läuft auf uns zu
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  • Baby alleine auf der Straße

    Baby alleine auf der Straße
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  • Schlabbergosche versucht aufzustehen

    Schlabbergosche versucht aufzustehen
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  • Baby auf dem Arm von Michelle

    Baby auf dem Arm von Michelle
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  • Baby auf dem Arm von Michelle

    Baby auf dem Arm von Michelle
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  • Mama und Baby sind wieder vereint

    Mama und Baby sind wieder vereint
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  • Abendsport

    Abendsport
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  • Einer der vielen anderen Koalas

    Einer der vielen anderen Koalas
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  • Hach, das Leben als Koala ist schon hart

    Hach, das Leben als Koala ist schon hart
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  • Ich bin soooo müde

    Ich bin soooo müde
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  • Wer will nochmal knuddeln?

    Wer will nochmal knuddeln?
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  • So ein Baum eignet sich wohl gut zum Kuscheln ;-)

    So ein Baum eignet sich wohl gut zum Kuscheln ;-)
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  • Die Pfote eines Koalas

    Die Pfote eines Koalas
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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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