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Snowy Mountains, Australien

Kangaroo Valley & Snowy Mountains

Nach unserem Trip durch Sydney setzen wir unsere Fahrt auf dem Highway 1 in Richtung Süden fort. Nachdem wir am letzten Abend nochmal vom Macquaries Chair aus die Skyline fotografieren verlassen wir die Stadt im Dunkeln. In der Nähe von Wollongong übernachten wir direkt am Highway auf einer Rest Area, da es ansonsten keine besonderen Stellplätze gibt. Am nächsten Morgen fahren wir nach Kiama und schauen uns das Blowhole an. Ein Blowhole ist eine Spalte im Fels, durch die die ankommende Brandung die Wellen durch den Fels drückt und dann das Wasser mehrere Meter hoch herausspritzt. Dies geschieht so unregelmäßig, dass man jedes Mal entzückt “Oooh!” ruft, da man immer wieder aufs neue überrascht ist. Danach hängen wir noch zwei Stunden im Auto auf dem Parkplatz herum, da wir irgendwie nicht motiviert genug sind um weiterzufahren. Wir beschließen mal eine Pause von der ständigen Fahrerei zu machen und mehrere Tage irgendwo zu bleiben. Nur wo?

Wir konsultieren  unser Buch Camps 6, welches auch prompt eine Empfehlung parat hat. Ein Platz in der Nähe von Kangaroo Valley ist mit einem Haken markiert (laut Autoren besonders schöner Platz), es gibt Toiletten, Wasser, einen Fluß und es soll landschaftlich schön sein. Kangaroo Valley liegt rund 40 Kilometer westlich der Küste in einem malerischen Tal und hat 800 Einwohner. Das Tal gefällt uns sofort und auch der Stellplatz hält, was Camps 6 verspricht. Er ist ziemlich groß, kostenlos und auf vielen frisch gemähten Grünflächen gibt es mehr als genug Stellplätze. Spontan beschließen wir hier mindestens drei Tage zu bleiben, denn es ist wirklich schön.

Zum ersten Mal bauen wir unsere Markise auf und setzen uns mit unseren Stühlen nach draußen. Der Internetempfang ist leider sehr schlecht, was die Jobsuche nicht gerade einfacher macht. Egal, wir entspannen jetzt! Als es Abends auf einmal neben dem Auto raschelt geht Patrik nachsehen. Ein Wombat steht nur zwei Meter neben unserem Auto im hohen Gras und lässt es sich schmecken! In mehreren TV-Dokumentationen hatten wir zuhause schon Wombats gesehen und wollten sie unbedingt auch in der freien Natur sehen. Dass es schon so schnell klappt, hätten wir nicht gedacht. Patrik springt zum Auto und holt schnell das Tele. Was für putzige Tiere!

Am zweiten Abend rennen auf einmal im Abstand von wenigen Minuten mehrere Wombats quer über den Campingplatz. Sie sehen einfach nur unglaublich witzig aus, wenn sie rennen. Beim Fotografieren der Wombats lernen wir Chris & Kai, ein Pärchen aus Deutschland kennen, welches laut eigener Aussage etwas aus dem Rahmen fällt. Für Backpacker sind sie zu alt, für grey nomads (reisende Rentner) zu alt. Sie haben Kinder, welche ungefähr in unserem Alter sind und sind wie wir für ein Jahr aus dem Berufsleben ausgestiegen. Abends laden sie uns zu sich ein und wir plaudern über alles mögliche. Viele Grüße hiermit an Euch :-)

Als wir später im Auto im Bett liegen wachen wir plötzlich beide auf, da Troopy hin- und herwackelt. Wir bekommen einen leichten Schreck… was zum Geier ist hier los? Hat irgendein Trunkenbold an unserem Auto gewackelt? Wir sehen jedoch niemanden, alle scheinen zu schlafen. Windig ist es auch nicht, gibt’s doch nicht. Wir legen uns wieder schlafen und ca. eine Stunde später wackelt es wieder. Will uns hier jemand verarschen? Das kann doch nicht wahr sein. Erneut sehen wir nichts und versuchen weiter zu schlafen. Am nächsten Morgen entdecken wir unter unserem Auto unter der Vorderachse mehrere große Haufen Wombatkacke! Aha! Jetzt geht uns ein Licht auf! Am Tag zuvor hatte Patrik einen Wombat gesehen, welcher sich mit dem Hinterteil an einem Baum gekratzt hatte. Troopy eignet sich wohl auch ziemlich gut als Kratzbaum! Wir sind erleichtert :-)

Die wenigen Minuten pro Tag, in denen das Internet funktioniert nutzen wir für die Jobsuche. Bei dem ein oder anderen interessanten Inserat rufen wir an, meistens nimmt niemand ab oder wir haben nicht die erforderliche Erfahrung für den Job. Einmal meldet sich sogar jemand auf unsere Anzeige und bietet uns einen Job an, wir sind aus dem Häuschen! Doch die schlechte Nachricht folgt auf dem Fuße, Bezahlung: $12 pro Stunde. Haha… alles klar! Und dann noch der mieseste Job von allen: Zucchini pflücken. Lachend lehnt Patrik am Telefon ab, der kann uns mal. Für so eine lächerliche Bezahlung rühren wir nicht mal den kleinen Finger.

Nach vier Tagen kehren wir Kangaroo Valley den Rücken, wir sind sozusagen tiefenentspannt und für die Weiterreise gewappnet. Weiter geht’s ins Landesinnere, Richtung Snowy Mountains! Wir folgen dem Hume Hwy über Goulburn und übernachten in Gunning, ein kleines Örtchen mit kostenlosem Stellplatz und kostenlosen Duschen. Danach geht es runter nach Canberra, welches einen ziemlich langweiligen Eindruck macht. In der geplanten Stadt, welche entworfen und gebaut wurde, da sich Melbourne und Sydney nicht einigen konnten, wer denn nun die Hauptstadt wird, gibt es unzählige schöne Parks und Seen, welche aber alle ziemlich leer sind, da hier wohl gar nicht so viele Menschen leben um sie zu füllen. Deshalb wirkt die Stimmung in der Stadt irgendwie komisch auf uns, fast wie im Film 28 days later… ;-)

Canberra lassen wir schnell hinter uns und fahren auf dem Monaro Hwy nach Süden Richtung Cooma. Dort biegen wir ab auf die Jindabyne Rd und im gleichnamigen Ort auf den Alpine Way, welcher uns direkt in den Kosciuszko National Park bringt. Die Landschaft wird nun wesentlich hügeliger und erinnert uns an die Voralpen. In dem kleinen Wintersportort Thredbo liegt ganz oben auf den Gipfeln sogar noch Schnee, was wir natürlich mit einem Foto dokumentieren müssen! Schnee in Australien, daran denkt man irgendwie gar nicht. Überhaupt ist die ganze Szenerie inklusive des Ortes total un-australisch. Thredbo liegt auf einer Höhe von 1380 Metern, hat knapp 500 Einwohner und sieht aus wie ein typisches Bergdorf in den Alpen der Schweiz oder in Österreich. Es gibt kleine, enge Gässchen, steile Straßen und einen Skilift. Mit 672 Metern überwindet der Skilift den größten Höhenunterschied in Australien. In einiger Entfernung liegt hier auch Australiens höchster Berg – Mount Kosciuszko mit 2248 Metern.

Nach Thredbo folgen 75 km Fahrt über eine kurvige Straße durch ein landschaftlich leider ziemlich langweiliges Gebiet. Wald, Wald, überall Wald, man sieht quasi nichts. Das nächste Kaff ist Khancoban mit 300 Einwohnern. Weitere 65 km weiter kommen wir in Cabramurra an, welches auf 1488 Metern liegt und somit Australiens höchste Stadt ist. Bzw. Ort oder Nest, denn hier leben nur 60 Menschen. Die nächsten größeren Orte, Cooma und Tumut, liegen jeweils rund 110 km entfernt. Cabramurra wurde 1954 ursprünglich als Arbeitersiedlung für die nahe gelegenen Staudämme gegründet und später von der Firma Snowy Hydro zur Ortschaft ausgebaut. Sämtliche Häuser (siehe Foto unten) sind Fertighäuser, absolut identisch und wurden damals mit großen Trucks hier heraufgekarrt. Nach Schneefällen im Winter ist der Ort oft lange komplett isoliert. Wie es dann wohl sein muss hier oben zu leben?

Die weitere Fahrt führt uns zurück auf den Alpine Way, wo es endlich mal keine Gumtrees gibt und ein tolles Gefühl der Freiheit aufkommt (siehe Beitragsbild ganz oben!). In der Nähe eines weiteren gottverlassenen Nestes – Talbingo (240 Einwohner) – übernachten wir auf einem tollen Stellplatz direkt an einem Fluß. Das Wasser ist so angenehm warm, dass Patrik natürlich sofort reinspringen muss! Leider gibt es hier gar kein Internet, so dass wir am nächsten Tag weiter Richtung Tumut fahren. Dort ist es warm (36°C) und extrem schwül, absolut ekelhaft. Wir regen uns auf, dass wir nicht doch noch länger in den Bergen geblieben sind. Diese verdammte Jobsuche nervt uns langsam.

In Wagga Wagga fragen wir im Visitor Center nach Jobs, doch es gibt mal wieder gar nichts. Man empfiehlt uns zu Centrelink zu gehen, einer Art australischem Arbeitsamt. Noch immer ist es extrem schwül. In diesem Centrelink-Schuppen ist es gerammelt voll, wir blicken gar nichts und gehen schnell wieder. Die Jobsuche gestaltet sich doch ziemlich zäh. Das wussten wir zwar, doch es nervt trotzdem. Östlich von Wagga Wagga empfliehlt uns Camps 6 in Oura einen Stellplatz. Dieser ist auch wirklich schön und wir bleiben zwei Tage. Abends lädt uns ein älteres australisches Ehepaar zu sich an den Caravan ein und wir unterhalten uns über das Reisen und bekommen unendlich viele Tipps – viel zu viele um sich alles zu merken. Sie ist zudem Hobby-Ornithologe und kann uns die Namen aller vorbeifliegenden Vögel nennen und wo diese in Australien vorkommen. Kurz nach Sonnenuntergang trifft ein großer Schwarm Kakadus ein und macht den ganzen Abend bis spät in die Nacht hinein Radau. Diese Vögel sind richtige Radaubrüder, die an Häusern oder Schuppen oft am Holz nagen und einiges kaputt machen können.

  • Das Blowhole in Kiama

    Das Blowhole in Kiama
    snwmts_01_kiama_blowhole

  • Ist er nicht süüüüüüüüüüß??

    Ist er nicht süüüüüüüüüüß??
    snwmts_02_wombat1

  • Ein schnuckeliger Wombat :-)

    Ein schnuckeliger Wombat :-)
    snwmts_03_wombat2

  • Zum ersten Mal bauen wir unsere Markise auf

    Zum ersten Mal bauen wir unsere Markise auf
    snwmts_04_markise

  • Patrik und seine Keksbox

    Patrik und seine Keksbox
    snwmts_05_kekse

  • Endliche eine andere Landschaft!

    Endliche eine andere Landschaft!
    snwmts_06_landschaft

  • Ja, hier gibt's auch Schnee...

    Ja, hier gibt's auch Schnee…
    snwmts_07_schnee

  • In den Bergen auf dem Rastplatz

    In den Bergen auf dem Rastplatz
    snwmts_08_michelle

  • Ein knorriger Snow Gum

    Ein knorriger Snow Gum
    snwmts_09_baum

  • Die höchste Stadt Australiens - Cabramurra

    Die höchste Stadt Australiens – Cabramurra
    snwmts_10_cabramurra

  • So ein Bach lädt doch zum Baden ein, oder nicht?

    So ein Bach lädt doch zum Baden ein, oder nicht?
    snwmts_12_im_bach

  • Landschaft im Kosciuszko National Park

    Landschaft im Kosciuszko National Park
    snwmts_13_vor_tumut

  • Wagga Christmas

    Wagga Christmas
    snwmts_14_wagga

  • Unser Lager ist noch optimierungsfähig

    Unser Lager ist noch optimierungsfähig
    snwmts_15_troopy

  • Unsere Route

    Unsere Route
    snwmts_16_route

Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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