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Patrik unter den Wangi Falls, Litchfield Nationalpark

Litchfield Nationalpark: Baden, Wasserfälle und Termiten

Der Litchfield Nationalpark steht seinem großen Bruder mit dem Namen Kakadu in nichts nach – vor allem zum Baden ist er toll. Wasserfälle trotz Trockenzeit, krokodilfreie Badeseen und Flüsse, kleiner und günstiger. Was braucht man zum Relaxen sonst noch? Uns fällt nichts ein. Benannt wurde der Park nach dem Forschungsreisenden Frederick Henry Litchfield, welcher im Jahr 1864 einer der ersten Entdecker war, die das Northern Territory erforschten und dann dort nebenbei auch auf Gold stieß. Der Park liegt rund 130 Kilometer südlich von Darwin und es gibt hier weit weniger Leistenkrokodile als anderswo im Northern Territory. Falls sich in der Regenzeit doch welche in die Badeseen des Parks verirren werden diese von den Rangern eingefangen und woanders wieder ausgesetzt.

Magnetische Termitenhügel: Weltweit einzigartig

Weltweit gibt es nur diesen einen Ort, an dem die Termitenart lebt, für deren magnetische Termitenhügel der Litchfield Nationalpark so berühmt ist. Meist bauen sie ihre Hügel in exakter Nord-Süd-Ausrichtung, um so die Temperatur im Inneren ihres Nests auf einem optimalen Niveau zu halten. Und das in einem Gebiet, in dem es in der Trockenzeit regelmäßig um 40°C hat und in der Regenzeit sintflutartige Regengüsse das Land unter Wasser setzen. Durch die Nord-Süd-Ausrichtung ihres Hügels wird morgens die rechte Seite des Hügels aufgewärmt und abends die linke. So gibt es im Bau immer einen Bereich, an welchem warme und konstante Temperaturen herrschen. Die Termiten wandern dann im Laufe des Tages von der rechten auf die linken Seite und haben es immer kuschelig warm. Der Termitenstamm, der seinen Hügel nicht exakt mit dieser Ausrichtung baut hat auf lange Sicht keine Chance und geht irgendwann ein. Aber auch dafür hat Mutter Natur eine Lösung parat: Die Termiten der erfolgreichen Hügel haben eine Art inneren Kompass mit welchem sie “fühlen” wo Norden ist. Diese Begabung geben sie dann an ihre Sprösslinge weiter. Wir sind beeindruckt :-)

Knapp 5 Meter hoher Termitenhügel

Die spinnen, die Termiten

Eine andere Art Termiten, welche hier ebenfalls vorkommt, baut ihre Hügel bis zu fünf Meter hoch! Man kann sich die Höhe gar nicht wirklich vorstellen, bis man selbst darunter steht. Ziemlich größenwahnsinnig, diese Viecher. Geht man von einer ca. 3 mm großen Termite aus bedeutet das, umgerechnet auf uns Menschen, einen über 2 Kilometer hohen Wolkenkratzer! Da müssen sich die Scheichs in Dubai noch etwas mehr anstrengen ;-)

 

 

Florence Falls: Toller Wasserfall und viele Flughunde

Flughunde in den Baumkronen

Nach den Termitenhügeln fahren wir weiter zu den Florence Falls, auf deren schönem Campground wir zwei Nächte bleiben. Die Campgrounds im Litchfield Nationalpark haben oft eine Dusche (siehe Karte des Parks, welche man von der Visitor Information in Batchelor bekommt) und kosten günstige $6,60 pro Person. Zudem bezahlt man keinen Eintritt für den Park. Wir mögen den Litchfield immer mehr. Vom Campground gelangt man über eine Treppe mit rund 130 Stufen hinab zum Wasserfall. Auf der Treppe hat man einen tollen Blick in die Baumkronen, in denen hunderte von Flughunden hängen und einen irren Lärm veranstalten. Unten angekommen bieten sich einem zwei schicke Wasserfälle inklusive Badepool, in welchem man sogar bis unter den großen Wasserfall schwimmen kann. Das nutzen wir in den zwei Tagen ausgiebig, denn es ist höllisch warm.

Florence Falls mit GoPro

Die Wasserfälle im Litchfield Nationalpark haben auch in der Trockenzeit Wasser, da sie statt vom Regen durch Quellen gespeist werden. Zudem gibt es sehr viele Seen oder Flüsse, welche als safe to swim ausgewiesen sind, da es dort keine Leistenkrokodile gibt (Florence Falls, Wangi Falls, Buley Rockhole, Tjaynera Falls, Surprise Creek Falls). In vielen Gebieten sind hierfür Fallen aufgestellt, um die durch den höheren Wasserpegel in der Regenzeit herein geschwommenen Leistenkrokodile einzufangen und umzusiedeln. Hauptsache, die Touristen können baden. Die armen Krokos ;-)

Wangi Falls und Lost City: Der Litchfield ist toll

Nach den beiden Tagen an den Florence Falls fahren wir weiter zu den Wangi Falls, an denen wir nochmal zwei Nächte verbringen. Unser in den letzten Wochen andauerndes Pech mit geschlossenen Straßen (Kalbarri Nationalpark, Kakadu Nationalpark) nimmt auch hier kein Ende, denn die 4WD-Piste zum südlichen Ausgang des Parks ist momentan gesperrt. Die Wangi Falls sind noch schöner als die Florence Falls, dementsprechend voll ist natürlich auch der kleine Badesee. Am kleineren linken Wasserfall kann man durch etwas Kletterei ca. zwei Meter hochsteigen und dann in einem ca. 1,50 x 1,50 Meter großen Felspool baden. Das Wasser ist dort einige Grad wärmer – einfach herrlich! Wenn nicht ständig neue Leute hochsteigen würden könnten wir noch ewig drinbleiben.

Im Badenwannen-Felspool ist es einfach herrlich

Wie an den Florence Falls kann man auch hier unter den rechten Wasserfall schwimmen und sich unter dem Wasserfall eine Druckmassage gönnen, denn das herabstürzende Wasser hat eine unheimliche Kraft. Wäre der Wasserfall nur einige Meter höher könnte man hier nicht mehr sitzen, denn es tut schon fast weh – nahezu wie bei einer Thai-Massage ;-) Abends kommen wir mit zwei Engländern in unserem Alter ins Gespräch, trinken Bier und Wein und reden über alles Mögliche. Später kommt eine Französin vorbei und frägt uns ob wir denn wüssten, wann der Ranger komme und ob wir bezahlt hätten, denn sie würden hier wohl gerne einfach so stehen. Das ist mal wieder typisch und wir finden es absolut unter aller Sau. Sorry, aber Franzosen haben hier in Australien nicht gerade den besten Ruf. Wenn uns das schon von verschiedenen Nationalitäten bestätigt wird (auch die Engländer haben ein paar Stories auf Lager) muss wohl etwas dran sein. Da ist der Litchfield Nationalpark mit $6,60 pro Person schon so günstig und man kann dafür sogar duschen und den ganzen Tag im See baden aber nicht mal das wollen sie bezahlen! Eine Frechheit!

Am fünften Tag verlassen wir den Park, machen davor aber noch einen Abstecher zur Lost City, einem Gebiet voller bizarr geformter Sandsteinblöcke. Anschließend heißt es Auf Wiedersehen Litchfield, hoffentlich konnten wir genug Energie für die uns nun bevorstehenden 2.500 Kilometer durch die absolut einförmigste, gottverlassenste Landschaft Australiens bis nach Cairns sammeln.

Du warst auch schon im Litchfield Nationalpark und fandest ihn so toll wie wir? Wir freuen uns immer über Kommentare und Facebook-Likes :-)

 

Florence Falls im Litchfield NP

Florence Falls im Litchfield NP

Überall baumeln hier die Flughunde

Dicke Spinne bei den Wangi Falls

Wangi Falls

Getarnte Echse

Lost City, Litchfield NP

Lost City, Litchfield NP

Lost City, Litchfield NP

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Wangi Falls: Erfrischung pur :-)

Hartmut in der Lost City

Der nervige Elch ist auch wieder dabei

Die magnetischen Termitenhügel

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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