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Weiße Sanddünen bei Lancelin, Western Australia

Weiße Dünen und Pinnacles an Australiens Westküste

Nach einer Standardnacht auf einer kostenlosen Rest Area geht es auf dem Indian Ocean Drive, etwas westlich des Brand Highway, weiter Richtung Norden. Die Landschaft ist unspektakulär, anfangs geht es vorbei an unzähligen Schafweiden, später durch immer gleiches Buschland. Unser Ziel heute sind die Pinnacles, tausende von Felsnadeln, welche besonders am späten Nachmittag gut zu fotografieren sind. Bis dort haben wir nur rund 100 km vor uns, für australische Verhältnisse eine geradezu lächerliche Distanz. Nördlich des Ortes Lancelin durchbrechen plötzlich gewaltige weiße Sanddünen das öde Buschwerk. An einem Parkplatz halten wir an und laufen durch den Busch zu den Dünen und klettern auf ihnen hin und her. Die Konsistenz des Sandes wechselt von Meter zu Meter von steinhart zu puderweich. Der Sand ist wirklich unglaublich weiß und man muss selbst mit Sonnenbrille die Augen zusammenkneifen. Schaut man sich die Fotos später an und weiß nicht in welchem Land sie aufgenommen wurden, könnte man glatt meinen, es handle sich um einen Gletscher, welcher von einer dicken Schneeschicht überzogen ist. Was für eine fantastische Landschaft!

Viel zu früh kommen wir bei den Pinnacles an und vertrödeln die Zeit mit Essen, Dösen und Ausruhen. Am Nachmittag fahren wir den 4 Kilometer langen Rundweg durch die Felsnadeln und laufen kreuz und quer durch sie hindurch. Das Wetter meint es heute leider nicht gut mit uns, denn dicke Wolken ziehen auf und verweigern uns das beste Licht zum Fotografieren. Früher als geplant fahren wir ab, denn die Sonne zeigt sich heute wohl nicht mehr. Etwas nördlich der Pinnacles kaufen wir uns in Jurien Bay Hackfleisch und steuern den Campground Sandy Cape Recreation Park an, welcher $15 pro Nacht kostet.

Der Campground liegt direkt am Meer, was uns allerdings nicht viel nützt, denn es wird schon dunkel. Nach einigem Gesuche finden wir noch einen freien Platz und quetschen uns zwischen zwei Caravans. Rechts brüllende Kleinkinder, links etwas verrucht alternativ aussehende betrunkene Aussies, na klasse. Kaum haben wir die Zubereitung unseres Mahls gestartet (Spaghetti Bolognese, ein Klassiker), läuft einer der komischen Typen von nebenan an uns vorbei und pinkelt vor unserem Auto in den Busch. Hallo, geht’s noch? Indessen ist es dunkel geworden und Michelle bemerkt beim Nudelwasser aufsetzen, dass innerhalb von Sekunden schon drei Käfer darin ein ausgiebiges Bad nehmen. Da die Hackfleischsoße daneben schon seit ca. 20 Minuten offen köchelt wechseln wir einen vielsagenden Blick. Kurzer Check: Drei in Soße schwimmende Käfer sind sofort gefunden und fachmännisch entfernt. Wieviel mögen da wohl noch drin sein? Wegschmeißen ist nicht, die Natur schenkt uns kostenloses Eiweiß, juchu!

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Geraldton, welches mit 33.000 Einwohnern die vorerst letzte größere Stadt sein wird. Dort verbringen wir fast den ganzen Tag mit diversen Erledigungen. Nachfrage beim Visitor Centre wie das mit den Nationalparks in Western Australia funktioniert. Nationalparkpass für vier Wochen beim Department of Environment gekauft ($40, die $11 Eintritt zu den Pinnacles bekommen wir zurück). Neue Muttern für die Spotlights von Bunnings Warehouse (quasi das gleiche wie OBI). Bei BCF (Boating, Camping, Fishing), einem Campingladen, kaufen wir uns einen 25-Liter-Esky (Kühlbox). Ein richtiger Kühlschrank mit Kompressor ist uns zu teuer ($600+) und da wir keine 40°C mehr bekommen, sollte es eine Kühlbox auch tun. Wir nehmen nicht den billigen Mist ohne Dichtung, sondern kaufen eine etwas teurere der Marke Frostbite. Endlich können wir auch mal Wurst, Käse und Fleisch mitnehmen! Da es bei Woolworths für einen $100-Einkauf mal wieder 15 Cent Tankrabatt gibt gehen wir ordentlich shoppen und Troopy bekommt an der Tanke rund 150 Liter Diesel zu saufen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass das mit den Nationalparks in Australien wirklich ein gehöriger Mist ist. Ein größeres Chaos kann man sich fast nicht vorstellen. Anders als in den USA kocht hier jeder Staat sein eigenes Süppchen.

Vorgehensweise USA:

  • In irgendeinen Nationalpark fahren und den Jahrespass für $80 kaufen, dieser gilt USA-weit für alle Parks
  • Fertig

 

Vorgehensweise Australien:

  • In Queensland wurden sämtliche Parks auf Onlinebuchung umgestellt. Das bedeutet, man kann dort nicht mehr am Eingang mit Bargeld zahlen, sondern nur noch per Telefon oder Online. Ganz praktisch, liebe Queenslander, ist das natürlich in einem Land, in dem das Mobilfunknetz nur in Ballungsräumen gut ausgebaut ist. Was für ein Schwachsinn. Gerade als Reisender kann man eben nicht alles vorausplanen
  • In New South Wales gibt es einen Jahrespass, der allerdings über $200 kostet. Den braucht man aber eigentlich nicht, denn er gilt eh nicht für alle Parks. Für den einen ja, für den anderen nicht. Manche sind davon ausgeschlossen und man muss trotz Jahrespass extra bezahlen – Aha?
  • Western Australia macht es noch am besten, dort gibt es für bezahlbare $40 einen 4-Wochen-Pass und für $80 einen Jahrespass. Trotzdem kann man an allen Parks auch einfach mit Bargeld bezahlen
  • Im Northern Territory bezahlt man $25 für einen 3-Tages-Pass des UluruKataTjuta-Nationalpark und ebenfalls $25 für den 14-Tages-Pass im Kakadu Nationalpark – die anderen Parks sind umsonst
  • Victoria, Tasmanien, South Australia: Keine Ahnung, wahrscheinlich ist es da wieder anders!
  • War doch gar nicht so schwer, oder?

 

Liebe australische Staaten: Könnt ihr euch nicht einfach irgendwie zusammentun und es den Touristen einfacher machen?

Nach Geraldton steht auf einem typischen Trip an Australiens Westküste eigentlich der Kalbarri Nationalpark auf der Todo-Liste. Da dort aber praktischerweise (wir haben mal wieder Glück) seit genau zwei Tagen die Straße in die interessantesten Gebiete bis Oktober gesperrt ist lassen wir ihn kurzerhand aus. Kalbarri hin, Kalbarri her, man muss nicht alles gesehen haben. Also geht es weiter nach Norden, die Landschaft ist nun wieder typisch australisch: rotes Buschland. Der North West Coastal Highway, wie er mittlerweile heißt, führt uns also auf endlosen schnurgeraden Strecken durch unendlich eintöniges trostloses Buschland. Ist bestimmt auch toll, wenn man in Geraldton am North West Coastal Highway wohnt. “Wie war nochmal deine Adresse?” – “Ich wohne am Dreiundzwanzigtausendachthundertundzwölf North West Coastal Highway in XXXX Geraldton” – “Äh watt? Kannste das nochmal wiederholen?”.

Am Billabong Roadhouse fragen wir, ob man hier wohl mal kurz ‘ne Dusche nehmen könnte. Verlangt die Bande doch glatt dreiste $6 pro Person. Hallo, wie bitte? Kommt hier flüssiges Gold aus dem Brausekopf? Selbst auf Fraser Island bezahlt man nur einen Dollar für eine heiße Dusche. Dann benutzen wir halt unsere Campingdusche, die ist umsonst. Nach dem Overlander Roadhouse biegen wir links ab und fahren Richtung Denham, unserem nächsten Ziel. Am Fowlers Camp, einem Campspot ohne irgendwelche Einrichtungen, bauen wir unser Camp für die Nacht auf (Auto abstellen, fertig). Per Telefon holen wir uns das Permit, welches man benötigt, um hier campen zu dürfen ($10 per Kreditkarte). Gut, dass der Mast von Optus aus dem 25 km entfernten Denham bis hierher strahlt ;-)

Fowlers Camp liegt direkt am Wasser und man kann mit dem Auto direkt am Strand campen. Wir sind alleine, das Wasser ist türkisblau und eine warme Brise umschmeichelt uns – genial! Abends gibt es frisches Essen aus unserer eiskalten Kühlbox – endlich wieder am Meer, wir sind glücklich!

Ein sogenannter Grasstree – Grasbaum

Was ist denn das für ein komisches Vieh?

Weiß wie Schnee

Weiß wie Schnee

Die Dünen sind einfach der Wahnsinn

Yippiiiee

Links der Zauberer ;-)

Die Pinnacles

Die Pinnacles

Die Pinnacles

Die Pinnacles

Ein Herzchen :-)

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Dieser Beitrag gehört zu unserem Australien Blog, welchen wir während unserer Australienreise von September 2012 bis August 2013 geschrieben haben. Hier geht es zur Übersichtskarte, welche unsere Route sowie Links zu allen unseren Berichten und Fotos enthält!

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1 Kommentar

  • Juli 22, 2013 9:35 amvor 6 Jahren
    Sandra

    Wahnsinn, die Fotos sehen aus wie gemalt, herrliche Landschaft, da werdet ihr euch aber in Deutschland mächtig langweilen ;-)

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